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Betty Gilpin (l) und Alison Briein einer Szene der zweiten Staffel der Netflix-Serie «Glow» über die Wrestlingszene der USA in den 80ern. Foto: Erica Parise Foto: dpa

Wrestling gilt in den 80er Jahren als Männerdomäne. Eine Gruppe Frauen macht den Catchern im Fernsehen aber Konkurrenz - und wächst dabei über sich hinaus.


Berlin (dpa) - Glänzende Spandex-Anzüge, toupierte Haare und jede Menge «Bodyslams» im Ring: Wrestler gehören in den 80er Jahren zu den TV-Stars ihrer Zeit. Wrestlerinnen dagegen bedienen eher nur eine Nische im Fernsehen.

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Mit der zweiten Staffel «GLOW» zeigt der Streamingdienst Netflix von diesem Freitag (29. Juni) an wieder, wie bunt diese Nische sein kann. Der Titel der im vergangenen Jahr angelaufenen Serie steht für «Gorgeous Ladies of Wrestling» und ist angelehnt an eine gleichnamige TV-Show aus den 80ern.

Die Geschichte in drei Sätzen: Ruth Wilder (Alison Brie) ist eine arbeitslose, aber ehrgeizige Schauspielerin in Los Angeles, die bei einem Casting für die erste Frauen-Wrestling-Show landet. Mit dem Format erhofft sich die junge Frau einen Durchbruch als Fernseh-Ikone. Doch der Job als Haudrauf-Girl im Glitzer-Body ist schwieriger als gedacht.

In zehn neuen rund 35-minütigen Folgen der zweiten Staffel müssen sich Ruth und ihre «GLOW»-Kolleginnen an den Ruhm als Wrestling-Stars gewöhnen. Von ihren Fans werden Zoya the Destroya, Liberty Belle, Vicky the Viking gefeiert - eine ungewohnte Situation für die Außenseiterinnen.

Gleichzeitig droht ihrer einmal wöchentlich ausgestrahlten Sendung das Aus, weil Ruth die Annäherungsversuche eines hohen Tiers beim Wrestling zurückweist. Der Sendeplatz ist in Gefahr und soll an die Männer der Wrestling-Szene gehen. Doch so leicht lassen sich die Damen nicht unterkriegen.

In schrillen Latex-Looks, hohen Föhnfrisuren und Glitzer im Gesicht zeigen sich die «GLOW»-Girls wieder in bester Wrestling-Manier - auch wenn kaum eine der Frauen zuvor je etwas mit dem Kampfsport und seinen Show-Techniken wie dem «Bear-Hug» oder der «Cobra-Clutch» zu tun hatte. Die Serie wirkt zwar trashig und ist als Komödie angelegt, beschäftigt sich aber auch mit gesellschaftlichen Fragen und der Emanzipation der Frau - verpackt in lockeren Sprüchen und übertriebenen Handlungen.

Das Setting für die Frauengeschichten: ein rosa Ring. Vor der Kamera treten die Wrestlerinnen darin gegeneinander an, werfen sich hin und her und ziehen sich an den Haaren - doch jenseits des Rings wachsen die Charaktere noch enger zusammen.

Auch beim amerikanischen Original aus den 80er Jahre waren die Darstellerinnen nicht zimperlich miteinander. Im echten Leben waren sie Tänzerinnen, Models, Stuntfrauen oder wie Ruth Schauspielerinnen. Die Sendung wurde nach mehr als fünf Jahren schließlich eingestellt. Eines der wohl berühmtesten «GLOW»-Girls von damals ist Jacqueline «Jackie» Stallone, die Mutter von Actionheld Sylvester Stallone.