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Evi und Michael Hofhammer planen Stall für 3400 Freiland-Hennen

Glückliche Hühner in Teisendorf

Teisendorf – Auf lebhaftes Interesse der Anwohner stieß in der jüngsten Sitzung des Teisendorfer Bau- und Umweltausschusses das Vorhaben von Evi und Michael Hofhammer, die im Süden von Teisendorf im Außenbereich einen Stall mit 462 Quadratmeter für 3400 Freiland-Hühner samt 1,3 Hektar großem Auslauf planen. Denn der geplante Stall läge gut 200 Meter westlich des Liegebereichs im Schwimmbad und etwa 90 Meter westlich der Straße zum Schwimmbad. Letztlich stimmte der Ausschuss dem Vorhaben einstimmig zu.

Glückliche Freiland-Hennen gibt es schon jetzt vor dem Hof- und Stallgebäude von Michael und Evi Hofhammer. Jetzt planen sie einen Neubau im Außenbereich.

Bürgermeister Thomas Gasser erteilte dabei den Antragstellern und den Anliegern ein Rederecht. Derzeit ist laut Hofhammer die Fläche verpachtet und wird intensiv als Grünland genutzt. Vier bis fünf Mal im Jahr wird Gülle ausgebracht. Der landwirtschaftliche Verkehr werde weniger mit Traktoren, als mit Autos stattfinden, etwa ein Mal täglich. Die 1,3 Hektar für den Freilauf würden verlangt, um das Prädikat »Freilandhaltung« zu erfüllen. Die Hennen würden in zwei Herden aufgeteilt. Ein Legehennenstall verursache im Vergleich zu einem intensiven Mastbetrieb wesentlich weniger Emissionen, so Hofhammer.

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Auf Alois Stadlers Frage nach den Voraussetzungen für das Immisionsschutz-Gutachten sagte Hofhammer, es beruhe auf statistischen Wetter- und Windwerten. Die Geruchsausbreitung sei mit einem digitalen Geländemodell berechnet worden. Sogar die Vorbelastung eines etwa 400 Meter entfernten Bauernhofs sei eingerechnet. 3400 Hennen entsprächen etwa zwölf Kühen, sagte Hofhammer auf eine Frage von Markus Putzhammer Die Haltungsform ziele darauf ab, dass und die Legeleistung lang erhalten bleibe.

Georg Quentin lobte die Planung als »gut durchdacht«. Es fließe kein Sickerwasser in den Kanal. Auf Frage des Zweiten Bürgermeisters Norbert Schader erwiderte der Antragsteller, dass es bisher keine Probleme gegeben habe. Sissy Lang fragte, ob die Hennen immer den gleichen Auslauf haben oder ob periodisch umgezäunt wird. Dies sei nicht vorgesehen. Es könne jedoch ein Bereich abgezäunt werden, um eine Neuansaat zu ermöglichen. Die Legehennen entfernten sich in der Regel nicht mehr als 100 Meter vom Stall.

Vorgesehen sei auch ein »Wintergarten«, ein überdachter »Kaltscharrraum« mit seitlichen Windschutznetzen, trockener Einstreu und ohne Tränke und Fütterung, damit die Hühner auch bei Schlechtwetter frische Luft bekommen und die Herde entzerrt wird.

Ein Nachbar erklärte, er habe nicht unterschrieben, da er Geruchsimmissionen und eine Wertminderung seines Grundstücks fürchte. Die Tierhaltung fand er zwar in Ordnung, bezweifelte aber die Zuverlässigkeit des Gutachtens: Der Wind sei nicht berechenbar. Außerdem wolle er keine Einschränkungen, wenn er sein Anwesen erweitern oder ein neues Haus bauen wolle. Hierzu erklärte Bauamtsleiter Peter Steinmaßl, dass sein Anwesen im Außenbereich sei und eine Erweiterung oder ein Neubau ohnehin sehr schwierig würde.

Ein weiterer Anwohner befürchtete gesundheitliche Schäden wegen Feinstaubbelastung. Dazu entgegnete Evi Hofhammer, dass der Feinstaub überwiegend im Stall sei. Die Belastung außerhalb des Stalles dürfte nicht nachweisbar sein.

Eine weitere Ausschuss-Besucherin regte eine Eingrünung ein, damit der Stall nicht schon von weitem sichtbar ist. Dazu erläuterte Steinmaßl, dass auch privilegierte Vorhaben naturschutzrechtlich ausgeglichen werden müssten. Den Umfang des Ausgleichs lege die untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt fest. Ein letzter Einwand war, dass im derzeit gültigen Flächennutzungsplan das Gebiet als Naherholungsgebiet dargestellt sei. Hierauf entgegnete der Bauamtsleiter, dass dies im neu aufgestellten Flächennutzungsplan nicht mehr der Fall sein werde. vm