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Gössner, Birnbacher und Co. weiter ohne WM-Medaille

Nove Mesto (dpa) - Biathletin Miriam Gössner erlebte schon wieder ein Debakel am Schießstand, Andreas Birnbacher war bei der WM in Nove Mesto einfach nur ratlos.

Enttäuscht
Miriam Gössner lief bei der WM-Verfolgung nur auf den 21. Platz. Foto: Martin Schutt Foto: dpa

«Es ist wie verhext. Wenn ich nur wüsste, woran es liegt», sagte der Schlechinger kopfschüttelnd nach der Klatsche ohne einen einzigen Top-Ten-Platz der deutschen Männer in Sprint und Verfolgung am Super-Wochenende der Biathlon-WM in Tschechien. Damit blieb das deutsche Team nach den ersten fünf von insgesamt elf Entscheidungen ohne Medaille.

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In Nove Mesto war Miriam Gössner am Samstag beim überraschenden Sprint-Titelgewinn der Ukrainerin Olena Pidgruschna wenigstens Sechste geworden, doch mit sechs Strafrunden in der Verfolgung am Sonntag verspielte die dreimalige Saisonsiegerin beim souveränen Sieg der Norwegerin Tora Berger ihrer gute Ausgangsposition wieder. Die 22-Jährige kam lediglich auf Platz 21, hatte 1:53,1 Minuten Rückstand auf die Gewinnerin aus Norwegen. «Wir sind halt keine Maschinen. Es kann nicht immer alles klappen. Aber es gibt ja noch drei Rennen. Und da greifen wir wieder an», sagte sie.

Dafür drehte Andrea Henkel auf und verbesserte sich von Platz 33 auf Position sechs. «Leider war die Ausgangsposition wieder so schlecht», sagte die 35-Jährige. Sie hatte die Medaille im Sprint vergeben. Wäre das Rennen isoliert gewertet worden - die Thüringerin wäre Weltmeisterin geworden. «Vielleicht wird noch an einer Medaille gebastelt», meinte sie und lächelte zaghaft.

Bei den Männern holte Emil Hegle Svendsen nach einem packenden Foto-Finish sein drittes Gold im dritten WM-Rennen. Gerade einmal 2,4 Zentimeter lag der Norweger vor dem Franzosen Martin Fourcade. «Im Moment gibt es diese zwei Überflieger, die sich im Laufen deutlich abgesetzt haben», sagte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner. Gewohnt unaufgeregt stellte der Olympiasieger fest: «Wir waren da nicht auf Augenhöhe.»

Die achtmalige Weltmeisterin Andrea Henkel war am Sonntag als einzige Deutsche fehlerfrei am Schießstand geblieben. Franziska Hildebrand leistete sich zwei Fehler und fiel von 13 auf 17 zurück. Nadine Horchler hatte sich für die Verfolgung erst gar nicht qualifiziert. Eine gute Nachricht war vielleicht, dass Langlauf-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle in ihrer ersten Biathlon-Saison in Osrblie/Slowakei Zweite in der Gesamtwertung des zweitklassigen IBU-Cups wurde.

Nach den Rücktritten von Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner und dem dreimaligen Olympiasieger Michael Greis ist es die erwartet schwere WM geworden. «Wenn man sich Medaillen vorgenommen hat und weit davon weg ist, kann das Fazit nicht gut ausfallen», sagte Thomas Pfüller, der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV) vielsagend.

Schon nach dem ersten Schießen war für Miriam Gössner über die zehn Kilometer alles vorbei. Drei Strafrunden musste die 22-Jährige drehen. «Ich weiß nicht, was da los war. Dafür habe ich keine Erklärung», sagte sie. Und weil die dreimalige Saisonsiegerin auch bei den nächsten Versuchen am Schießstand nicht fehlerlos blieb, stellte Bundestrainer Gerald Hönig fest: «Es ist enttäuschend, wenn man nach den ersten drei Rennen keine Medaille gewonnen hat.»

Im Männer-Verfolger hatte der mit vier Fehlern belastete WM-Debütant Erik Lesser nach den 12,5 Kilometern 1:30,5 Minuten Rückstand auf die Spitze und kam nach Platz zwölf im Sprint auf Rang 14. Simon Schempp beendete das erste WM-Wochenende als 18. (29. im Sprint), Arnd Peiffer kam als 21. (16.) einen Platz vor dem zweimaligen Saisonsieger Andreas Birnbacher (23.) ins Ziel der mit 23 000 Zuschauern erneut nicht vollbesetzten Vysocina Arena.

«Fehler muss man gemacht haben», sagte Pfüller und kündigte eine knallharte Analyse an. Ungefragt stellte der Funktionär fest: «Die Trainer haben nach wie vor unser Vertrauen. Die haben die letzten 15 Jahre die Kastanien aus dem Feuer geholt und da kann man nicht nach drei Tagen der Weltmeisterschaft irgendwie an ihnen zweifeln.»

In Nove Mesto geht es nach zwei Ruhetage mit der Verfolgung der Frauen weiter. «Ich kann es noch und hoffentlich kann ich es am Mittwoch zeigen», meinte Andrea Henkel. Die Männer sind dann am Donnerstag dran. «Aufgeben kann man nicht», gab Pfüller die Marschrichtung vor.

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