weather-image
15°

»Götterdämmerung II« im Königsschloss auf der Kippe

4.0
4.0
Chiemsee: "Götterdämmerung II"-Ausstellung im Schloss Herrenchiemsee: Wegfall und Verlegung?
Bildtext einblenden
Ob die Landesausstellung »Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen« wie geplant auf Herrenchiemsee stattfindet, ist fraglich.

Chiemsee – Auf der Kippe steht die Landesausstellung »Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen« im Neuen Schloss auf Herrenchiemsee. Weil die Auflagen in Zeiten der Corona-Krise den Besucherzuspruch empfindlich beeinträchtigen könnten, laufen Überlegungen, sie zu verlegen. Als Alternative zieht das Haus der Bayerischen Geschichte (HdBG) – wie Julia Lichtl auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts am Freitag mitteilte – das Museum des HdBG in Regensburg in Betracht.


Auch die Landesausstellung im nächsten Jahr veranstaltet wieder das Haus der Bayerischen Geschichte. Einer der Partner ist der Landkreis Traunstein – und im Falle einer Verschiebung nach Regensburg wäre er einer der Leidtragenden, der vor allem auch eine bislang fest eingeplante, touristische Attraktion verlieren würde.

Anzeige

Der Landkreis würde es bedauern, wenn die Landesausstellung nicht auf Herrenchiemsee stattfindet, gab Pressesprecher Michael Reithmeier auf Anfrage zu verstehen. Gleichwohl zeige der Partner des HdBG Verständnis. Sollten – bedingt durch die Auflagen in der Corona-Krise – kaum Besucher die Ausstellung betreten dürfen, dann würde sie, vor allem und gerade touristisch betrachtet, keinen Sinn machen. Noch sei jedoch nicht aller Tage Abend: »Es wird kritisch diskutiert«, so der Pressesprecher.

Als Partner des Hauses der Bayerischen Geschichte für die im Schloss Herrenchiemsee geplante Bayerische Landesausstellung 2021 ziehen der Landkreis Rosenheim sowie die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung laut Lichtl in Erwägung, »sich aus dem gemeinschaftlichen Vertrag zurück zu ziehen, entsprechende Gespräche werden dieser Tage geführt«. Und so Lichtl weiter: »Eine Rolle spielen die derzeit geltenden Corona-Beschränkungen, die Besucherkapazitäten im Schloss und auf den für den Transport notwendigen Schiffen erheblich einschränken.«

Die vorbereitenden Arbeiten für die Bayerische Landesausstellung hinsichtlich Konzeption, Leihverträgen und Gestaltung laufen laut Lichtl auf Hochtouren und sind sehr weit fortgeschritten. Deshalb werde eine »zeitnahe Entscheidung über den Austragungsort angestrebt«. Sollte das Schloss Herrenchiemsee als Standort tatsächlich ausfallen, biete sich »als die am schnellsten umsetzbare Alternative« das Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte in Regensburg an. Die Einrichtung sei erst im Juni 2019 eröffnet worden und verfüge mit dem Donausaal über einen flexibel nutzbaren Sonderausstellungsbereich mit einer Fläche von über 1000 Quadratmetern.

Eine zeitliche Verlegung der Landesausstellung komme aufgrund des bereits festgelegten Programmes für die Bayerischen Landesausstellungen bis ins Jahr 2025 nicht infrage, so Lichtl weiter. »Zur endgültigen Entscheidung hinsichtlich des möglichen Ersatzstandorts für die Baye-rische Landesausstellung 2021 werden weitere Gespräche geführt«. Kunstminister Bernd Sibler habe Folgendes gesagt: »Die Überlegungen der Partner des Hauses der Bayerischen Geschichte kann ich nachvollziehen. Selbstverständlich wollen wir im kommenden Jahr eine Landesausstellung anbieten. Deshalb werden wir jetzt in intensive Gespräche gehen, um die Lage zu analysieren.«

»Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen« widmet sich dem Lebensgefühl und den Schicksalen der letzten Herrscher in Bayern von 1886 bis 1918. Sie ist die Fortsetzung von »Götterdämmerung. König Ludwig II. und seine Zeit« – einer Landesausstellung, die 2011 im Neuen Schloss auf Herrenchiemsee stattgefunden hatte.