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Götz Alsmann hat ein Penthouse frei

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Götz Alsmann
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Götz Alsmann geht mit einer neuen Show auf Sendung. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa

Götz Alsmann ist Musiker, Moderator, Kindergeburtstag und Bildungsauftrag in einer Person. Blöderweise gibt es nicht mehr «Zimmer Frei!» - die Sendung, in der er all das sein durfte. Nun bekommt er eine neue Abendshow.


Köln (dpa) - In der Garderobe von Götz Alsmann hängt ein Foto. Darauf ist zu sehen, wie Christine Westermann (69) versucht, Alsmann mit einer Sprühflasche einen Apfel vom Kopf zu schießen.

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Der Moderator - wie immer im eleganten Anzug - hat sich dafür ein absurd kleines Kissen umgebunden, auf dem der Apfel liegt. Es ist die komprimierte Erinnerung an «Zimmer Frei!», eine Show irgendwo zwischen Kindergeburtstag und Talk, die 2016 beendet wurde. «Es ist jetzt mehr als ein Jahr her, dass ich zuletzt in dieser Garderobe gesessen habe», stellt Alsmann fest. «Das hier war exakt meine Garderobe.»

Nun sitzt er wieder in dem Raum. Daran lässt sich ablesen: Alsmann ist zurück. Nicht nur in seiner alten «Zimmer Frei!»-Garderobe, sondern auch am späten Abend im WDR. Am Freitag (WDR, 29. Dezember, 23.30 Uhr) läuft die erste Ausgabe seiner neuen «Götz Alsmann Show», die zweite ist im März geplant. Der Sender verspricht «eine lässig-elegante Abendstimmung» sowie «charmante Unterhaltungen, lustige Partyspiele und jede Menge Live-Musik». Die ersten Gäste sind Schauspieler Hans Sigl (48, «Der Bergdoktor») und Musiker Max Mutzke (36, «Can't Wait Until Tonight»).

Wer das liest, muss einfach an «Zimmer Frei!» denken. Sogar die Garderobe ist ja dieselbe. Nur Christine Westermann (69), die ist nicht dabei. Alsmann ist klar, dass er das erklären muss. «Man kann natürlich sagen: Sobald ich auftauche, einen Gast begrüße und ein bisschen Klavier spiele, ist es genau wie 'Zimmer Frei!'. Aber nicht jede Sendung der Welt, bei der ein Gast begrüßt und Klavier gespielt wird, ist 'Zimmer Frei!'», sagt er.

Das Setting, das Grundgefühl der Show soll ein anderes sein. Die Musik spielt seine eigene Band, mit der ständig auf Tournee ist. Arrangements und Titelmusik stammen von Alsmann selbst. «Fernsehen für Erwachsene» lautet der Untertitel. Alsmann sagt, man habe sich von Sendungen inspirieren lassen, die Ende der 50er, Anfang der 60er liefen, als Gastgeber Gäste in einem TV-Penthouse begrüßten. Hinter der Produktion steckt unter anderem die für Jan Böhmermanns «Neo Magazin Royale» (ZDF/ZDFneo) bekannte TV-Schmiede Bildundtonfabrik (btf). Retro-Look können die.

Alsmanns TV-Penthouse erinnert entsprechend stark an die Behausung, in der sich Hauptfigur Don Draper in der 60er-Jahre-Serie «Mad Men» den ein oder anderen Drink genehmigte. Oder an einen Ort, an dem jederzeit Hugh Hefner im Bademantel durch die Tür kommen könnte. Alsmann, der bekanntlich den Chic und die Haltung vergangener Jahrzehnte kultiviert, fügt sich harmonisch in diese Umgebung ein. Dinge, die der Münsteraner irritierend findet - etwa ohne Krawatte aufzutreten - wirken in dieser Welt weit entfernt.

Die zweite Ausgabe soll im März zu sehen sein, dann mit den Gästen Steffen Henssler (45) und Clueso (37). Und dann? Abwarten. «Ich habe nicht aufgehört, meinen Beruf auszuüben. Ich bin nach wie vor Fernsehmoderator», sagt Alsmann. «Aber es gibt Rechtsanwälte, die sagen, dass sie nicht mehr jeden Streit um einen Heckenstreifen mit dem Nachbarn beackern, sondern nur noch Dinge tun, die sie interessant finden. So ein Anwalt bin ich jetzt.»