Gotteshäuser erstrahlen am »Red Wednesday« in Rot

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Weniger intensiv leuchtete die Stiftskirche in Berchtesgaden.

Berchtesgaden – Hass und Gewalt treffen Angehörige aller Religionen, Christen aber in besonderem Maße. Sie haben als kleine Minderheit keine politischen Fürsprecher, gelten wegen ihrer weltkirchlichen Ausrichtung als besonders »verdächtig« oder gehören für Extremisten zur meistgehassten Gruppe.


Das Stiftsland Berchtesgaden mit Verwaltungsleiter Michael Koller hat am internationalen »Red Wednesday« zwei der Kirchen im Berchtesgadener Pfarrverband in roten Farben erstrahlen lassen: Die Verantwortlichen haben sowohl die Stiftskirche als auch die Pfarrkirche St. Johann Nepumuk in Winkl mit Strahlern beleuchtet. Auch die Pfarrei Ramsau hat sich an der Aktion beteiligt.

Um auf den Missstand verfolgter Christen aufmerksam zu machen, hat das pastorale Hilfswerk Kirche in Not im Jahr 2015 die Initiative »Red Wednesday« ins Leben gerufen. Jedes Jahr werden rund um die Welt in vielen Metropolen bekannte Kirchen und öffentliche Bauwerke rot angestrahlt, etwa das Kolosseum und der Trevi-Brunnen in Rom, die Basilika Sacré-Cœur in Paris und die Christusstatue in Rio de Janeiro.

Während die knapp 900 Jahre alte Stiftskirche von zwei kleineren Strahlern nur in unmerklich hellem Rot erschien, erstrahlte die Pfarrkirche in Winkl in deutlich satteren Rottönen. Augenmerk lag auf dem beleuchteten Mahnmal, das an rund 3000 Heimatvertriebene erinnern soll, die Anfang der 1950er-Jahre in Winkl untergekommen waren. Bei einer Andacht mit vielen Kerzen sang ein Chor vor dem Gotteshaus bei Minusgraden Kirchenlieder. Auch die Ramsauer Pfarrkirche wurde blutrot angestrahlt, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Schicksal verfolgter Christen zu lenken.

cw/kp