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Gratulationsreigen mit exquisiter Tanzkunst

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Großer Schlussapplaus für alle Beteiligten (mit Peter Breuer in der Mitte) nach der glanzvollen Gala. (Foto: Aumiller)

Einen langen, aber keineswegs langweiligen Ballettabend kündigte Intendant Carl Philip von Maldeghem an, der die Jubiläumsgala moderierte. Zum 70. Geburtstag von Peter Breuer und gleichzeitig zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum als Ballettdirektor stellte das Landestheater Salzburg ein hochkarätiges Fest des Tanzes auf die zahlreichen Tänzerbeine.


Es war kein Abend von Peter Breuer, sondern ein Fest für Peter Breuer, der diesmal als Zuschauer in der ersten Reihe saß und sich von den Einfällen seiner Compagnie und der Theatercrew überraschen ließ. Und der Überraschungen gab es viele, für die Zuschauer ebenso wie für den Jubilar. Das Resultat war eine spannende und beflügelnde Tanzgala, die das Publikum erfreute und den Ballettchef gebührend ehrte.

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Viele Compagnien waren der Einladung des Theaters gefolgt und schickten internationale Tanzpaare, die mit exquisiten Pas des deux’ in kreativen Choreografien des Ausdruckstanzes einen Höhepunkt an den anderen reihten. Die Balletttruppen aus Hagen, Graz, Stuttgart, Karlsruhe, Prag, das Opera Balet Ljubljana, das Bayerische Staatsballett, das National Ballet of Lisbon, das Northern Ballet haben mit ihren Tanzpaaren ihre fabelhafte Visitenkarte präsentiert und Peter Breuer Reverenz erwiesen. Einige der Darbietungen waren sogar extra für diesen Anlass choreografiert und einstudiert worden. Stellvertretend für alle hervorragenden Darbietungen seien das besonders zur Erheiterung beitragende Duo aus Stuttgart, Règinald Lefebvre/Alessio Marchini, genannt, oder das romantische »Doktor Schiwago«-Paar aus Ljubljana, das virtuose Karlsruher Paar Bruna Andrade/Flavio Salamanka oder die Can Arslan Choreografie »Sakura«. Der neue Ballettchef des Bayerischen Staatsballetts, Igor Zelensky, tanzte selbst mit in Mikhail Fokines bewährter Choreografie von »Scheherazade« mit Partnerin Prisca Zeisel.

Glänzende Höhepunkte steuerte Breuers eigene Compagnie bei: so die eleganten »Three Preludes« zur Musik von Sergei Rachmaninow, live am Flügel gespielt von Eriberto Carvalho oder der Auszug aus Breuers »Mythos Coco« sowie »Contra Corpo«, von Edward Nunes eigens für die Gala fantasievoll choreografiert. Ein köstlicher Überraschungsgag seiner Salzburger Truppe war die Parodie der »vier kleinen Schwäne« aus Schwanensee, die hier von sechs Tänzern im glitzernden Schwanen-Tutu ebenso brillant wie umwerfend komisch serviert und mit vergnügtem Gelächter und tosendem Beifall quittiert wurden.

Eine weitere Überraschung wurde zum ganz besonderen Highlight: der auf Großleinwand projizierte Filmtrailer mit besonderen Momenten aus der Tanzkarriere Breuers, die den gebürtigen Tegernseer in alle Kontinente und auf die bedeutenden Bühnen geführt hatte. Hier durfte man die große Tanzkunst Peter Breuers noch einmal bewundern, wurden seine grandiosen Sprünge, Pirouetten und Hebefiguren mit prominenten Partnerinnen noch einmal lebendig bis zu seinem letzten Abschiedsauftritt im Münchner »Eugen Onegin« 1988 als er mit 42 Jahren der aktiven Tänzerlaufbahn ade sagte. Diese Erinnerungsbilder wurden zu bewegenden Momenten an diesem, an glänzenden Eindrücken so reichen Abend.

Zum Abschluss setzte die Salzburger Compagnie noch ein Glanzlicht drauf mit dem brillant getanzten Bolero in Breuers Choreografie. Breuer ist Choreograf mit Leib und Seele. Er liebt es, sein Wissen und seine Leidenschaft für den Tanz seinen jungen Kollegen weiterzureichen, wie er selbst sagte. Von Maldeghem charakterisierte ihn als fordernd und ungeduldig, als einen der in seiner Arbeitsintensität keine Kompromisse eingeht und der sich durch einen weiten künstlerischen Horizont auszeichnet.

Die Tänzer schätzen ihren Ballettdirektor: »Wir lernen jeden Tag von ihm, wir sind froh, dass es Dich gibt«, wurde verlautbart und Breuer konterte: »Ich liebe meine Compagnie.« Und schließlich zum verdienten Schlussgenuss: Zwei Riesengeburtstagstorten wurden auf die Bühne gefahren, eine vom Theater und eine von der Balletttruppe. Gratulation vom Intendanten, vom Assistenten Alexander Korobko, vom brasilianischen Choreografen und Tänzer Edward Nunes und vom Publikum, das ihm im einstimmigen Chor ein Happy-Birthday-Ständchen sang. Elisabeth Aumiller