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Gravierende Änderungen am Schneckenmühlweg in Bischofswiesen geplant

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Bischofswiesen: Erweiterte Einfahrt und Einbiegespur Richtung Berchtesgaden am Schneckenmühlweg
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Die Einmündung Schneckenmühlweg an der B 20 soll ausgeweitet werden. Zusätzlich sind eine Einbiegespur Richtung Berchtesgaden sowie ein Parkplatz und ein Fußweg vorgesehen. (Foto: Patrick Vietze)

Bischofswiesen – Seit der Erweiterung der Gewerbegebiete im Pfaffenfeld bildet sich an der Einmündung Schneckenmühlweg zu Stoßzeiten enormer Rückstau. Deshalb sind unter anderem gravierende Änderungen an der Einfahrt geplant, die in der Gemeinderatssitzung am Dienstag vorgestellt wurden.


Zum einen soll die Einfahrt zum Schneckenmühlweg ausgeweitet werden, zum anderen eine Einbiegespur auf die B20 Richtung Berchtesgaden entstehen. Zudem will man einen neuen Abschnitt des Gehwegs, ein Buswartehäuschen an der Haltestelle Richtung Reichenhall sowie einen Parkplatz für Pendler am Schneckenmühlweg errichten. Zwar hatten sich einige Gemeinderatsmitglieder skeptisch geäußert, aber stimmten der Planung des Ingenieurbüros Andreas Rupp einhellig zu.

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Zwei Maßnahmen würden unnötigen Rückstau an der Ausfahrt Schneckenmühlweg auf die Bundesstraße verhindern. »Wir müssen die Ausfahrt erweitern und eine Einbiegespur Richtung Berchtesgaden errichten«, erklärte Johann Ertl vom Technischen Bauwesen der Gemeinde Bischofswiesen.

Durch den Ausbau können sich zwei Autos, die vom Schneckenmühlweg auf die B20 in unterschiedliche Richtungen abbiegen wollen, nebeneinander einordnen. Zusätzlich soll eine Verkehrsinsel, die auch als Querungshilfe dient, an der Kreuzung gebaut werden. Dort ist auch eine Beleuchtung vorgesehen.

Matthias Aschauer (FWG) fragte, ob nicht die Ausweitung reiche und man auf die Einbiegespur verzichten könne. Bürgermeister Thomas Weber erwiderte, dass diese Maßnahme ohne Einschleifspur nicht zulässig sei. »Es ist eine Auflage des Landratsamtes. Eine Sichtbehinderung wäre die Folge, wenn sich Autos an der Ausfahrt nebeneinander einordnen. Dadurch erhöht sich die Unfallgefahr, deshalb benötigen wir die Beschleunigungsspur.«

Die Dauer der Zulassung für die Einbiegespur habe das Vorhaben verzögert. Ursprünglich wollte man dieses Jahr mit der Baumaßnahme beginnen. Die Normlänge der Einbiegespur musste aber verkürzt werden, da der Beschleunigungsstreifen sonst in die Bischofswieser Ache hineingeragt hätte.

Thomas Weber brach eine Lanze für das Staatliche Bauamt. Bei einem Vieraugengespräch zwischen Bauamt und Landratsamt sei die Einschleifspur abgesegnet worden. »Das war der Durchbruch.« Ein Abschnitt des derzeitigen Gehwegs am Schneckenmühlweg muss der Beschleunigungsspur weichen. Deshalb müsse man einerseits die gestrichelte Querungshilfe Schneckenmühlweg verlegen, andererseits einen neuen Gehweg auf der Grünfläche zwischen Schneckenmühlweg und B20 errichten.

Einige Gemeinderatsmitglieder zeigten sich skeptisch wegen der Einfahrtsbreite. »Der Schneckenmühlweg ist Teil der Strecke zum Pfaffenfeld. Da es sich dort um ein Gewerbegebiet handelt, nutzen breite Lastzüge die Einfahrt. Wir müssen sicherstellen, dass sie an der Verkehrsinsel vorbeikommen«, so Josef Stangassinger (UBB). Bernhard Oeggl (CSU) teilte Stangassingers Meinung. »Teilweise biegen Sechsachser auf den Schneckenmühlweg ab und geraten auf die Gegenspur.«

Problem Wildparker

Der Rathauschef versicherte, dass man die Fahrbahnbreiten bei einer Begehung überprüfen werde. Paul Grafwallner (UBB) und Ludwig Hochreiter (CSU) machten die Wildparker Sorgen, wenn der geplante »Park and Ride«-Stellplatz am Schneckenmühlweg entstehen soll. Bernhard Oeggl hatte in einer früheren Sitzung einen Antrag auf die Errichtung eines Parkplatzes am Schneckenmühlweg gestellt, der ausschließlich für Pendler gedacht ist. »Der Parkplatz darf nicht durch Lkw-Fahrer oder Camper zweckentfremdet werden«, so Grafwallner. Man wolle verhindern, dass sie dort übernachten.

Hochreiter schlug vor, man könne die Tagescamper auf einen anderen Parkplatz verweisen, der kaum genutzt wird. Weber stimmte Hochreiter zu. Und: »Wir können beispielsweise die Kommunale Verkehrsüberwachung einschalten. Durch Strafzettel werden die Verkehrssünder abgeschreckt,« so der Rathauschef.

Unterstand für Fahrräder

Zusätzlich soll ein Buswartehäuschen an der Haltestelle Richtung Reichenhall entstehen. Das bestehende Häuschen Richtung Berchtesgaden soll um einen Fahrradunterstand ergänzt werden. Michael Sturm (Die Grünen) lobte die geplante Überdachung des Fahrradstellplatzes, aber: »Ich wünsche mir eine Beleuchtung des Buswartehäuschens.« Ertl versicherte: »Sollte die Beleuchtung des Kreuzungsbereiches nicht ausreichen, können wir das Bushäuschen zusätzlich mit Licht ausstatten.«

Die Gesamtkosten sollen nach derzeitigem Stand 540.000 Euro betragen. Über die Kostenaufteilung muss die Gemeinde Bischofswiesen mit dem Staatlichen Bauamt verhandeln. Der Gemeinderat nahm den Sachvortrag der Verwaltung und die Planung des Ingenieurbüros Andreas Rupp zur Kenntnis. Man stimmte der vorgelegten Planung einhellig zu. Sobald die Vereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt steht, wird sie dem Gemeinderat vorgelegt.

Patrick Vietze