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Griff nach TT-Doppel-Gold: «Es läuft wie geschmiert»

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Konzentriert
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Dimitrij Ovtcharov (r) erwartet den Aufschlag des Russen Alexander Schibajew. Foto: Hans Punz Foto: dpa
Formstark
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Dimitrij Ovtcharov brachte das deutsche Team im Halbfinale gegen Russland in Führung. Foto: Hans Punz Foto: dpa
Aufschlag
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Dimitrij Ovtcharov legt sich den Ball zum Aufschlag vor. Foto: Hans Punz Foto: dpa
Return
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Han Ying schneidet einen Ball gegen die Tschechin Iveta Vacenovska an. Foto: Hans Punz Foto: dpa
Aufmerksam
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Shan Xiaona konzentriert sich auf ihre tschechische Gegnerin. Foto: Hans Punz Foto: dpa

Schwechat (dpa) - Fünf Spiele, fünf Siege und nur ein Einzel verloren - mit starken Auftritten und einer fast makellosen Bilanz haben die Teams des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) die Konkurrenz bei der EM in Schwechat geschockt.


Zum dritten Mal nach 2000 in Bremen und 2002 in Zagreb erreichten Damen und Herren des DTTB gemeinsam die Endspiele. Alle vier Partien wurden verloren. Diesmal soll trotz des Fehlens des erkrankten Top-Stars Timo Boll am Montag ein historischer Doppelsieg herausspringen.

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Die DTTB-Herren um den neuen Leitwolf Dimitrij Ovtcharov streben gegen Außenseiter Griechenland das sechste EM-Gold in Serie an. Ein ähnliches Kunststück gelang nur Schweden in den Jahren 1964 bis 1974. «Ich freue mich lieber über die Griechen als Finalgegner», erklärte Ovtcharov zum unerwarteten 3:2-Sieg der Hellenen im Marathonmatch gegen Ex-Europameister Weißrussland.

Die neu formierte Damen-Auswahl hofft gegen den dreimaligen Europameister Rumänien auf den fünften EM-Titel nach 1962, 1968, 1996 und 1998. Die EM-Debütantinnen Shan Xiaona (Berlin) und Han Ying (Tarnobrzeg/Polen) haben der Auswahl von Bundestrainerin Jie Schöpp die notwendige Stabilität verliehen. «Wir glauben daran, dass wir besser sind», sagte Schöpp.

«Der Titel muss einfach unser Anspruch sein, auch wenn Timo fehlt. Wir haben die stärksten Spieler ranglistentechnisch im Team», sagte Ovtcharov. Der Weltrangliste-Sechste und seine Mitstreiter Patrick Baum (Düsseldorf) und Patrick Franziska (Fulda) ließen sich von der tristen Kulisse im mäßig besuchten Multiversum nicht anstecken und spielten gegen Österreich (3:0), Frankreich (3:0) und vor allem im Halbfinale gegen Russland (3:0) konzentriert.

«Es läuft wie geschmiert», erklärte der 21 Jahre alte Franziska. Der Youngster rechtfertigte mit seinem Vier-Satz-Sieg gegen Kirill Skatschow das Vertrauen von Bundestrainer Jörg Roßkopf, der ihn zum dritten Mal an Position drei aufgestellt hatte. Die Stammspieler Ovtcharov und Baum mussten jeweils über die volle Distanz gehen. «Ich bin froh, dass ich gegen meinen Orenburger Teamkollegen Smirnow nicht noch mal in die Box musste», sagte Ovtcharov.

«Dima hat eine hochklassige Partie gegen Schibajew gespielt», lobte Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig den neuen Leader. Die Marschroute für das elfte EM-Endspiel der DTTB-Herren ist klar. «Wir sind alle heiß, auch ohne Timo Europameister zu werden», sagte Baum. Bei den Titelgewinnen von 2007 bis 2011 war der Rekord-Europameister stets die Stütze der Mannschaft.

Die DTTB-Damen mussten nach dem glanzvollen 3:0 gegen Österreich im Halbfinale gegen Tschechien einige bange Situationen überstehen. Der 3:1-Erfolg stand anfangs auf der Kippe, als die deutsche Meisterin Shan Xiaona die erste Partie gegen Renata Strbikova verlor. Doch Abwehrkünstlerin Han Ying mit zwei Siegen und Petrissa Solja bei ihrem ersten EM-Einsatz machten den umjubelten Finaleinzug perfekt. «Wir sind ein heißer Titelkandidat», kündigte Kristin Silbereisen (Berlin) mutig an.

Abseits der blauen Tische gelang dem DTTB ein sportpolitischer Erfolg. Ein Jahr nach der Abwahl von Eberhard Schöler rückte Heike Ahlert (Schleswig) als Vizepräsidentin in das neue Präsidium der Europäischen Tischtennis-Union (ETTU). Die nächste EM 2014 findet erstmals als reines Mannschaftsturnier statt. Das kündigte der neue ETTU-Chef Ronald Kramer (Niederlande) an.