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Größe in jeder Hinsicht

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Das Zusammenwirken der vielseitigen Sopranistin Ulrike Sych mit dem Ruperti-Orchester war perfekt. (Foto: Gabi Rasch)

Die vielen Glückwünsche beim Jubiläumskonzert des Ruperti-Orchesters im Traunreuter k1 kamen von Herzen. Aber das schönste Geschenk zum 50. Geburtstag machte sich das Orchester mit seinem Auftritt. Das glanzvolle Konzert aus Oper, Musical und Filmmusik und nicht zuletzt einer Uraufführung war heftig umjubelt. Auch die Solistin Ulrike Sych eroberte sich im fast ausverkauften Saal die Herzen des Publikums im Sturm.


Das Zusammenwirken der vielseitigen Sopranistin mit dem Orchester, das den Abend mit Verdis Ouvertüre aus »Nabucco« eröffnete, war absolut perfekt – vor allem bei dem Lied »I could have danced« aus »My fair Lady« von Frederik Loewe. Herrlich waren auch die Arien der Zerlina »Batti, batti, o bel Masetto« aus der Oper »Don Giovanni« von Wolfang Amadeus Mozart und der Violetta aus Giuseppe Verdis »La Traviata«. Mit Werken von Tschaikowsky und einem Querschnitt aus dem Musical »Anatevka« setzte das hochrangig besetzte Orchester weitere Glanzpunkte und überzeugte als Laienorchester mit einer beachtlichen und mutigen Leistung. Mutig auch deshalb, weil es sich um anspruchsvolle Werke handelte, die durch ihrem Bekanntheitsgrad automatisch einen professionellen Vergleich herausfordern. Mit einem mächtigen Trommelwirbel setzten die weit über 50 Musiker mit Filmmelodien aus »Fluch der Karibik« zum krönenden Konzertabschluss an. Die Zuhörer waren begeistert und forderten Zugaben, die gerne erfüllt wurden.

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Bravorufe gab es auch für die Uraufführung der Tanzouvertüre von Ramiz Tahiri zu Beginn des zweiten Teils. Der aus dem Kosovo stammende Komponist, den mit der Musikschule Traunwalchen eine jahrelange Freundschaft verbindet, hat diese mystisch-orientalisch angehauchte Tanzouvertüre dem Orchester zum Geburtstag gewidmet. Tahiri, der heute in Berlin lebt und auch persönlich anwesend war, war von der Interpretation ebenso begeistert wie das Publikum.

Angesprochen auf sein musikalisches Geburtstagsgeschenk, sprach er dem Orchester seine Hochachtung aus. Der 62-Jährige strahlte übers ganze Gesicht und zeigte zugleich Emotionen, als er auf die Bühne gebeten wurde. »Ich bin überwältigt, der ganze Abend hat mich begeistert«, schwärmte er gegenüber der Berichterstatterin. Die Leistung des Orchesters unter der Leitung von Richard Kalahur verdiene höchste Anerkennung. Man habe gespürt, mit wie viel Begeisterung, Enthusiasmus und Hingabe das Orchester mit seinem Maestro das anspruchsvolle Programm gemeistert habe.

Für das Jubiläumskonzert hatte sich das Orchester Größe vorgenommen und diese in jeder Hinsicht gezeigt. Mehr Musiker hätte die große k1-Bühne nicht mehr vertragen. Alle Stimmen – von der Violine über die Bläser bis hin zur Pauke – waren großartig besetzt und sorgten für ein glanzvolles Musikereignis. Dass sich das Orchester seit nunmehr 50 Jahren behaupten kann und zum Symphonieorchester angewachsen ist, ist quasi zwei »Vätern« zuzuschreiben: »Zum einem dem Publikum, das einem die Treue hält und zum anderen den Mitgliedern, die zum Teil weite Wege zu den Proben auf sich nehmen«, sagte die Vorsitzende Bettina Nowak bei der Begrüßung.

Ein besonderer Dank galt Lorenz Huber, der seit der Gründung der damaligen »Orchestervereinigung Traunreut e.V.« noch heute aktiv im Orchester musiziert. Der Traunreuter habe sich um das Orchester in hohem Maße verdient gemacht, ob als verantwortlicher Finanzier oder als Organisator, sagte Nowak. Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde er vom Landesverband Bayerischer Liebhaberorchester (LBLO) mit der Ehrennadel des ausgezeichnet. Die Auszeichnung überreichte ihm die Präsidentin des LBLO, Frauke Peuker-Hollmann. Engagierte Personen, wie Lorenz Huber gebe es heutzutage nicht mehr viele, stellte die Präsidentin heraus und würdigte die Entwicklung des Orchesters, das zu einem festen Begriff im Chiemgauer Musikleben geworden sei.

Geburtstagsgrüße übermittelte auch Bürgermeister Franz Parzinger. Das Orchester habe sich in einer Zeit zusammengefunden, in der die Menschen mit anderen Problemen zu kämpfen gehabt hätten. Umso mehr verdiene diese mittlerweile über Jahrzehnte erbrachte Leistung Respekt und Anerkennung. Respekt zollte er auch dem Dirigenten Richard Kalahur, der das Orchester seit 1991 in großartiger Weise leite und weiterentwickelt habe. Sein Wunsch sei es, dass dieser erfolgreiche Weg weitergeführt und in 25 Jahren ein weiteres Jubiläum gefeiert werden könne.« ga