Großangelegter Übungstag in Tacherting – Einsatzkräfte proben den Ernstfall
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Foto: Hubert Hobmaier

Großangelegter Übungstag in Tacherting – Einsatzkräfte proben den Ernstfall

Tacherting – Der Kreisfeuerwehrverband Traunstein hatte zusammen mit den Feuerwehren Tacherting, Emertsham und Peterskirchen zu einem großangelegten Übungsnachmittag geladen, dem nahezu 200 Helfer der heimischen Hilfs- und Rettungsorganisationen gefolgt sind. An verschiedenen Übungsstationen trafen die Teilnehmer auf teils knifflige Aufgabenstellungen. Tachertings Bürgermeister Werner Disterer machte sich vor Ort selbst ein Bild und sagte bei der Nachbesprechung „ich war sehr beeindruckt“.


Sieben verschiedene Übungsszenarien hatten sich die Planer der Feuerwehren im Vorfeld überlegt und ausgearbeitet. Dabei wurde konsequent darauf geachtet, dass eine möglichst große Bandbreite an Aufgabenstellungen angeboten wird. Vom Fahrradsturz über einen Betriebsunfall in einer Zimmerei oder einem Brandmeldealarm in der Schule bis hin zum Verkehrsunfall, der sich als Gefahrguttransport entpuppte oder einen Sturz in einen Versorgungsschacht „war alles dabei“.

Unter anderem kam auch der Brandmeldeanlagenübungsanhänger des Kreisfeuerwehrverbandes zum Einsatz. Zahlreiche ortsansässige Betriebe haben ihr Betriebsgelände oder Fahrzeuge für die Übungen zur Verfügung gestellt. Zudem hatte die Gemeinde insbesondere mit dem Bauhof die Vorbereitungen und Durchführung unterstützt. „Alles keine Selbstverständlichkeit und dafür danke ich allen Helfern und Unterstützern von Herzen“, so der Hauptorganisator Alexander Heide.

Die Mitglieder der Feuerwehr-Führungsstelle „Alz“ im Feuerwehrhaus Trostberg haben die Koordination der Einheiten übernommen und stets darauf geachtet, dass es während des Nachmittages keine allzu langen Wartezeiten gibt und die Teilnehmer „durchgehend beschäftigt waren“. Dort hatte auch die Einsatzleitung der Rettungsdienste „ihre Zelte aufgeschlagen“, und so konnten auch die Einsatzleitungen selbst, die Zusammenarbeit üben und Abläufe trainieren.

Die Verletzen Darsteller wurden durch Helfer des Malteser Hilfsdienstes sowie vom Roten Kreuz vorbereitet und präsentierten sich mitunter mit täuschend echten Verletzungen, die bei manch einen Übungsteilnehmer zunächst nicht von „echten Verletzten“ zu unterscheiden waren. „Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt, was ihr da auf die Beine stellt“, sagte Kreisbrandinspektor Georg König, der die Übungssamstage für den Kreisfeuerwehrverband federführend begleitet.

Den Dreh- und Angelpunkt des Tages bildete das Feuerwehrhaus in Tacherting. Von dort aus starteten die Teilnehmer ihre Übungen und kehrten nach dem Abschluss dort auch wieder zurück. Mit dem Mannschaftstransportwagen der Feuerwehren Emertsham und Tacherting hatten Zuschauer zusätzlich die Möglichkeit, an die verschiedenen Übungsorte im Gemeindegebiet zu gelangen und den Akteuren bei der Bewältigung ihrer Aufgabenstellungen „über die Schulter zu schauen“. Zum Abschluss des Tages bildete die Fahrzeughalle den Treffpunkt zur Nachbesprechung und einer gemeinsamen Brotzeit.

Kreisbrandmeister Alexander Heide lobte die gastgebenden Feuerwehren, „die Übungen waren hervorragend ausgearbeitet und vorbereitet“, freute er sich. Walter Hofstetter, Kommandant der Feuerwehr Tacherting freute sich insbesondere darüber, „dass auch eine Hochleistungspumpe in den Übungsnachmittag eingebunden war“. Seiner ersten Einschätzung nach, „ist der Nachmittag durchaus positiv verlaufen und für viele Teilnehmer ergaben sich zahlreiche Lernmöglichkeiten“.

Helmut Frank vom Bayerischen Roten Kreuz stellte am Ende fest, „dass jeder einzelne Übungssamstag die Zusammenarbeit aller Organisationen fördert. Gerade mit Blick auf die zunehmenden Großschadenslagen gewinnt dies zusehends an Bedeutung“, so seine Einschätzung.

Etwa 90 Feuerwehrkräfte aus Tacherting, Peterskirchen, Emertsham, Trostberg, Heiligkreuz, Oberfeldkirchen und die Werkfeuerwehr Chemieparkt Trostberg beteiligten sich an dem Übungssamstag. Darüber hinaus übte einer der vier Hochleistungspumpenzüge die Abläufe. Beteiligt waren dort die Feuerwehren Hart, Kirchanschöring und Palling. Zusätzlich trainierten die Feuerwehren Grabenstätt und Oberwössen das Vorgehen „Warnen der Bevölkerung“. Auf Ihren Fahrzeugen waren spezielle Lautsprecher montiert, aus denen Sprachdurchsagen vom Band gelaufen sind. Das Fahrzeug der Feuerwehr Übersee musste auf dem Weg nach Tacherting umdrehen, da es zu einem Einsatz auf die Autobahn gerufen wurde.

Rund 30 Sanitäter des Roten Kreuzes, der Wasserwachten aus Traunstein und Seeon sowie der DLRG Seeon-Truchtlaching nutzten den Tag, um speziell die medizinischen Herangehensweisen zu üben. Das Technische Hilfswerk war mit Mitgliedern der Ortsgruppen Traunstein und Traunreut in den Übungsbetrieb eingebunden. Die Betreuungsgruppe des Malteser Hilfsdienstes aus Traunstein zeigte sich insbesondere für das leibliche Wohl der Einsatzkräfte verantwortlich und nutze die Möglichkeit, den Teilnehmern ihre neue „mobile Großküche“ zu präsentieren, die zukünftig rund um die Uhr zu Einsätzen angefordert werden kann.

Darüber hinaus waren eine ganze Reihe Übungsbeobachter notwendig, die im Anschluss an die Übungen ein direktes Feedbackgespräch geführt und die Abläufe reflektiert haben. Diese wurden aus den Reihen der Kreisbrandinspektion sowie von erfahrenen Einsatzkräften aus den Reihen des Kreisfeuerwehrverbandes rekrutiert. „Gerade die Übungsbeobachter selbst lernen immer wieder dazu, da Herangehensweisen der Teilnehmer immer mal wieder vom Drehbuch abweichen und alternative Wege aufzeigen, die ebenfalls zielführend sind“, so Georg König, der sich im selben Atemzug bei allen bedankte, die den Tag in Tacherting unterstützt haben.

„Ich war selbst nie bei der Feuerwehr, bin aber von diesem sehr interessanten Nachmittag schwer beeindruckt“, sagte Tachertings Bürgermeister Werner Disterer und ergänzte, „dass es heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist, sich ehrenamtlich zu engagieren und dafür danke ich euch im Namen der Gemeinde Tacherting“. Auf die Einladung der Gemeinde Tacherting hin, bildete ein gemeinsames Abendessen den Abschluss des Tages, bei dem noch so manch eine Übungssituation nachbesprochen wurde.

Da Corona in den turnusmäßigen Übungssamstagen eine „Zwangspause“ verursacht hat und einige dieser Tage in den vergangenen beiden Jahren nicht durchgeführt werden konnten, wird es heuer noch zwei weitere Termine geben. In Eisenärzt sind die Planungen für den 17.9. bereits voll im Gange und in Staudach ist am 8.10. ein Übungstag geplant. An beiden Tagen werden insbesondere die Hilfskräfte im südlichen Landkreis die Möglichkeit zum organisationsübergreifenden Üben bekommen. Ein weiterer Tag konnte bereits in den vergangenen Wochen in Törring durchgeführt werden.

Hob