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Große Suchaktion am Röthbach-Wasserfall: Eheleute vermissen sich gegenseitig

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Foto: BRK BGL

Schönau am Königssee – Ein vermeintlicher Bergunfall am Röthbach-Wasserfall südlich oberhalb des Obersees hat sich als ein großes Missverständnis herausgestellt. Insgesamt waren die Retter der BRK-Wasserwacht am Donnerstag bei fünf Einsätzen rund um den Königssee gefordert.


meldete eine Frau ihren 55-jährigen Mann über Dritte als vermisst, da er beim Wandern im Bereich des Röthbach-Wasserfalls verschwunden war. Während Ersthelfer, Bergwacht, Wasserwacht und ein Hubschrauber aufwendig nach dem 55-Jährigen suchten und von einem Unfall ausgingen, tauchte plötzlich der Mann bei der Schifffahrt auf und meldete dort wiederrum seine Frau als vermisst.

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Die Einsatzkräfte konnten beide unversehrt wieder zusammenbringen. Darüber hinaus waren die BRK-Wasserwacht und die Bergwacht aufgrund der vielen Menschen und des schönen Wetters den ganzen Tag über bei vier weiteren Einsätzen am Königssee gefordert.

Gegen 9 Uhr rückte die Wasserwacht Berchtesgaden an den Obersee aus: Ein Taiwanese hatte bereits am Mittwoch seinen Rucksack am See verloren. Nachdem im Rucksack neben Geld und Handy auch die Reisepässe der ganzen Familie waren, bat der Mann die Wasserwacht um Hilfe. Die ehrenamtlichen Retter fuhren mit dem Mann nach Salet, suchten den Weg am Obersee ab und könnten dann den gefundenen Rucksack an den Touristen übergeben.

In der Mittagszeit wurden Berg- und Wasserwacht zu einem Einsatz am Rinnkendlsteig alarmiert, wo ein Münchner rund 60 Meter tief abgerutscht war und sich eine Armfraktur zugezogen hatte.

Große Vermisstensuche am Röthbach-Wasserfall

Gegen 17.20 Uhr ging dann die Vermisstensuche nach dem 55-Jährigen aus Niederbayern am Röthbach-Wasserfall ein. Die Frau war bei der gemeinsamen Tour im Aufstieg über den Röthsteig wieder umgekehrt und abgestiegen, hatte sich in der Wiese ausgeruht und auf ihren Mann gewartet, der weiter gegangen war, um noch zu fotografieren – als er nicht mehr auftauchte, ging sie vom Schlimmsten aus.

Weitere Wanderer halfen ihr und setzten einen Notruf ab. Der Einsatzleiter forderte zur Unterstützung die Wasserwacht Berchtesgaden, den Rettungshubschrauber „Christoph 14“, den Technikbus der Bergwacht-Region Chiemgau und einen Polizeihubschrauber zur Handy-Ortung an. Im Pendelverkehr brachten „Christoph 14“ und die Wasserwacht die Einsatzkräfte und Material über den Königssee nach Salet und zum Röthbach.

Nach einiger Zeit meldete sich dann bei der Schifffahrt an der Seelände der 55-jährige Mann, der wiederrum seine Ehefrau vermisst melden wollte. Nach kurzer Zeit konnten die Einsatzkräfte die beiden Eheleute wieder vereinen und die große Suche abbrechen. Die Frau hatte ihr eigenes Handy lautlos im Rucksack ihres Mannes deponiert und konnte ihn deshalb nicht erreichen – der Mann hatte zudem eine neue Handynummer, die die Frau nicht kannte. Der Mann war von Salet aus ohne seine Frau mit dem Boot zur Seelände zurückgefahren. Der Kriseninterventionsdienst der Bergwacht war zur Betreuung der Frau im Einsatz, die sich große Sorgen machte, dass ihr Mann abgestürzt sein könnte.

Während des Einsatzes war die Reichenhaller Bergwacht am Predigtstuhl unterwegs, um eine Wanderin mit Knieproblemen abzuholen und ins Tal zu bringen. Die Frau war mit weiteren Leuten zwischen Dreisesselberg und Hochschlegel unterwegs und schaffte selbst noch den Abstieg bis zur Schlegelmulde. Von dort aus holte sie die Bergwacht ab und brachte sie mit der Predigtstuhlbahn ins Tal zurück, die dafür extra nach Dienstschluss wieder den Betrieb aufnahm.

Bei einer Rückfahrt von Salet zur Seelände schickte die Leitstelle die BRK-Wasserwacht zu einem Mann am Ostufer zwischen Königsbachfall und dem Anleger Kessel, der den verfallenen Steig verloren hatte und zum See abgestiegen war. Danach mussten sie noch eine Familie mit zwei Kindern von Salet zur Seelände zurückbringen. red/BRK BGL