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Großer Andrang in den Praxen der Hausärzte

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Die Hausärzte impfen jetzt gegen Corona. Die Nachfrage in den Praxen ist groß, der Impfstoff aber knapp. Foto: dpa

Traunstein – Wie andernorts haben auch die Hausärzte im Landkreis Traunstein dieser Tage damit begonnen, die Patienten in ihren Praxen gegen Corona zu impfen. Überaus viele Bürger wollen sich gegen Covid schützen – die meisten von ihnen müssen sich aber noch in Geduld üben. Denn der Impfstoff, der den Hausärzten zur Verfügung steht, reicht längst nicht für alle, die sich schon gemeldet haben. »Die Nachfrage ist enorm groß. Sie übersteigt ein Mehrfaches der gelieferten Mengen«, sagte Dr. Melanie Kretschmar, die Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbands (ÄKV) Traunstein, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.


Nach und nach haben die Hausärzte in Bayern die Impfungen aufgenommen. Einzelne von ihnen wie im Landkreis Hof hatten schon vor einiger Zeit die Ersten vor Covid geschützt. Der landesweite Impfstart begann dann in der vergangenen Woche in 1635 Praxen. Und nach Ostern haben sich immer mehr Hausärzte eingeklinkt. Die Kassenärzt-liche Vereinigung Bayerns (KVB) geht davon aus, dass nun Impfungen in rund 8500 Praxen erfolgen.

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Grundsätzlich können alle niedergelassenen Ärzte, Fachärzte und ärztliche Psychotherapeuten in Bayern den Impfstoff bestellen, erklärte eine Sprecherin des Bayerischen Hausärzteverbands (BHÄV). Die Bestellung erfolge nach Bedarf bei den Apotheken. Anfangs stünden den Praxen im Schnitt aber nur zwischen 18 bis 48 Impfdosen pro Woche zur Verfügung.

Auch im Landkreis Traunstein ist nun ein flächendeckendes Angebot in den Praxen gegeben. »Soweit uns bekannt ist, haben sich alle Hausärzte und Hausärztinnen zur Impfung gemeldet«, berichtet Dr. Kretschmar. Und weiter sagt sie: »Wir impfen seit dieser Woche.«

Fürs Erste verabreichen die Hausärzte im Landkreis Traunstein ausschließlich den Impfstoff von Biontech-Pfizer. Allein dieses Vakzin kommt in den Praxen zum Einsatz. Für die laufende und die nächste Woche ist den Hausärzten nach Angaben der Vorsitzenden des ÄKV Traun-stein der Impfstoff von Biontech/Pfizer geliefert be-ziehungs-weise zugesagt worden. »Wie es dann weitergeht, wissen wir alle nicht.«

Überschaubar sind die Vakzin-Mengen, die in den Arztpraxen im Landkreis Traunstein bisher eingetroffen sind. »Diese Woche haben wir alle zwischen 18 und 24 Impfdosen erhalten«, berichtet Dr. Kretschmar. Die Lieferung des Vakzins sei im Einzelfall jeweils über die Apotheke erfolgt, die die Praxis des Hausarztes versorgt. Jeder verfüge üblicherweise über so eine Apotheke.

Sehr groß ist die Nachfrage in den Praxen, viele wollen sich impfen lassen – aber viele müssen sich vorerst in Geduld üben. Der vorrätige Impfstoff ist begrenzt. Über eine einheitliche Regelung, wer unter den Patienten wann zum Zug kommt, verfügen die Hausärzte im Landkreis Traunstein nicht. Über die Terminvergabe sagt Kretschmar: »Da hat jede Praxis eine eigene Lösung gefunden. Das sollten die Patienten und Patientinnen individuell erfragen.«

Begonnen haben die Impfungen. Doch fürs Erste bekommen die Hausärzte längst nicht so viele Impfdosen, wie sie gerne erhalten würden. Und so haben sie, wenn sie in die nahe Zukunft blicken, vor allem einen Wunsch: »Wir hoffen«, sagte Kretschmar, »auf größere Mengen Impfstoff, was wohl ab Mai auch zu erwarten ist.« pü

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