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Großer Empfang für das Bayerische Staatskabinett

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Ministerpräsident Horst Seehofer suchte bei seiner Ankunft in Traunstein gleich das Gespräch mit den Passanten. Landrat Siegfried Walch (rechts) hieß ihn im »schönsten Landkreis Bayerns, Deutschlands und der Welt« willkommen. Weitere Bilder vom Empfang finden Sie auf unserer Internetseite unter www.traunsteiner-tagblatt.de. (Fotos: Bauer)
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Schlangestehen fürs Goldene Buch: Ministerpräsident Horst Seehofer und sein komplettes Staatskabinett trugen sich beim Empfang vor dem Landratsamt ins Goldene Buch des Landkreises ein.

Traunstein – Was für ein Empfang: Der Himmel weiß-blau, dazu ein flotter Marsch von der Blaskapelle Traunwalchen, Salutschüsse der Gebirgsschützenkompanie Traunstein und Häppchen von den Hauswirtschaftsschülerinnen der Berufsschule III. Von ihrer besten Seite präsentierte sich die Region beim Empfang der »ganzen Kompetenz der Bayerischen Staatsregierung«, wie es Landrat Siegfried Walch formulierte, auf dem Papst-Benedikt-Platz vor dem Landratsamt.


»Für die Praxis gibt es keinen Ersatz«

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Ministerpräsident Horst Seehofer und sein komplettes Kabinett mit allen Ministern und Staatssekretären reisten an, um im großen Saal des Traunsteiner Landratsamts zu tagen. Eine schöne, aber auch notwendige Tradition, so der Ministerpräsident bei seiner kurzen Ansprache, »denn es gibt für die Praxis keinen Ersatz«. Darum tage das Kabinett ein paar Mal im Jahr auch außerhalb des Landtags, zuletzt im niederbayerischen Kloster Aldersbach. »Diese externen Sitzungen haben uns und den Regionen immer viel gebracht.«


Rund um den Papst-Benedikt-Platz hatten sich viele Schaulustige und Pressevertreter versammelt und verfolgten, wie ein dickes Fahrzeug nach dem anderen mit den bayerischen Ministern vorfuhr. Manch einer wandte sich auch gleich an die Passanten und schüttelte eifrig Hände. Auch der Ministerpräsident – bestens gelaunt – hielt einen kurzen Ratsch. Dabei klopfte er Landrat Walch auf den Rücken und meinte: »Und ... ist er ein guter Landrat?« Die älteren Damen am Straßenrand nickten eifrig. Walch wiederum hieß Seehofer »im schönsten Landkreis Bayerns, Deutschlands und der Welt« willkommen. Freilich sage das jeder Landrat, er sei aber der Einzige, der dabei nicht lüge.


Das selbstbewusste, humorvolle Auftreten des jungen Landrats beeindruckte Seehofer. Denn er sagte später: Bisher habe er es mit Franz Josef Strauß gehalten, der gesagt habe, das schönste Amt sei das des bayerischen Ministerpräsidenten. »Das muss ich jetzt korrigieren: Das schönste Amt ist das des Landrats, hier in Traunstein.«


19. April – ein besonderes Datum für die Region


Der 19. April sei für den Landkreis ein besonderes Datum, sagte Walch in seiner Begrüßung. Vor genau elf Jahren sei Papst Benedikt XVI. gewählt worden. Der Empfang finde nun auf dem Papst-Benedikt-Platz statt und das Gebäude, in dem er sein Büro habe, sei das Schulhaus des emeritierten Papstes gewesen. Es sei eine besonders schöne Region, die sich das Staatskabinett für seine Tagung ausgesucht habe, aber auch keine sorgenfreie. Walch wies auf die »heterogene Wirtschaftsstruktur« der Alpenregion hin. Um diese zu fördern, sehe er Handlungsbedarf. Geprägt sei die Region aber auch vom Tourismus. Hier forderte Walch »Waffengleichheit mit den Nachbarn«. In Tirol werde der Tourismus vom Staat stärker gefördert. Deshalb drängte Walch auch diesseits der Grenzen auf Finanzhilfen, um Privatvermieter und Hoteliers bei Investitionen zu unterstützen. Weitere Unterstützung forderte er auch in Sachen Infrastruktur und sprach kurz den Ausbau der Autobahn an. »Die Infrastruktur ist die Grundlage unseres Wohlstands.«


Besonders am Herzen lag Walch aber das Thema Asyl. Auch wenn der Ansturm »dank entschlossener Regierungen« gerade weniger geworden sei, stehe die Grenzregion vor großen Herausforderungen. Der Landrat drängte auf eine konsequente Haltung bei der Rückführung jener, die kein Bleiberecht bekommen, und bei der Abschiebung straffällig gewordener Asylbewerber. Den Ministerpräsidenten bezeichnete er in dem Zusammenhang als »unseren Anwalt«. Die Integration all jener, die hier bleiben, sei Aufgabe der Kommunen. »Aber das schaffen wir nur, wenn alle anderen konsequent zurückgeführt werden!«


Walch überreichte Seehofer einen Geschenkkorb mit regionalen Spezialitäten, vor allem Honig mit dem Verweis auf das Jahr der Bienen im Landkreis. Für alle anderen Minister hatte er eine regionale Bierauswahl zusammengestellt, »für den Heimweg«. Postwendend gab es auch Geschenke zurück: Sowohl Walch als auch Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel (»wenngleich er die falsche politische Farbe hat«) bekamen von Seehofer den Bayerischen Löwen überreicht.


»Mit Bravour Herausforderung gemeistert«


Seehofer kritisierte beim Thema Asyl sogleich den Kurs der Bundeskanzlerin. Die Situation der letzten Monate in den Grenzregionen hätte man »mit anderen Entscheidungen in Berlin vermeiden können«. Mit Bravour habe die Region aber die immense Herausforderung gemeistert. Seehofer sprach von einer »Visitenkarte der Menschlichkeit«. Die deutlich geringeren Zuwanderungszahlen derzeit habe man nur den Freunden in Österreich und entlang der Balkanroute zu verdanken, so Seehofer. »Wir wollen Humanität und Integration. Das kann aber nur gelingen, wenn es bei der Begrenzung der Zuwanderung bleibt.«
Ehe sich das Staatskabinett in den Sitzungssaal des Landratsamts zurückzog, trugen sich alle Minister noch ins Goldene Buch des Landkreises ein. Die Sitzung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. KA