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Philipp Reiter, Toni Palzer, die Shreddys und als Hauptact Simon Thussbas bei 8. Winteropening in Bad Reichenhall

Großes Kino und eine Skiabfahrt in einen Vulkankrater

Bad Reichenhall – Wenn regionale Ski- und Berg-Spitzensportler zusammenkommen, um ihre Filme und Bilder aus der Vorsaison zu zeigen, dann ist in Bad Reichenhall Winteropening-Zeit. Heuer bereits zum achten Mal. Einzigartige und packende Projekte, emotionale Momente, all das steht am Donnerstag, 22. Oktober, auf dem Programm. Diesmal aufgrund der Sperrung des großen »Magazin 4«-Saals auf einer noch größeren Bühne: im Kurgastzentrum mit Riesenleinwand und Bildern im 16:9-Kinoformat. Einlass ist ab 19.30 Uhr, los geht's um 20 Uhr, Martin Dufter von Veranstalter Riap-Sport übernimmt einmal mehr die Moderation. Das Winteropening gilt seit Jahren als willkommener Start in eine neue Ski-Saison.

Spektakuläre Aufnahmen als Fotos und in bewegten Bildern erwartet die Besucher beim 8. Winteropening im Reichenhaller Kurgastzentrum. (Foto: Stefan Wiebel)

Der Reichenhaller Stefan Wiebel hat nach dem Erfolg im letzten Jahr auch heuer den Zusammenschnitt übernommen. Sein mit eindringlichen Tönen unterlegtes Intro eröffnet den abwechslungsreichen Abend, an dem sich alles ums Skifahren, Bergsteigen und Klettern dreht und somit ums Draußensein, ums Bewegen in der Natur und die Abenteuerlust der »jungen Wilden« – einer neuen Generation an unbeschwert auftretenden Sportlern voller Ideen und Tatendrang.

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Der Auftakt obliegt Philipp Reiter mit einem 15-minütigen Kurzfilm über seinen Lauf rund um den Großglockner: Unter dem Motto »A run around my life« erfüllte sich der 24-jährige Reichenhaller einen Berglauf-Trailrunning-Traum. Dazu gibt es interessante Interview-Sequenzen seiner befreundeten Begleiter, heimische Berglaufgrößen wie Stephan Tassani-Prell oder Stephan Repke. Mit dem Inzeller trat Reiter zuletzt erfolgreich als Strecken-Designer beim »Salomon 4 Trails« in Erscheinung, einem viertägigen Berglauf der Superlative.

Ein weiteres Aushängeschild in der heimischen Bergsport-Szene übernimmt den zweiten Abendpart: Toni Palzer aus der Ramsau. Der Weltklasse-Skibergsteiger wurde jüngst beim Dolomitenmann in Lienz Team-Zweiter und hinter zwei Afrikanern Gesamtdritter bei den Profi-Bergläufern. Ziel des 22-Jährigen ist es, an die absolute Weltspitze zu gelangen. Schon im letzten Jahr erzählte er höchst humorvoll von seinen »Unternehmungen«, diesmal zeigt Palzer eine kurze Sequenz seines Sports, actionreich und energiegeladen: Ein mehr als ambitionierter Spitzenathlet auf dem Weg nach oben.

Für reichlich Lachtränen sorgten im letzten Jahr auch die »Shreddys«, eine lustige Truppe junger Leute, die immer wieder mal aufbricht, um neue Wege in den Bergen zu bestreiten: Mit ihren Zelten besuchen sie einsame Bergtäler, campieren, chillen reichlich, versorgen sich selbst und unternehmen Tages- und Halbtagesausflüge mit ihren Skiern und Boards. Von diesen Touren bringen die Freerider stets reichlich kuriose Geschichten mit nach Hause, die sie den Winteropening-Gästen wieder gerne in ihrer lockeren Art erzählen werden. »Wir waren im April für eine Woche in einem verlassenen Tal in der Schweiz mit den Tourenski unterwegs und haben's uns gut geh'n lassen. Jeden Tag ein paar Skitouren, frisches eiskaltes Quellwasser trinken, ordentlich einen aufkochen und dann ab ins Zelt in den Schlafsack und sich beim Einschlafen auf den nächsten Tag freuen. Unser Husky Finn war natürlich auch mit dabei und hat die Tiefschneeabfahrten genossen«, erzählt einer der Shreddys, die stets als Gruppe wahrgenommen werden wollen und für die Namen nicht im Vordergrund stehen.

Die Präsentation des Hauptfilms obliegt diesmal Simon Thussbas von der »Mischfabrik«. Mit »Onekotan - The Lost Island« feierte der Reichenhaller jüngst in Salzburg eine erfolgreiche Premiere. Der 28-jährige Profi-Filmer begleitete im vergangenen Winter drei Österreicher auf die russische Insel Onekotan. Hier lebt kein Mensch, der Schichtvulkan Krenizyn dominiert das unbekannte, einsame und nur mit dem Schiff erreichbare Kurilen-Eiland im Pazifischen Ozean. Die fast perfekt runde Caldera ist riesig, besitzt einen Durchmesser von sieben Kilometern. Im Krater selbst befindet sich der entsprechend große Kolzewoje-See, aus dem der Kegel eines neuen, 1 324 Meter hohen Vulkans herausragt. Dieser ist rundum vom Meer umgeben, der See liegt auf einer Höhe von etwa 400 Metern über dem Meeresspiegel und ist rund 200 Meter tief.

Im Winter ist er zugefroren, Simon Thussbas brachte atemberaubende Bilder und eine überraschende Geschichte von dieser 18-tägigen Auftragsarbeit mit nach Hause, nicht nur von der spektakulären Skiabfahrt in den Krater. Der Vulkan brach 1952 zum letzten Mal aus.

Karten gibt es bei Riap Sport in der Salzburger Straße in Bad Reichenhall, via Mail unter info@riapsport.de oder Telefon 08651 / 8428 bestellbar. Ansonsten an der Abendkasse im Kurgastzentrum. Hans-Joachim Bittner