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Grüne nominieren Wolfgang Ehrenlechner

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Wolfgang Ehrenlechner aus Teisendorf will für die Grünen in den Bundestag.

In einer digitalen Versammlung haben die Grünen-Kreisverbände Traunstein und Berchtesgadener Land den Teisendorfer Wolfgang Ehrenlechner als Kandidaten für die Bundestagswahl vornominiert. Er hatte keinen Gegenkandidaten. Der 39-jährige gelernte Bankkaufmann, der Geschäftsführer beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist, erhielt 96 Prozent der abgegebenen Stimmen. 52 Mitglieder beider Kreisverbände waren dabei. Der Bundestagswahlkreis 225 vereint die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land.


Diese digitale Nominierungsversammlung ersetze keine Aufstellungsversammlung im Sinne des Wahlgesetzes, betonte Dr. Bernhard Zimmer. Das Ergebnis müsse noch bei einer Präsenzveranstaltung bestätigt werden.

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Erneuerbare Energien stehen im Brennpunkt

Ehrenlechner umriss die Themen, für die er sich in Berlin stark machen wolle. Zu einer zukunftstauglichen Politik zählen für ihn der Ausbau der Erneuerbaren Energien und verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen sowie eine Verkehrswende. Der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) müsse forciert werden. Das gelte ganz besonders für die Landkreise Traunstein und BGL. Statt eines Ausbaus der A8 solle man ein besser ausgebautes Netz an öffentlichen Verkehrsangeboten schaffen.

Weil es für viele Menschen in der Region selbstverständlich ist, grenzüberschreitend zu leben und zu arbeiten, wolle er sich auch für Europa stark machen. Die europäische Idee habe seiner Meinung nach in den vergangenen Jahren durch die Wiedereinführung der Grenzkontrollen und die zeitweise Schließung der Grenzen im Zuge der Corona-Pandemie stark gelitten. Besondere Unterstützung sagte Ehrenlechner den jungen Leuten zu. Er wolle sich dafür einsetzen, dass jedes Gesetzesvorhaben auf seine Auswirkungen auf zukünftige Generationen untersucht wird.

Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Fragen an Ehrenlechner zu stellen. Ein Mitglied fragte, wie Ehrenlechner die riesige Finanzlast beurteile, die durch Corona den jungen Leuten aufgebürdet werde. Dieser sagte, dass die Schulden natürlich die nachfolgenden Generationen belasten würden, aber sie seien nicht per se nachteilig. Es müsse nach Corona viel investiert werden, freilich in die richtigen Bereiche wie Klimaschutz, Mobilität, Bildung. Dafür sei es legitim, Kredite aufzunehmen.

Wahlalter ist abzusenken

Auf die Frage von Stadt- und Kreisrat Franz Eder aus Laufen, welche konkreten Ziele er in puncto Jugend im Blickfeld habe, meinte er, dass eines der wichtigsten Projekte bei grüner Regierungsbeteiligung das Absenken des Wahlalters sei.

Wie er die Landwirte überzeugen wolle, ihn zu wählen, fragte Kreisrätin Iris Edenhofer. Es müsse vor allem die Kommunikation zwischen Bauern und Politik verbessert werden, so Ehrenlechner. Außerdem wolle er dazu beitragen, dass die Landwirte bei der digitalen Transformation, die auch die ökologisch wirtschaftenden Betriebe betrifft, unterstützt werden.

Wie er sich als möglicher Kandidat gegen andere Kandidaten positionieren wolle, wurde ebenfalls gefragt. Mit einem Augenzwinkern, aber durchaus selbstbewusst, meinte er: »Ich stehe für frische, grüne Politik und will mich um die Belange der Menschen vor Ort kümmern.«

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