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Grüne wollen weniger Pestizide auf Äckern im Freistaat

Durch Schädlingsbekämpfungsmittel sehen die Grünen Insekten, Vögel, das Grundwasser und letztlich auch die Gesundheit der Menschen bedroht. Sie wollen den Einsatz von Pestiziden langfristig stoppen.

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Mähdrescher ernten Raps auf einem Acker. Foto: Patrick Pleul/Archiv Foto: dpanitf3

Landshut (dpa/lby) - Die Grünen setzen sich für eine pestizidfreie Landwirtschaft in Bayern ein. Bis zum Jahr 2030 wollen sie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Äckern halbieren, langfristig sollen gar keine Pestizide mehr ausgebracht werden. Bei ihrer Klausurtagung in Landshut setzte die Grünen-Landtagsfraktion hierfür einen Vier-Punkte-Plan auf. Dieser beinhaltet unter anderem die Reduzierung des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pestiziden sowie die Unterstützung des Ökolandbaus.

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50 Prozent der Tierarten in Bayern seien vom Aussterben bedroht, was auch mit den Ackergiften zu tun habe, sagte der Fraktionsvorsitzende Ludwig Hartmann. Auf deutschen Feldern landen den Grünen zufolge jedes Jahr rund 50 000 Tonnen Pestizide gegen Käfer, Raupen, Blattläuse, Mäuse, Pilze, Mehltau und Unkraut. Das solle die Erträge erhöhen - töte aber nicht nur Schädlinge, sondern entziehe beispielsweise auch Bienen, weiteren Insekten und Vögeln die Lebensgrundlage.

Hartmann verwies auf Rapsmonokulturen. Bienen fänden dort keine anderen Blüten mehr als den in der Regel stark gespritzten Raps. Er forderte, für Bienen entlang von Feldwegen Blühpflanzen anzusäen. «Das würde schon helfen.» Ohne Bienen und andere Insekten könnten viele Nutzpflanzen nicht bestäubt werden, zudem seien sie Nahrung für zahlreiche Vogelarten. Zunächst wollen die Grünen auf staatlichen Flächen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stoppen. Landwirte sollen bei der Umstellung auf einen pestizidfreien Ackerbau finanziell unterstützt werden.

Zu den weiteren Themen der Klausurtagung zählte die Europapolitik. Reinhard Bütikofer, Vorsitzender der Europäischen Grünen und Abgeordneter im Europaparlament, forderte eine stärkere Zusammenarbeit im Bereich der Innen- und Sicherheitspolitik. Bei Terroranschlägen habe sich zuletzt immer wieder gezeigt, dass Länder Informationen über die mutmaßlichen Täter hatten, die den Behörden in dem betroffenen Land aber nicht vorlagen. Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze forderte neben einem Datenaustausch auch grenzüberschreitende Ermittlerteams. «Kriminalität macht nicht an Ländergrenzen halt», sagte sie.