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Guardiola sorgt sich um Alonso - «Glücklicher» Ribéry

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Xabi Alonso (r) hatte im Spiel gegen den VfB Stuttgart 150 Ballkontakte und dabsolvierte 11,8 Kilometer. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

München (dpa) - So flott hat beim FC Bayern noch kein Spieler die Chefrolle übernommen. Last-Minute-Zugang Xabi Alonso war beim ungefährdeten 2:0 des deutschen Meisters gegen den VfB Stuttgart die uneingeschränkte Autorität im Münchner Spiel und der von allen gesuchte Fixpunkt auf dem Fußballplatz.


150 (!) Ballkontakte waren der statistische Beleg für einen neuen «Herrscher im Mittelfeld», der sein Heimdebüt beinahe noch mit dem ersten Bundesligator gekrönt hätte. Sein abgefälschter Schuss in der 72. Minute prallte an die Latte. «Ich habe es genossen, vor dem Münchner Publikum zu spielen», sagte Alonso, auch wenn der Arbeitstag gegen den VfB «mühsam» gewesen sei: «Alles in allem war ich zufrieden.»

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Die rund 7,5 Millionen Euro, die der Rekordmeister für den Ex-Weltmeister, zweimaligen Europameister und amtierenden Champions-League-Sieger im Sommerschlussverkauf an Real Madrid überwiesen hatte, bringen auf Anhieb Rendite. Der Spanier füllt im Mittelfeld das riesige Loch, das sich durch die Ausfälle seiner Landsleute Thiago und Javi Martínez sowie von Weltmeister Bastian Schweinsteiger aufgetan hat. Alle hören auf Alonsos Kommando. «Ich bin der Verbindungsmann zwischen Verteidigung und Angriff», beschrieb er seine Rolle als zentrale Figur des Bayern-Spiels.

Pep Guardiola ist begeistert und besorgt zugleich. «Mit Xabi Alonso haben wir viel verbessert im Aufbauspiel. Er hat das Auge für den kurzen Pass, für den langen Pass, er ist intelligent im Defensivverhalten», schwärmte der Trainer bei seiner Laudatio am Samstag. Guardiola blickt aber auch mit Sorgenfalten auf das geballte Programm mit sieben Spielen in 22 Tagen. «Xabi ist 32. Wenn wir das Spiel kontrollieren, kann er alle drei Tage spielen. Wenn er aber ständig vor und zurück muss, ist er in einem Monat tot!» 11,8 Kilometer lief Xabi Alonso, so viel wie kein anderer Akteur.

Die Dominanz und Spielkontrolle der zurückliegenden Rekordsaison bringen die Bayern einfach noch nicht wieder auf den Rasen. In der Tabelle mischen sie trotzdem schon wieder oben mit. Beim Sieg gegen harmlose Stuttgarter, die ihre zwölfte Pflichtspielniederlage in Serie gegen den FC Bayern kassierten, gab es aber schon keinen Einbruch mehr nach der Pause, wie Thomas Müller an seinem 25. Geburtstag betonte. «Das war zuletzt unser Schwachpunkt. Es war kein Schützenfest, aber ein sehr souveräner Sieg», sagte Müller nach den Toren von Mario Götze (27. Minute) und Franck Ribéry (85.).

Das 22 Minuten kurze Saisondebüt von Ribéry war lang genug, um neben der Turbo-Integration von Xabi Alonso als Mutmacher für den Champions-League-Start gegen Manchester City zu dienen. «Wir brauchen Franck. Ich weiß, wie wichtig er für uns ist», erklärte Guardiola: «Wir brauchen gerade sein Talent im Eins gegen Eins.»

Vollbart-Träger Ribéry gab gleich wieder Vollgas auf dem Flügel. Sein 64. Liga-Tor gab ihm Auftrieb, der Franzose drängt zurück in die Startelf. «Training und Spiel sind komplett anders. Ich brauche jetzt wieder Rhythmus und Spiele», betonte Ribéry. «Franck war glücklich in der Kabine», berichtete Torwart Manuel Neuer.

Manchester City kann kommen, für Xabi Alonso, für Ribéry, für den FC Bayern - aber nicht für Holger Badstuber: Der Nationalspieler erlitt im dritten Ligaspiel nach seinem langersehnten Comeback einen Muskelsehnenriss im linken Oberschenkel. Der 25-Jährige muss operiert werden und werde erneut «längerfristig» ausfallen, wie der Verein am Sonntag mitteilte. Gegen ManCity wird Badstuber, der sich nach zwei Kreuzbandrissen gerade zurückgekämpft hatte, erstmals fehlen, für seine Teamkollegen dagegen gilt. «Wir wollen gut starten in die Champions League. Und wenn der FC Bayern zu Hause spielt, will er gewinnen», verkündete Kapitän Philipp Lahm.

Dem VfB Stuttgart ist der Saisonstart komplett misslungen. Raus im DFB-Pokal, sieglos in der Bundesliga. «Dass es nicht einfach wird, war mir schon klar», sagte Trainer Armin Veh. Der Rückkehrer war mit Abwehr und Spielaufbau zufrieden, vermisste aber «den Mut, auch mal mit drei Leuten in den gegnerischen Strafraum zu gehen». Auch Angreifer Martin Harnik sieht in der Offensive «derzeit unsere größte Baustelle». Nationalspieler Antonio Rüdiger mahnte «mehr Willen» bei jedem Einzelnen an. Veh erinnerte aber auch an die Qualitäten des Gegners, besonders eines Mannes: «Wenn man sich so einen wie Xabi Alonso ansieht - das ist ja nun kein Blinder...»

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