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Güterhallenstraße soll verlegt werden

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Im Eckpunktepapier hat der Stadtrat festgelegt, dass die Güterhallenstraße an die Gleise verlegt werden soll. (Foto: Wannisch)

Traunstein – Seit fast zwei Jahrzehnten wird darum gerungen, wie das Bahnhofsareal West für die Stadt Traunstein weiterentwickelt werden kann. Nun einigte sich der Stadtrat einstimmig auf Eckdaten, die bei der künftigen Planung berücksichtig werden sollen.


So gibt das Gremium vor, dass ein Parkhaus und eine Verlegung der Güterhallenstraße an die Bahngleise hin einzuplanen sind. Außerdem soll auf der Fläche, die das ehemalige BayWa-Gelände, die Brachfläche östlich der Güterhallenstraße und die Güterhalle umfasst, Wohnbebauung mit bis zu sieben Geschoßen entstehen; darunter auch bezahlbarer Wohnraum.

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Eine zu laxe Formulierung, wie Stadträtin Walburga Mörtl-Körner (Grüne) kritisierte: »Bezahlbarer Wohnraum, das ist ein völlig undefinierter Begriff«. Sie forderte daher, die Formulierung auf »sozialgeförderten Wohnraum« zu ändern und eine feste Quote schon in den Eckdaten festzulegen. Dem entgegnete Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD), dass es »in unser aller Sinne ist, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht«, er aber davor warne, in so einem frühen Planungsstadium bereits einengende Vorgaben wie Quoten zu machen. Diesem Argument folgte auch Dr. Christian Hümmer (CSU): »Ich glaube, dass wir als Stadtrat derzeit einfach nicht kompetent genug sind, eine Zahl oder Vorgabe für sozialen Wohnungsbau zu machen.« Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) sprach sich ebenfalls gegen eine vorschnelle Festlegung aus: »Eventuell ist bei den Investoren ja nachher noch viel mehr beim Thema sozialer Wohnungsbau herauszuholen.«

Jugendreferent Thomas Stadler (Grüne) wollte wissen, ob das Thema Jugendzentrum beim derzeitigen Planungsstand berücksichtig wurde. Dem entgegnete Oberbürgermeister Kegel, dass man bei den Eckpunkten den Gebietstyp als »Urbanes Gebiet« festgesetzt habe. So können hier neben Wohngebäuden auch Geschäfts- und Bürogebäude, Einzelhandel und Beherbergungsbetriebe angesiedelt werden, aber auch Anlagen für Verwaltung, kirchliche, kulturelle, soziale oder gesundheitliche Zwecke – also auch ein Jugendzentrum.

Dennoch wird es noch dauern, bis tatsächlich klar ist, was genau auf dem Bahnhofsareal West entsteht. Denn in einem nächsten Schritt sind nun mit allen Grundstückseigentümern städtebauliche Verträge, insbesondere über die Aufteilung der anfallenden Planungskosten sowie der Kosten für Gutachten zu Verkehr, Lärm, Alt- und Kriegslasten abzuschließen. Zudem will die Bundeseisenbahnvermögen (BEV), der die Brachfläche derzeit gehört, das Grundstück veräußern. Zur Wertbestimmung des Geländes mittels eines Gutachtens war allerdings erst der Beschluss der Eckdaten nötig. Diese werden nun der BEV überstellt. Die Stadt hat anschließend das Vorkaufsrecht.

Wie hoch der Wert des Grundstücks zu bemessen ist, lässt sich nach Aussage der Stadtverwaltung schwer einschätzen, da auf dem Gelände Altlasten durch Mineralöle, Bauschotter und Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg zu erwarten sind. Die Planungen der Stadt und des beauftragten Architekturbüros laufen in der Zwischenzeit bereits weiter. vew