Gute Auftragslage für das Elektrohandwerk

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Obermeister Peter Müller berichtete von einer guten Auftragslage für das heimische Elektrohandwerk. Sorgen machen jedoch steigende Rohstoffpreise und Lieferengpässe.

»Die Auftragslage ist gut bis befriedigend.« Steigende Rohstoffpreise und Lieferengpässe machten jedoch Sorgen und führten zu Problemen: »Wir müssen Arbeiten teilweise verschieben oder absagen.« Das erklärte Obermeister Peter Müller bei der Jahreshauptversammlung der Innung für Elektro- und Informationstechnik Traunstein, eine der größten Handwerkervereinigungen in der Region. 


Müller beklagte eine schnelllebige Entwicklung. Trotzdem habe das Elektrohandwerk trotz Corona-Beschränkungen Glück gehabt; kurzzeitig als systemrelevantes Gewerk eingestuft, konnte man auch in den größten Problemzeiten faktisch ohne Beschränkungen, wenn auch mit Quarantäne- und Krankheitsausfällen und einem deutlich steigenden Verwaltungsaufwand durcharbeiten. »Wir konnten den Betrieb weiter aufrechterhalten.«

»Je mehr wir sind, umso besser können wir auftreten« stellte der Obermeister die Bedeutung einer starken Innung heraus. Zum Jahresende betrug der Mitgliederstand 156 Mitglieder, vier neue Mitglieder sorgen nun zum Stichtag der Hauptversammlung für einen aktuellen Stand von 160 Mitgliedern. Solidarisch schloss sich die Elektro-Innung auch der Aktion zur Unterstützung der Friseur-Innung an. Durch die gemeinsame Hilfe aller Innungen in der Kreishandwerkerschaft hatte man die Innungsbeiträge für die im Lockdown geschlossenen Friseurbetriebe übernommen. »Es ist kein schlechtes Zeichen, dass wir da im Handwerk zusammenhelfen«, stellte er das gute Miteinander unter den verschiedenen Innungen heraus.

Lehrlingswart Alois Ortner bedankte sich für die gute Zusammenarbeit im Prüfungsausschuss, mit den Betrieben, der Berufsschule und der Kreishandwerkerschaft und schilderte gleichzeitig die diverse Probleme, die auf die Innung und Betriebe durch die Corona-Pandemie in Sachen Berufsschulunterricht und bei der Gesellenprüfung zugekommen seien. Diese habe man aber in einem guten Dialog zwischen Innung, Berufsschule und Landratsamt lösen können. Die Prüfungsleistungen seien trotz der Veränderungen wie beispielsweise dem teilweisen Onlineunterricht auf dem Niveau der Vorjahre geblieben, der Schwerpunkt der gezeigten Leistungen ist im mittleren Bewertungsniveau angesiedelt. Corona verhinderte die jährliche Freisprechungsfeier. Man hofft, diese künftig wieder in der üblichen Form durchführen zu können. Ortner freute sich über steigende Zahlen an Ausbildungsverträgen. Vorstand Stefan Büchele wies darauf hin, dass man sich in der Lehrlingsgewinnung schwer tue, was auch dem demographischen Wandel geschuldet sei.

Die von Dagmar Sinzinger von der Kreishandwerkerschaft vorgetragene Jahresrechnung 2020 zeigte eine gesunde finanzielle Struktur der Innung, unter anderem coronabedingt wesentlich geringere Aktivitäten sorgten für einen Überschuss im Berichtsjahr. Nach der einstimmigen Entlastung und dem ebenso einstimmigen Votum für den Haushaltsplan 2021 wurden Peter Schillinger, der für seine langjährige Mitarbeit geehrt wurde, und Harald Gronert wieder in den Rechnungsprüfungsausschuss gewählt.

Solare Baupflicht und KF- Ladeeinrichtungen waren zentrale Themen des Fachvortrages von Matthias Sondheimer vom Landesinnungsverband für das Bayerische Elektrohandwerk. In Sachen »Solarpflicht« betonte er, dass diese in Bayern nach der recht vollmundigen Ankündigung faktisch einfach »beiseitegeschoben wurde« fügte aber hinzu, dass das nichts mache: »Die Entwicklung macht es von ganz alleine.« Es werde auch ohne Pflicht investiert, »die Eigendynamik ist in der Bevölkerung da«. Unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl erwarte er, dass »irgendeine Pflicht kommt«. Strom sei das beste Mittel Heizenergie zu erzeugen. Weitere Themen waren die Errichtung einer flächendeckenden Lade- und Leitungsinfrastruktur mit – je nach Objektgrößen für Alt- beziehungsweise Neubauten – kommenden Pflichten zur Installation. Für die anstehenden Maßnahmen brauche man das heimische Elektrohandwerk (»wir können das, wir sind die Fachleute«), das durch die anstehenden Maßnahmen Umsatz generieren könne und gleichzeitig wichtige Schritte in Sachen Umwelt- und Klimaschutz gehe. awi