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Gutes Essen wieder wertschätzen

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Schüler servierten ein dreigängiges Menü (von links, sitzend): der stellvertretende Landrat Andreas Danzer, der stellvertretende Schulleiter Dr. Martin Brunnhuber und Schulleiter Helmut Götzinger kamen in den Genuss. (Foto: Buthke)

Traunstein – Mit einem Essen im Casino des Landratsamts fand das Projekt »Bayern schmeckt« der 11. Klasse der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung im Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Traunstein seinen krönenden Abschluss.


Das Ziel des Projekts: Gutes Essen soll wieder wertgeschätzt und die Esskultur er- bzw. gelebt werden. Die 25 Berufsfachschülerinnen kochten und servierten ihren Eltern und geladenen Gästen als Vorspeise eine kalte Tomaten-Paprikasuppe mit Tatar von der Chiemseerenke, als Hauptspeise Schweinelende mit Kartoffel-Zitronen-Püree und Erbsen-Zuckerschotensalat sowie als Nachspeise weißes Schokoladen-Joghurt-Mousse und Rhabarberkuchen.

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Im Rahmen des Wertebündnisses Bayern wurde das Projekt »Bayern schmeckt« vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bayern) entwickelt und von der Bayerischen Staatskanzlei, dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium sowie weiteren Projektpartnern unterstützt. Inzwischen hat sich das Wertebündnis zu einem Erfolgsmodell mit rund 120 Wertebündnispartnern entwickelt.

»In Zeiten von Fertigpizza und Fastfood ist es alles andere als selbstverständlich, dass sich Jugendliche selbst eine gesunde Mahlzeit aus regionalen und saisonalen Nahrungsmitteln zubereiten«, erklärte der Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums, Oberstudiendirektor Helmut Götzinger. Aus diesem Grund hätten sich acht regionale Partner des Wertebündnisses Bayern zu dem Projekt »Bayern schmeckt« zusammengeschlossen. Ziel sei es, den Schülern näher zu bringen, wie viel Lebensfreude in Ernährung und Esskultur steckten.

Unter dem Motto »Miteinander kochen und essen ist cool« richteten die Schüler gemeinsam die Veranstaltung aus. In fünf Modulen wählten sie heimische Nahrungsmittel sorgfältig aus, bereiteten die Speisen, dekorierten sie die Tische und verwöhnten ihre Eltern als Gastgeber. In der Vorbereitung hatten sie auch landwirtschaftliche Erzeugerbetriebe wie die Biogärtnerei Dandl, den Bioladen Sengl und den Chiemseefischer »Thomafischer« besucht.

»Im Rahmen des Projekts lernen unsere Schüler ganz nebenbei ein Fest zu planen, zu organisieren, heimische Lebensmittel auszuwählen, Partygerichte zu kochen, alkoholfreie Getränke zu mixen, Tisch zu dekorieren und als Gastgeber ihre Gäste zu verwöhnen«, sagte Götzinger.

Susanne Droux von der DEHOGA war stolz auf die Auszubildenden. Der Abschluss des Projekts gehöre zu den Anlässen, die ihr Herz bewegten. Gutes Essen sei die wesentliche Sache, die Bayern einmalig mache. Für die Leute gehörten nämlich Bayern und Essen zusammen. Dabei solle das Essen ausgewogen sein. Außerdem solle Essen wertgeschätzt werden, weil viel Arbeit dahinter stecke.

Viele ehemalige Auszubildende aus der Ernährung und Versorgung seien in der Gastronomie angekommen. Gastronomische Berufe seien gesucht. Als Beispiel nannte sie Jungkoch Jonas Winter, der das Projekt in der Küche unterstützte. Er ist derzeit als Koch im Hotel Palais Hansen-Kempinski in Wien beschäftigt. Er habe in Bayern gelernt und mache demnächst seinen Meister. Damit habe er eine weltweite Jobgarantie.

Stellvertretender Schulleiter Dr. Martin Brunnhuber stellte als Projektleiter fest, das Projekt »Bayern Schmeckt« funktioniere nur, weil viele Hände mitgeholfen hätten. Die Hände der Schülerinnen seien durch das Projekt flinker geworden. Durch die Unterstützung und das Fachwissen von Jungkoch Winter habe die Küche gehobene Gastronomie geboten. »Am Ende des Projektdurchlaufs ist zu erkennen, dass man gemeinsam etwas schafft«, so Dr. Brunnhuber. Bjr