weather-image
25°
Klasse Konzert mit der Band »Cafe Caravan« im Traunreuter k1

Gypsy-Jazz vom Feinsten

Wer einmal sein Gitarrenspiel gehört hat, erkennt es vermutlich immer und überall wieder, so einzigartig und unverwechselbar war es. Die Rede ist, natürlich, von Django Reinhardt (1910 bis 1953).

Unser Bild zeigt (von links) Michael Vochezer, Manolo Diaz und Jurek Zimmermann beim Konzert im Traunreuter k1. (Foto: M. Heel)

Als Sohn französischsprachiger Sinti in der Nähe von Paris aufgewachsen, lernte er früh Banjo, Violine und Gitarre zu spielen und trat bereits als 12-Jähriger auf. Bedingt durch einen schweren Unfall im Jahr 1928, der schwere Verbrennungen an seiner linken Hand zur Folge hatte, entwickelte er in der Folgezeit eine völlig neue und höchst virtuose Spieltechnik, die ihn zum populärsten Gitarristen und Jazzmusiker seiner Zeit in Europa aufsteigen ließ, zum Meister des sogenannten Gypsy-Jazz.

Anzeige

Dieser Musik, auch als Zigeuner-Jazz oder Manouche-Jazz bezeichnet, haben sich auch die vier Mitglieder der Münchner Band »Cafe Caravan« verschrieben. Krankheitsbedingt auf drei reduziert – der aus Traunreut stammende Gitarrist Knud Mensing hatte sich leider eine schwere Grippe eingefangen – traten Michael Vochezer (Gitarre), Manolo Diaz (Kontrabass) und Jurek Zimmermann (Klarinette/Saxophon) jetzt im gut besuchten Studiotheater des Traunreuter k1 auf, wo sie mit rasant virtuosem Spiel bewiesen, wie jung, frisch und cool diese Musik noch immer klingt. Die Besucher bekamen drei sympathische Musiker zu hören, die eine mitreißende Mischung aus kompakten Rhythmen und gefühlvollen Melodien boten, die quer durch die Genres ging, mal munter, mal bittersüß in der Wirkung. Da wechselten sich gekonnte Eigenkompositionen wie »Marie’s Blues« mit Klassikern wie »The sheik of Araby« ab, gab es mit »The cat and I« einen Abstecher in die Filmwelt (»Der rosarote Panther«), und mit »Nuages« war natürlich auch Django Reinhardt mit einer seiner bekanntesten Kompositionen vertreten.

Ein Musikerkollege, den Moderator Jurek Zimmermann im zweiten Set dabei besonders hervorhob, war der 1968 geborene, niederländische Sinto-Jazzgitarrist Stochelo Rosenberg, dem zu Ehren sie die Stücke »Coquette« und Bistro Fada« spielten. Kurzum, wer farbenreichen, sauber und flüssig gespielten Gypsy-Jazz liebt, der kam diesem Abend trotz der eingeschränkten Besetzung voll auf seine Kosten. Dazu trug nicht zuletzt die lebendige Atmosphäre bei, die so typisch ist für den Gypsy-Jazz. Fehlte nur noch das Lagerfeuer. Wolfgang Schweiger