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»Habe den Schalter nicht gleich voll umlegen können«

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Bei seinem ersten Wettkampf in diesem Jahr stand Profi-Triathlet Michael Ager gleich auf dem Podest. Der Unterwössener kam beim 3MUC Triathlon in Oberschleißheim über die Kurzdistanz als Gesamtdritter ins Ziel. Foto: http://www.larasch.de

Sein erstes Profijahr hat sich Michael Ager freilich ganz anders vorgestellt. Der Triathlet aus Unterwössen hat jetzt immerhin seinen ersten Wettkampf in diesem Jahr absolviert. Der Athlet, der für Triathlon Grassau startet, wurde beim 3MUC Triathlon in Oberschleißheim über die Kurzdistanz Gesamtdritter. Auf der Regattastrecke mussten dabei 1,5 km geschwommen, 40 km Rad gefahren und 10 km gelaufen werden.


»Die Vorfreude, endlich einen Wettkampf machen zu dürfen, war riesig«, sagt er im Gespräch mit unserer Sportredaktion. »Allerdings bin ich nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis«, fügt er hinzu. Mit Fabian Kraft und Sebastian Mahr musste Ager am Ende nämlich zwei anderen Athleten den Vortritt lassen. »Ich brauche immer den ersten Wettkampf, um so ein wenig reinzukommen«, lacht Ager dann aber auch gleich wieder. »Und ich habe auch diesmal den Schalter nicht gleich voll umlegen können«, sagt der Triathlet, der in den vergangenen Jahren als Altersklassen-Athlet bereits reihenweise starke Ergebnisse und Siege eingefahren hat.

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Der Wettbewerb an sich lief auch anders ab wie gewohnt. Der Start beim Schwimmen erfolgte in zwei verschiedenen Wellen, zudem gingen die Triathleten mit einigen Sekunden Abstand ins Rennen. »Das hat alles gut funktioniert«, lobt Ager den Veranstalter.

Es waren eine Reihe weiterer Corona-Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden: So mussten die Athleten vor dem Start in der Wechselzone etwa Mund-Nasen-Bedeckungen tragen, zudem gab es an den Verpflegungsstellen nur geschlossene Flaschen und es gab auch keine Siegerehrung. »Die Ergebnisse hat man hinterher im Internet erfahren«, erzählt Ager. Und die Athleten wurden auch angehalten, auf der Strecke auf den Abstand zu achten. »Überholen durfte man allerdings schon«, berichtet Ager. »Allerdings musste man den Überholvorgang halt zügig abschließen.«

Eine Schwierigkeit im Rennen gab es dann aber doch: Weil es ja Einzelstarts waren, wussten die Sportler auf der Strecke nicht, wo genau sie im Klassement stehen. »Das war dann schon etwas schwierig«, sagt Ager.

Auch das vergangene halbe Jahr war alles andere als planmäßig. Ager wollte ja eigentlich auf der Mitteldistanz für Furore sorgen. Aber ein Rennen nach dem anderen wurde abgesagt. Aber der Unterwössener hat trotzdem »ganz normal weiter trainiert«, betont er. Zuletzt war er mit seinem Trainer Julian Erhardt, der ja selber Profi-Triathlet ist, noch im Trainingslager in der Schweiz. »Dort konnten wir auch richtig gut trainieren«, fasst Ager zusammen.

Dennoch war er in Oberschleißheim mit den ersten beiden Disziplinen – also Schwimmen und Radfahren – am Ende nicht ganz zufrieden. »Da bin ich unter meinen Möglichkeiten geblieben.« Aber der Lauf sei gut gewesen.

Ob er in diesem Jahr noch bei einem weiteren Rennen an der Startlinie stehen wird, steht aktuell noch in den Sternen. Angemeldet ist er auf jeden Fall noch für einen Wettkampf in Waldmünchen. Dort steht am 6. September erneut eine Olympische Distanz auf dem Programm und das Rennen ist aktuell auch genehmigt. Doch in diesen unsicheren Zeiten kann sich eben auch schnell vieles wieder ändern. »Mal schauen, ob wir wirklich starten dürfen«, sagt auch Ager. »Wir müssen jetzt einfach abwarten.«

Ob er 2021 erneut eine Profi-Lizenz lösen wird, kann Michael Ager übrigens noch nicht sagen. »Bei mir ändert sich jetzt beruflich etwas«, erzählt er. Bislang war er bei der Bereitschaftspolizei in Dachau, nun wechselt er in die Dienststelle nach Prien. »Ich muss schauen, wie sich der Schichtdienst auf mein Training auswirken wird«, sagt er. »Das wird schon eine Umstellung sein«, ist er sicher.

Er werde sich also erst einmal in sein neues berufliches Umfeld reintasten. »Und dann werde ich die Corona-Situation neu bewerten.« Michael Ager gibt aber freilich unumwunden zu: »Grundsätzlich hätte ich schon Lust, erneut als Profi zu starten.« Schließlich war sein erstes Profi-Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie schlicht keines. Sein Fazit bisher fällt jedenfalls eindeutig aus. »Blöder hätte es nicht laufen können. Das ist schon bitter.« SB