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Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel - »Steil, eisig und gefährlich«

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Josef Ferstl
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Schaut der Streif-Abfahrt optimistisch entgegen: Josef Ferstl. Foto: Expa/Johann Groder/APA Foto: dpa

Ein Jahr nach dem sensationellen Sieg von Thomas Dreßen stehen die Chancen auf einen erneuten Coup für den Deutschen Skiverband in Kitzbühel schlecht. Neben Dreßen ist auch Andreas Sander verletzt. Dennoch ist die Stimmung vor dem berühmtesten Rennen der Welt gut.


Kitzbühel (dpa) - Thomas Dreßen steht mit einer Schiene am Knie nur als Zuschauer am Ziel, auch Andreas Sander fehlt verletzt - in die Hahnenkammrennen 2019 geht der Deutsche Skiverband mit einer Rumpftruppe.

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Die Vorfreude auf das berühmteste Skirennen der Welt vor etwa 50.000 Zuschauern und zahlreichen Promis auf eine der gefährlichsten Pisten der Welt ist dennoch ungebrochen groß.

»Ich bin gut drauf und freue mich auf beide Rennen«, sagte der letzte verbliebene deutsche Spitzenfahrer Josef Ferstl nach dem zweiten Training am Donnerstag. Von der Programmänderung wegen der erwarteten Schneefälle in Tirol wusste er da nach Platz 13 noch gar nichts. Statt am Samstag schon am Freitag steht die legendäre Abfahrt (11.30 Uhr) über die Streif auf dem Programm, nach einem Tag Pause folgt am Sonntag der für Freitag geplante Super-G (13.30 Uhr). »Der Mythos Streif lebt durch diese außergewöhnliche Strecke: steil, eisig und gefährlich. Ich stelle mich dieser Herausforderung gerne.«

Ferstl, dessen Vater Sepp die Weltcup-Abfahrt in Tirol 1978 und 1979 als einziger Deutscher zweimal gewinnen konnte, ist der stärkste verbliebene Speedfahrer aus dem Deutschen Skiverband. Dazu kommen in den beiden Rennen auf der Streif - der auf Samstag (9.30/12.30 Uhr) vorgezogene Slalom mit Felix Neureuther ist auf dem Ganslernhang - Manuel Schmid und Dominik Schwaiger. Vorjahressieger Dreßen und Sander, vor einem Jahr ebenfalls auf Podestkurs und nach einem späten Fehler dennoch hervorragender Sechster, fehlen beide wegen Kreuzbandrissen.

»Wir werden jetzt als die nicht mehr ganz so gute Mannschaft abgestempelt, aber ich sag nur eins: Wir können auch ein bisschen was«, sagte Ferstl. »Wir haben jetzt eine ganz andere Situation und freuen uns mit den Drei, die wir haben, die nächsten Schritte zu machen hoffentlich«, sagte Bundestrainer Mathias Berthold. »Der Pepi ist eigentlich immer gut gefahren in Kitzbühel, der Schmid Manuel ist vor zwei Jahren beim Europacup Dritter geworden und ist in einer Wahnsinnsform momentan. Und der Schwaiger hat vor zwei Jahren bis zum Hausberg die drittbeste Zwischenzeit gehabt.«

In jenem Rennen 2017 riskierte der inzwischen 27 Jahre alte Schwaiger dann aber seine Gesundheit durch eine viel zu riskante Linie in der Traverse und einer nur knapp vermiedenen Fahrt in den Fangzaun. »Ich bin da im Training etwas weiter raus gefahren und habe gedacht, im Rennen musst du noch eine Schippe drauf legen. Aber das war halt an der falschen Stelle«, meinte er rückblickend zu der Situation, die ihm damals eine Standpauke von Berthold einbrachte.

Die wichtigste Eigenschaft für einen guten Abfahrer in Kitzbühel bringt Schwaiger aber mit. »Es gibt in jeder Nation Leute, die Kitzbühel nicht wollen. Manche lieben es. Du musst ein wilder Hund sein in Kitzbühel«, sagte Österreichs Abfahrtstrainer Josef Brunner - und Schwaiger bezeichnet sich selbst als wilden Hund. »Du musst immer ein bisschen ans Limit gehen, sonst gewinnst du nichts«, sagte er im Dezember über seine Einstellung.

Für ihn und den 25 Jahre alten Schmid bleiben noch die beiden Rennen in Kitzbühel und die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen in einer Woche, um die WM-Qualifikation zu schaffen. Dafür brauchen sie zwei Top-15-Resultate oder mindestens einen achten Platz. Im Training wurde Schwaiger 23., Schmid belegte nach einem Fehler Rang 45.

Das sind Ergebnisse, die für die Favoriten nicht infrage kommen. Olympiasieger Matthias Mayer fuhr im ersten Training die Bestzeit, sein österreichischer Teamkollege Hannes Reichelt war der schnellste am Donnerstag. Dominik Paris aus Südtirol ist für viele ebenfalls ein heißer Kandidat auf den Sieg. Olympiasieger Aksel Lund Svindal aus Norwegen dagegen weiß noch gar nicht, ob er überhaupt antreten kann. Auf das zweite Abfahrtstraining am Donnerstag verzichtete er wegen Schmerzen im Knie.

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