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Halb Zither und halb Geige

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Unser Bild zeigt von links Lisa Weinzierl, Claudia Höpfl und Petra Hamberger.

Wer mag es wohl gewesen sein, der ein Instrument bastelt, das halb Geige und halb Zither darstellt, die sogenannte Streich-Zither. Das mit dem Geigenbogen in der rechten Hand gestrichene Instrument und mit Zither-Griffweise in der linken Hand verknüpfte somit zwei Instrumente in einem. Johann Petzmayer war es, der 1823 die Streichzither erfand.


Mit stetig wachsendem Aktionsradius konzertierte Johann Petzmayer mit Zither und Streichzither, so auch für die österreichischen Erzherzöge und 1827 sogar in den Privaträumen des Kaisers Franz von Österreich. Auf seiner zweiten Deutschlandtournee 1836/37 hörte ihn der bayerische Herzog Max in Bayern, der ihn als Privatlehrer anstellte und ihm 1838 den Titel »Kammervirtuose« verlieh. Durch diese beiden Personen wurde die Zither zum bayerischen Nationalinstrument schlechthin, sie machten das Instrument aber auch in Norddeutschland und im Mittelmeerraum bekannt.

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Lisbeth Genghammer (Chieming) und Petra Hamberger (Höhenkirchen) beide Zitherlehrerinnen von Beruf und leidenschaftliche Zither-Geschichtsforscherinnen, verfügen über ein ständig wachsendes Zithernotenarchiv. Die Leidenschaft, »alte, vergessene Zither-Noten« genauer unter die Lupe zu nehmen, hat sie beide gepackt und dabei taucht immer wieder die Streichzither auf.

Im katholischen Pfarrsaal in Siegdorf war jetzt ein einmaliges, von Lisbeth Genghammer organisiertes Konzert mit gleich drei Streichzithern – Lisa Weinzierl und Claudia Höpfl (beide Bundespreisträgerinnen von »Jugend musiziert«) und Petra Hamberger (ihre Lehrerin) – zu hören. In Verbindung mit Cello (Sabine Kübler), Kontragitarre (Albert Lahner), Diskantzithern (Simone Lahner, Matthias Siglbauer), Altzither (Lisbeth Genghammer) sowie Akkordeon (Bernhard Kübler), war man klanglich einem »Salonorchester« schon sehr nahe. Die Nachwuchs-Zither- und Gitarre-Spielerinnen Anna Gnadl, Theresa Mayer, Marina Vogt und Johanna Siglreitmeier, genannt »Gugeruz Zithermusi«, spielten u. a. ein Stück aus der Zeit der Zithervereine, die mit Triangel, Holzstäben, Glockenspiel und Wasserpfeifen als Vogelgezwitscher das Stück »Ein Gnomenspiel am Mühlenrad« für zwei Zithern zur Belustigung »untermalten«. Für die verbindenden Worte sorgte der Schauspieler Josef Ludwig Pfitzer.