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Haltestellen für das Elterntaxi

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Auf dem Parkplatz Schießstättbrücke besichtigten (v.l.) Elternbeiratsvorsitzende Kathrin Schöndorfer, Marktbürgermeister Franz Rasp und Rektorin Martha Kienzerle kürzlich die neue Eltern-Haltestelle. Bald sollen hier noch Parkverbotsschilder aufgestellt werden. (Fotos: Ulli Kastner)

Berchtesgaden – Schulleitung und Elternbeirat der Grundschule Berchtesgaden starten zusammen mit der Marktgemeinde Berchtesgaden einen neuen Versuch, die chaotischen Verkehrsverhältnisse vor der Bacheifeldschule zu verbessern. Für die umstrittenen Elterntaxis werden zum Schulstart am Dienstag etwas abseits der Schule eigene Haltestellen ausgewiesen, von denen aus die Schüler die letzten paar Hundert Meter zur Schule zu Fuß bewältigen sollen.


Seit Jahren ist es an der Bacheifeldschule morgens und mittags dasselbe Bild: Wenn die Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen oder sie abholen, dann bricht Chaos aus an der Bräuhausstraße. »Viele Eltern missachten die Verkehrsregeln, Verkehrsschilder werden ignoriert«, weiß Bürgermeister Franz Rasp, der der Situation trotz zahlreicher Versuche bislang nicht Herr werden konnte. Selbst die Polizei hat mehr oder weniger resigniert. »Es gibt sogar Eltern, die fahren bis direkt vor die Schuleingangstür«, sagt Rektorin Martha Kienzerle. Elterntaxis sind vor allem ein Problem für die kleineren Grundschüler, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind und durch das tägliche Gewusel im Bereich von Parkplatz und Bushaltestelle nicht mehr sicher sind. »Alle Appelle an die Eltern, die Kinder wenn möglich zu Fuß zur Schule zu schicken oder sie etwas abseits abzusetzen, haben nichts gebracht«, betont Bürgermeister Rasp.

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Nun starten Schulleitung, Elternbeirat und Marktgemeinde einen neuen Versuch, die Situation zu entschärfen. Mit der Ausweisung sogenannter Eltern-Haltestellen einige Hundert Meter vom Schulgebäude entfernt wollen sie die Elterntaxis vom Schulgebäude weg halten. Die Schilder mit dem blauen Rahmen stehen bereits auf dem Parkplatz an der Schießstättbrücke und vor der Breitwiesen-Sporthalle. In Kürze sollen hier noch Parkverbots-Schilder postiert werden. Außerdem wird es noch zwei weitere sogenannte Sammelpunkte am Triembachereck und vor der Pfarrkirche Berchtesgaden geben. Im Rahmen einer Aktionswoche – vermutlich die zweite Schulwoche – werden Eltern die Kinder von den Haltestellen beziehungsweise Sammelpunkten aus zur Schule begleiten.

Die Kinder sollen in Gemeinschaft den sichersten Schulweg einüben, um ihn dann alleine zu meistern. Außerdem gibt es laut Rektorin Martha Kienzerle für alle Erstklässler eine Schulwegsbegehung rund um das Schulgebäude. Elternbeiratsvorsitzende Kathrin Schöndorfer verweist auf die zahlreichen Vorteile, die das Projekt mit sich bringe. Regelmäßige Bewegung stärke die Abwehrkräfte der Kinder und mache außerdem viel Spaß. Und: »Die Kinder werden wach und fit. Wer sich auf dem Schulweg bewegen darf, der zappelt weniger im Unterricht und kann sich besser konzentrieren.« Doch auch die Eltern selbst profitierten davon, wenn sie ihre Kinder an den neuen Haltestellen absetzen, ist Kathrin Schöndorfer überzeugt. Für die Eltern bedeute es weniger Stress, wenn die Kinder zumindest einen Teil des Schulwegs alleine zurücklegen. »Und durch weniger Verkehr vor der Schule erhöht sich für alle Kinder die Sicherheit.« Und schließlich verweist die Elternbeiratsvorsitzende auf den Umweltaspekt: »Jeder Weg, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden kann, verringert den Verkehr und damit auch die Umweltverschmutzung.«

Nun können die Verantwortlichen nur noch an die Vernunft der Eltern appellieren. Sie haben es in der Hand, ob die Haltestellen für die Elterntaxis ein Erfolg oder ein Flop werden. Ulli Kastner