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Handballer setzen auf Weltklasse-Defensive

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Patrick Wiencek
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Voll in seinem Element: Abwehr-Ass Patrick Wiencek (oben). Foto: Kay Nietfeld Foto: dpa

Kein Mannschaftsteil der deutschen Handballer ist besser besetzt als die Defensive. Sie kann der Grundstein für eine große Heim-WM sein. Angenehm gestaltet sich die Defensivarbeit zwar nicht immer. Aber zumindest Patrick Wiencek findet Gefallen daran.


Berlin (dpa) - Hände im Gesicht, zerschlissene Trikots, permanenter Körperkontakt - was könnte es Schöneres geben? Nicht viel, findet Patrick Wiencek, einer der Abwehrstrategen der deutschen Handballer.

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Kein Mannschaftsteil der DHB-Auswahl ist bei dieser Heim-WM besser besetzt, in keinem geht es ruppiger zu. Dass die deutsche Defensive längst zur Weltklasse gehört, wurde spätestens beim hochdramatischen 25:25 gegen Titelverteidiger Frankreich deutlich. »Die Abwehr ist der wichtigste Baustein«, sagt Wiencek. Sie kann Turniere gewinnen, davon ist nicht nur Bundestrainer Christian Prokop überzeugt.

Was Wiencek und seine Innenblock-Kollegen Hendrik Pekeler und Finn Lemke gegen die Franzosen leisteten, war über weite Strecken nah an der Grenze zur Perfektion. Lediglich zehn Gegentreffer kassierten sie in der ersten Hälfte gegen die wohl beste Offensive des Turniers. Wiencek musste schon nach rund 20 Minuten sein Trikot wechseln, weil es von den harten Zweikämpfen völlig zerschlissen war. Er mag das. »Das Schöne ist, dass man in der Abwehr austeilen kann, aber vor allem auch einstecken muss«, erzählt er. »Wenn man da eine gute Aktion hat, dann beflügelt das.«

Tatsächlich befeuerten die 13.500 Zuschauer in der Berliner Arena jede gelungene Aktion des Defensivblocks. Zusätzlich forderte Wiencek das Publikum immer wieder zu noch mehr Lautstärke auf. »Eine sehr gute Abwehrleistung« sei das gewesen, findet auch der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand. Es ist für die gegnerischen Mannschaften ja auch kein Spaß, auf diese deutsche Defensive zuzulaufen. Mindestens zwei Meter groß und über 100 Kilogramm schwer sind Wiencek, Pekeler und Lemke jeweils. Wiencek und Pekeler kennen sich zudem bestens und spielen ein ähnliches System auch beim THW Kiel.

Wiencek ist zwar der älteste von dem Trio, der Dirigent ist er aber nicht. »Es gibt keinen Chef bei uns, wir sind alle Chef. Jeder kennt die Abläufe und die Taktik. Es sind viele Automatismen dabei«, sagt der 29-Jährige. Wenn dazu auch noch wie gegen die Franzosen Torhüter Andreas Wolff einen guten Tag erwischt, sind Leistungen wie gegen den Weltmeister erst möglich. »Die wichtigste Erkenntnis ist, dass wir mit den absoluten Spitzenteams dieser Welt, mit dem Weltmeister mithalten können«, sagt Co-Trainer Alexander Haase. Und DHB-Vizepräsident Bob Hanning ergänzte mit Blick auf die Abwehrleistung: »Viel besser geht es nicht.«

Das findet Wiencek allerdings schon. Unzufrieden war der blonde Hüne zwar nicht. Aber es gibt seiner Meinung nach immer noch Luft nach oben. »Die Abwehr war schon gut, aber die kann noch besser werden«, meinte er. Sie soll auch im abschließenden Vorrundenspiel gegen Serbien am Donnerstag (18.00 Uhr/ARD) die Basis für den nächsten Erfolg bilden.

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