Handballer trotz großen Einsatzes ohne Lohn

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Er zeigte mit seinem Team großen Einsatz, musste aber mit dem SBC eine knappe Niederlage hinnehmen: Florian Laufenböck. (Foto: Seidl)

Die Handballer des Sportbunds Chiemgau Traunstein haben ihr Auswärtsspiel in der Bezirksoberliga beim SV Anzing II mit 25:28 verloren. Die Mannschaft von Trainer Martin Brunner, die stark ersatzgeschwächt antreten musste, bot über die gesamte Spielzeit einen großen Kampf, wurde dafür aber nicht belohnt.


Dabei begann die Partie aus Sicht des SBC perfekt: Die zuletzt schwächelnde Abwehr stand sehr stabil und die Ballgewinne konnten Jonathan Levannier, Julian Karl und Moritz Angerer zur frühen 3:0-Führung nutzen. In der Folge kamen die Gastgeber etwas besser in die Partie und erzielten, auch aufgrund vieler ungenutzter Chancen der Traunsteiner, den Ausgleich.

In der Folge legte der Sportbund stets einen Treffer vor, Anzing glich aber immer wieder aus. Erst als Alexander Bippus einwerfen konnte, gelang dem SBC erneut eine Zwei-Tore-Führung (10:8, 23. Spielminute). Dieser musste dann aber kurze Zeit später mit einer Zeitstrafe vom Feld und Anzing glich wieder aus. Kurz vor der Pause gelang Levannier aus dem Rückraum ein weiterer Treffer und so gingen die Chiemgauer mit einer knappen 11:10-Führung in die Kabine.

Bis zu diesem Zeitpunkt zeigte der SBC eine starke Vorstellung. In der Abwehr wurde aggressiv und konsequent verteidigt, im Angriff konnte die offensive Abwehr der Bayernligareserve ein ums andere Mal ausgespielt werden. Einziger Kritikpunkt war die Chancenverwertung, denn der SBC hätte zur Halbzeit deutlicher führen müssen.

Auch nach dem Seitenwechsel gab Traunstein den Ton an. Anzing hatte weiter Probleme mit der Deckung der Gäste, und diese bauten die Führung durch zwei verwandelte Strafwürfe von Markus Peter und einen Rückraumtreffer von Angerer auf 14:11 aus. Nach einem weiteren Ballgewinn verpassten es die Chiemgauer mit einem schlecht ausgespielten Konter, zu erhöhen, im Gegenzug konnte Anzing verkürzen. Kurz darauf mussten auch Florian Laufenböck und Levannier vom Feld und Anzing nutzte die Überzahl, um zum 16:16 auszugleichen (43.).

Der SBC verlor nun im Angriff den Faden und konnte aufgrund der fehlenden Wechselmöglichkeiten das hohe Tempo der Anzinger langsam aber sicher nicht mehr mitgehen. Hinzu kamen weitere Zeitstrafen gegen Laufenböck, Johannes Geuß und Angerer vom sehr kleinlich agierenden Schiedsrichtergespann.

Zwischenzeitlich war der Sportbund nur zu viert auf dem Feld und Anzing konnte die numerische Überzahl nutzen, um eine 23:17-Führung herauszuwerfen (53.). Traunstein stemmte sich trotz schwindender Kräfte gegen die drohende Niederlage, konnte die Gastgeber aber nicht mehr in Bedrängnis bringen. Weitere Treffer von Bippus, Laufenböck, Andreas Brunner und Levannier reichten nur noch, um den Rückstand zu verkürzen. Schließlich musste sich Traunstein mit 25:28 geschlagen geben. Insgesamt zeigte der Sportbund eine gute Leistung, muss sich aber vorwerfen, die eigenen Chancen nicht konsequent genug verwertet zu haben – unter anderem wurden vier Strafwürfe vergeben. Groß war der Ärger des SBC aber auch über die vielen unverständlichen Zeitstrafen. Insgesamt musste Traunstein fast ein Drittel der Spielzeit in Unterzahl agieren, allein in der Phase zwischen der 14:12-Führung und dem 17:22-Rückstand kassierten die Chiemgauer fünf Zeitstrafen in gut zehn Minuten und verloren damit gänzlich ihren Spielfluss.

Wie es für die Handballer nun weitergeht, lässt sich derzeit nicht absehen. Aufgrund der hohen Infektionszahlen darf die Mannschaft vorerst nicht trainieren, ein weiteres Punktspiel im Kalenderjahr 2021 erscheint unwahrscheinlich.

Für den SBC Traunstein spielten Florian Czogalla im Tor sowie Xaver Haider, Alexander Bippus (4), Julian Karl (1), Johannes Geuß (1), Markus Peter (4/2), Florian Laufenböck (3), Moritz Angerer (4/1), Andreas Brunner (3) und Jonathan Levannier (5).

mbr