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Handspiel kostet möglichen Meistertitel

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Ramsaus Mittelstürmer Joseph Wagner flankt hier aus vollem Lauf. (Foto: Wechslinger)

Die Ausgangssituation für das letzte Spiel des FC Ramsau gegen den FC Bischofswiesen II, der ein Spiel im Rückstand war, war eindeutig. Würde Ramsau gewinnen oder unentschieden spielen, wäre die Weber-Elf sicherer Zweiter und könnte im Fall von Punktverlusten des Tabellenführers SC Inzell II sogar noch Meister werden.


Trainer Manfred Weber spekulierte zwar nicht darauf, aber Inzell hat an diesem Spieltag tatsächlich bei der DJK Weildorf zwei Punkte gelassen. Damit hätte ein Sieg des FC Ramsau die Meisterschaft noch einmal richtig spannend gemacht. So aber führte ein zunächst vom Schiedsrichter anerkannter Treffer des FC Ramsau in der Schlussphase zu Unstimmigkeiten, weil der Unparteiische seine Entscheidung wieder zurückgenommen hat. Ein Ramsauer hatte vor dem Treffer ein Handspiel begangen, was der Unparteiische aber erst im Nachgang ahndete.

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Zunächst ging es in der Ramsauer Fußball-Arena vor 150 Zuschauern ohne langes Abtasten voll zur Sache. Sebastian Votz war etwas übermotiviert und beging schon in der ersten Viertelstunde Fouls, weshalb ihn Trainer Manfred Weber vorzeitig aus dem Spiel genommen hat. Wäre Votz, der schon eine gelbe Karte hatte, folgerichtig vom Platz geflogen, hätte sich der FC Ramsau nicht beschweren dürfen. Nachdem die Ramsauer den ersten Angriff gestartet hatten, presste der Nachbar die Platzherren in der Folge in dessen Spielhälfte. Danach ging es in Mittelfeldduellen hin und her. Doch beide Abwehrreihen standen bombensicher. Beim FCB bildeten die ehemaligen Bezirksligaspieler Sebastian Parma und Matthias Schulmayr ein starkes Innenverteidigerpaar, das schlagsicher mit gutem Kopfballspiel und Passgenauigkeit agierte. Auch Stephan Ringsgwandl war als linker Verteidiger effektiver als in der Sturmspitze.

In der achten Minute kam Franz Piatke zur ersten größeren Ramsauer Möglichkeit. Der nächste Aufreger war ein Distanzschuss von Michael Ottmann, den FCR-Keeper Michael Wagner über die Querlatte lenkte. Mitte der ersten Halbzeit setzte sich auch zweimal der Ramsauer Torjäger Maximilian Rehlegger in Szene, dem jedoch das Schusspech in diesem Match weiterhin an den Fußballschuhen kleben sollte. Nach einer halben Stunde lautete das Fazit: ausgeglichenes Spiel mit den besseren Chancen für die Platzherren, die durch Joseph Wagner mit einem Kopfball und Thomas Aschauer zu weiteren guten Möglichkeiten gekommen sind. Kurz vor dem Halbzeitpfiff des souveränen Schiedsrichters Patrick Gramsamer vom TSV Tittmoning kam jedoch auf einmal der FCB zu einer Doppelchance. Zuerst scheiterte Stefan Schnitzlbaumer und dann vergab Ottmann nach einem Abwehrfehler der Ramsauer eine riesen Möglichkeit. Trotz der letzten Chance für die Gäste schmeichelte dem FCB II das torlose Remis zur Pause.

Torlos in die Halbzeitpause

Mit Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte der FC Ramsau den Druck. Schon in der 50. Minute erkannte der Unparteiische auf Strafstoß, nachdem FCB-Schlussmann Christoph Renoth nicht entschlossen genug eingegriffen hat. Gegen den scharf geschossenen Elfmeter von Korbinian Dieterich war Renoth ohne Chance. Gleich darauf geriet Bischofswiesen gegen die nun vehement angreifenden Ramsauer schon wieder in Gefahr. Obwohl jetzt alles nach einer klaren Sache für den FC Ramsau aussah, erzielte Michael Ottmann nur sechs Minuten nach dem Rückstand den 1:1-Ausgleich und machte damit seinen Fehlschuss vor der Halbzeitpause wieder gut.

Jetzt bekam der Gast die Oberhand, ohne sich jedoch entscheidend durchsetzen zu können. Wenn doch einmal ein Schuss durch die Ramsauer Abwehr ging, stand Goalie Michael Wagner stets richtig. In der Schlussphase wurde es immer hektischer und so handelten sich gleich zwei Ramsauer hintereinander eine gelbe Karte wegen »Meckerns« ein. Die Ramsauer waren offensichtlich über das 1:1 von Inzell informiert und erhöhten daraufhin den Druck noch einmal. Doch Rehlegger vergab zwei Matchbälle in Folge. Kurz darauf zeigte FCB-Schlussmann Renoth bei einem Schuss von Joseph Wagner eine Glanztat und hielt sein Team weiterhin auf Relegationskurs.

Entscheidung zurückgenommen

Doch in der 90. Minute schien die Entscheidung gefallen zu sein, als Ramsau ein weiteres Tor erzielte. Der Schiedsrichter deutete zuerst in Richtung Anstoßpunkt, entschied dann aber doch auf Handspiel eines Ramsauers. Zwar war dem Treffer ein klares Handspiel eines Ramsauers vorausgegangen, dennoch wurmte das Zurücknehmen des zunächst anerkannten 2:1-Treffers die aufgebrachten Ramsauer Spieler und Zuschauer gehörig. Gramsamer musste sich einige unmissverständliche Worte gefallen lassen.

In den letzten Momenten des Spiels versuchte der FCB noch einmal alles, sich mit dem Siegtreffer die Relegation zu erkämpfen. Doch es blieb beim 1:1, das den FC Ramsau in die Aufstiegsrelegation bringt. Hätte Ramsau gewonnen, wäre die endgültige Meisterschaftsentscheidung erst am kommenden Sonntag im Spiel von Tabellenführer SC Inzell II gegen den stark abstiegsgefährdeten ASV Grassau II gefallen. So aber muss sich der FC Ramsau hinter Inzell mit dem Vizemeistertitel begnügen.

FC Ramsau: Michael Wagner; Andreas Zörner, Stefan Votz (22. Thomas Aschauer), Franz Piatke, Andreas Hackl, Vinzenz Weber (Alin Liuliu), Korbinian Dieterich, Maximilian Rehlegger, Sebastian Votz (18. Hans Resch), Korbinian Stöckl, Joseph Wagner.

FC Bischofswiesen II: Christoph Renoth; Stephan Ringsgwandl, Martin Strauch, Sebastian Parma, Matthias Schulmayer, Zenon Bieniek (81. Markus Damböck), Peter Seidinger, Michael Ottmann, Stefan Schnitzlbaumer (66. Christian Gruber), Benjamin Fegg, Bernhard Sauer. cw