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Hannes Rasp strebt zweite Amtsperiode an: Kommunaler Klimaschutz und moderner ÖPNV

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Königssee: Bürgermeister Hannes Rasp will im Amt bleiben – Klimaschutz und ÖPNV | Kommunalwahlen 2020
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Auch seinen Aufgaben im neuen Trauungszimmer der Gemeinde Schönau am Königssee kommt Bürgermeister Hannes Rasp gerne nach. (Foto: privat)

Schönau am Königssee – Vor knapp sechs Jahren hat Hannes Rasp seinen damaligen Chef Stefan Kurz als Bürgermeister von Schönau am Königssee beerbt. Nun strebt der mittlerweile 53-Jährige eine zweite Amtsperiode an, er tritt bei der Kommunalwahl am 15. März erneut als CSU-Kandidat an.

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Sollten ihm die Wähler erneut das Vertrauen schenken, will er seine Arbeitskraft vor allem dem kommunalen Klimaschutz und einer deutlichen Verbesserung des ÖPNV-Angebots widmen.

Der »Berchtesgadener Anzeiger« hat mit dem Amtsinhaber über seine Pläne für die nächsten sechs Jahre gesprochen.

Kandidaten-Steckbrief

Geboren: 10. Juli 1966 in Berchtesgaden.

Familie: Verheiratet, Vater von zwei Kindern (25 und 19).

Berufliche Ausbildung und Werdegang: 1984 bis 1987 Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten; 1987 bis 1990 Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege; 1990 bis 1999 Leiter des gemeindlichen Bauamtes in Schön­au am Königssee; 1999 bis 2014 Geschäftsleiter der Gemeinde Schönau am Königssee; seit 2014 Bürgermeister der Gemeinde.

Ehrenamtliche Tätigkeiten: Beirat im CSU-Ortsverband Schönau am Königssee; Mitglied der Königsseer Feuerwehr-Musikkapelle; Vertreter des Fachbereichs »Musik« beim Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern; Vorstandsmitglied der Freunde der Kreisklinik Berchtesgaden; Mitglied in den gemeindlichen Trachten- und Sportvereinen sowie beim Deutschen Alpenverein.

Rückblick: Kaum Konflikte im Gemeinderat

Mit Dankbarkeit blickt der Rathauschef vor allem auf die Arbeit im Gemeinderat zurück, die sehr konstruktiv sei. »Ich hatte ursprünglich schon Angst vor Reibereien, denn ich streite eigentlich nicht gerne«, räumt Rasp ein. Dass es öffentlich ausgetragene Konflikte im Gremium kaum gab, führt der 53-Jährige vor allem auf seine transparente Projektarbeit zurück. »Ich lege die Karten auf den Tisch, sodass alle Fraktionen denselben Wissensstand haben. Das schafft Vertrauen«.

In seiner bisherigen Amtszeit konnte Rasp zahlreiche Projekte realisieren. Dazu zählen der Neubau der Jennerbahn, die barrierefreie Sanierung des Rathauses und die Einführung einer Bürgermeistersprechstunde. »Aber da kam noch einiges dazu«, betont Hannes Rasp und nennt den Kindergarten-Anbau, den Ausbau der Jennerbahnstraße, den Neuanlauf beim Königsseer Hotelprojekt, die Sanierung der Sportanlage Schneewinkl, den Baubeginn beim Feuerwehrhaus Königssee, den Ankauf des Hillig-Hauses im Duftwald, den Umbau des Gasthauses »Unterstein«, die Versorgung mit schnellem Internet und die Verlegung von Speedpipes im Rahmen von Wasserleitungsprojekten für künftige Glasfaseranschlüsse.

Auch für die kommenden sechs Jahre hat sich Rasp im Falle einer Wiederwahl viel vorgenommen. Welche Themen dem amtierenden Bürgermeister dabei besonders wichtig sind, hat er im Gespräch mit unserer Zeitung ausführlich dargelegt:

Nach Vollendung des Königsseer Hotelbauprojekts soll der Ausbau der Jennerbahnstraße bis hinunter zur Steinbock-Skulptur fortgeführt werden. Ebenfalls im Rahmen des Städtebauförderprogramms wünscht sich der Königsseer den Ausbau der Seepromenade im Bereich der Seeklause, aber auch auf der anderen Seeseite bis hinüber zur Kunsteisbahn. Im Uferbereich beim Parkplatz »Echostüberl« kann sich der Bürgermeister auch die Gestaltung einer schönen Liegewiese vorstellen, aber das müsse alles noch mit den betroffenen Anliegern besprochen werden. Ferner will Hannes Rasp eine Reihe von Almen mit Abwasserleitung und Strom erschließen. »Das ist ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Bauern, die diese Infrastruktur benötigen, um den immer aufwendiger werdenden Betrieb der Almen zu gewährleisten«.

Zwei Projekte, die inhaltlich zusammenhängen, liegen Hannes Rasp ganz besonders am Herzen: Unter dem Titel »Aufbruch in die neuen 20er« will der 53-Jährige das ÖPNV-Angebot nachhaltig verbessern und den kommunalen Klimaschutz vorantreiben. Das Busfahren könnte demnach vielleicht gratis werden oder nur 1 Euro kosten, das Bezahlsystem soll soweit umstrukturiert werden, dass die Bustickets nicht mehr beim Busfahrer, sondern per Smartphone-App erworben werden. Auf den Hauptlinien sollen die Busse möglichst im Viertelstundentakt verkehren, auf der B 20 könnte eine eigene Busspur eingerichtet werden. Ferner denkt Hannes Rasp an die Einführung eines Carsharing-Angebots mit Elektrofahrzeugen und an die Einführung eines elektrischen Ortsbusses.

Der kommunale Klimaschutz könnte laut Rasp vorangetrieben werden durch den Bau von Fotovoltaikanlagen auf den gemeindeeigenen Dächern, wie beispielsweise beim Schornbad, durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED oder durch den Bau von Wasserkraftanlagen im Jennerbereich (Wasser aus dem Schneiteich) und an der Seeklause Königssee.

Neu ist für Hannes Rasp, dass er diesmal mit Sabine Kruis eine Gegenkandidatin von den Grünen hat. »Ich nehme jeden Gegenkandidaten ernst«, sagt Rasp. Klar ist aber auch, dass die Vorstellungen der beiden Kandidaten, was die Planungen bei Pletzgraben und Hotel Königssee betreffen, weit auseinander liegen. Rasp will das Hotelprojekt im großen und ganzen in der vorliegenden Variante realisieren, »weil die Zahl der Gästebetten in der Gemeinde seit 2001 von 8 600 auf 7 000 gesunken ist«. Andere Hotelstandorte in der Gemeinde will der Rathauschef dann nicht mehr weiter verfolgen.

Richtig stellen will Hannes Rasp auch die Fakten beim Pletzgraben-Ausbau. Mit Abstand die meisten Kosten trage hier der Bauwerber, der Anteil der Gemeinde sei »sehr überschaubar«. Sollte das Hotel nicht gebaut werden, dann würde der Staat den Ausbau in einigen Jahren übernehmen. Der Gemeindeanteil betrage dann rund 2 Millionen Euro, also etwa das Zehnfache der aktuell im Raum stehenden Summe. »Und die Gemeinde hätte das Recht, die Kosten auf alle Vorteilsnehmer, also die Anlieger, umzulegen«.

Natürlich gehören auch solche Konflikte zum Themenkreis, mit denen sich ein Bürgermeister beschäftigen muss. Wesentlich mehr Spaß gemacht haben Hannes Rasp aber doch die 60 Trauungen, die er im letzten Jahr zusammen mit 3. Bürgermeisterin Liesl Rasp durchführen konnte.

 

Das vollständige Interview lesen Sie in der Samstagsausgabe vom 15. Februar (oder im E-Paper).

Zurück zur Kandidaten-Übersicht: Im Porträt! Wir stellen die Bürgermeister-Kandidaten vor

Live-Ergebnisse am Wahlabend

Wir werden am Abend des 15. März natürlich wieder live alle Wahl-Ergebnisse aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein veröffentlichen.

Ulli Kastner/red