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Buntes Programm in Anger entführt in eine unbeschwerte Welt

Hans-Peter Porsche eröffnet sein »Traumwerk«

Anger – Ein Traum ist wahr geworden: Gegen 15 Uhr durchschnitt Hans-Peter Porsche am Samstag das rote Band zu seinem »Traumwerk«. Es hat sich für den Erben des legendären Autobauers Hans-Peter Porsche nicht nur ein Lebenstraum verwirklicht, die Gemeinde Anger und der Landkreis Berchtesgadener Land sind auch um eine Attraktion reicher. Mit einem bunten Programm und der kirchlichen Segnung wurde das »Traumwerk« eröffnet. Große Begeisterung, viel Emotion, Staunen, Schauen und Genießen, das waren die prägenden Faktoren am Samstag bei der Eröffnungsfeier.

Hans-Peter Porsche schneidet das Band vor dem Museum durch (v.r.): Architekt Friedrich Wehmeyer, Daniell und Aglaia Porsche, Hans-Peter und Kuni Porsche, Prokurist Andreas Mussack. (Fotos: Horn)

Der Tag startete mit einem großen Showprogramm für die geladenen Gäste. Architekt Friedrich Wehmeyer übernahm die Begrüßung. Er reflektierte in seiner Rückschau die Planungs- und Bauzeit. Vor acht Jahren hatte Hans-Peter Porsche begonnen, seinen Lebenstraum zu konkretisieren. Nach einem internationalen Architektenwettbewerb hatte Friedrich Wehmeyer aus Bad Reichenhall den Auftrag erhalten. Am 7. September 2011 war der Grundstein für das »Traumwerk« gelegt worden, nach drei Jahren war das Gebäude errichtet gewesen, ein dreiviertel Jahr hatte der Innenausbau gedauert.

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»Wir haben 40 000 Kubikmeter Beton verbaut, das Gebäude hat eine Fläche von 6 000 Quadratmetern, es gibt 1,8 Kilometer Gehwege«, gab Wehmeyer einen Einblick in die Dimension. Der Grundriss hat die Form einer liegenden »Acht«. Im Garten gibt es eine Gartenbahn mit drei Gleisweiten, die sich auf zwei Kilometer Länge verteilen. Rund 100 Firmen waren an dem Bau beteiligt.

Der kaufmännische Leiter Andreas Mussack betonte: »Hier in Anger-Aufham haben wir eine optimale Anbindung und auf dem Areal die Möglichkeit für weitere Ausbaustufen inmitten einer herrlichen Bergwelt«. Mussack weiter: »Die Innenausstattung zielt auf Qualität und nicht auf Quantität. Wir streben ein Alleinstellungsmerkmal mit wenigen Superlativen an und setzen auf Qualität«.

In einer beeindruckenden Show wurden die Gäste dann in eine Traumwelt entführt. Die »lebende Spieluhr« Irina, Palmenkünstlerin Marula Eugster mit einer akrobatischen Nummer, Sandmalerin Frauke Menger mit begeisternden Bildern und die »Tölzer Sängerknaben« mit einem mitreißenden Auftritt verzauberten das Publikum. Kern- und Höhepunkt war der Auftritt von Hans-Peter Porsche, der schlafend auf einer Bank sitzend seinen Traum träumte. In einem aufgezeichneten und eingespielten Monolog nahm Porsche die Zuschauer mit auf seine persönliche Lebensreise bis zurück in die Kindheit und rollte die Entwicklung seines Traums auf. Sohn Daniell begleitete ihn dabei in einer Figur als Sandmann. Das Ende des Traums war vorauszusehen: Hans-Peter Porsche erwachte und durfte erkennen, das alles wahr geworden ist.

Sehr emotional war der Abschluss des Programms, als Hans-Peter Porsche seinen Dank zum Ausdruck brachte an alle, die an der Verwirklichung seiner Vision mitgewirkt hatten. Die Tränen in seinen Augen zeigten die sehr menschliche Seite in ihm, und spiegelten auch ein Ziel des »Traumwerks« wider: Denn aus dem Erlös des »Traumwerks« soll ein Teilbetrag an soziale Zwecke gespendet werden. Danach galt es für Hans-Peter Porsche, seine Frau Kuni und Sohn Daniell, viele Hände zu schütteln und Glückwünsche entgegen zu nehmen, bevor Teil zwei der Eröffnungsfeier folgte. Auf dem Gelände des Traumwerks hatten die drei Musikkapellen der Gemeinde Anger und Gruppen der beiden Trachtenvereine Position bezogen. In einem bunten Zug marschierten Trachtler und Musikanten um das Gebäude, bevor am Eingang das Eröffnungszeremoniell über die Bühne ging.

Angers Bürgermeister Silvester Enzinger freute sich in seiner Ansprache, dass die einzigartige Spielzeugsammlung von Hans-Peter Porsche in der Gemeinde angesiedelt wurde und nun eröffnet werden kann. »Das »Traumwerk« wird eine gewollte Belebung für die Gemeinde und die Region bringen.«

Pfarrer Christoph Kronast spendete den kirchlichen Segen. Anschließend erfolgte die obligatorische Schlüsselübergabe des Architekten an den Bauherrn und dann kam der Moment des Banddurchschneidens. Gespannt drängten mehrere hundert Besucher über den roten Teppich in das Gebäude, denn die Gemeindebürger hatten die Möglichkeit, an diesem Tag zum Sonderpreis das »Traumwerk« zu besichtigen und sich am eigens aufgebauten Jahrmarkt im Garten zu vergnügen. Dazu gab es ein buntes Programm mit Trachtentänzen, Schnalzern, Blasmusik und kulinarischen Genüssen. Maria Horn