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»Harfenklänge für die Seele«

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Unsere Fotos zeigen Franz Burghartswieser bei der Begrüßung und Silke Aichhorn bei der Zugabe. (Fotos: Kaiser)
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Weil Silke Aichhorn, die als Solistin und Kammermusikerin »an allen Ecken der Welt« konzertierende Harfenistin aus Traunstein, spürte, dass der Ambulante Hospizdienst der Caritas in Traunstein Unterstützung wert ist, erklärte sie sich nach einer Anfrage im Herbst 2012 spontan dazu bereit, als »Hospizbotschafterin« zu helfen. Aus diesem Engagement heraus unterstützt sie mit ihrer brandneuen CD »Harfenklänge für die Seele«, der nunmehr 19. Scheibe in ihrer Diskographie, die entspannte, anrührende Werke birgt, die Organisation; Ausschnitte daraus stellte Silke Aichhorn in einem Benefizkonzert für die Hospizbewegung in der Kirche Heilig Kreuz in Traunstein vor.


Franz Burghartswieser, der Geschäftsführer des Caritas-Zentrums Traunstein, begrüßte mit großer Freude und Dankbarkeit die Künstlerin und die zahlreichen Gäste im Kirchenrund, nachdem Silke Aichhorn den Abend mit »The Miller's Daughter«, einer alten Waliser Weise aus der Sammlung von John Thomas, mit freundlich fließender, arabeskenumrahmter Melodie eröffnet hatte. Sehnsuchtsvoll klang »die russische Seele« aus der »Elegie« im Gedenken an Michail Glinka von Xsenia Erdelky, die als eine der Gründerinnen der modernen russischen Harfenschule gilt. Einschmeichelnd schön erklang eine Barcarole aus Pjotr Iljitsch Tschaikowkys Klavierzyklus »Die Jahreszeiten«. Schwermut und Lebenswille zugleich sprachen aus der Volksweise »My Love is like a red, red Rose« im Satz der Harfenistin Kim Robertson.

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Der englische Komponist Jakob Blumenthal schrieb brillante Salonstücke für Klavier. Seine Caprice »La Source« (Die Quelle), ebenfalls von John Thomas für Harfe eingerichtet, beschreibt sprudelndes Wasser in seiner behutsamen Kraft, wie es eben nur eine Harfe kann. Überhaupt hatte Silke Aichhorn in ihren Stücken »viel Wasser zu bewältigen«, wie schon in der Barcarole und gewissermaßen auch in der »Galliard to Lachrimae« des John Dowland, der von sich sagte, er sei »immer der selbe Dowland, immer in Trauer«: das aber immer in vornehmer Art! Zwei Kompositionen von G. F. Händel verband Silke Aichhorn zu einer »Mini-Suite«. Dem Harfensolo aus der »Symphony« zum Oratorium »Saul«, das schildert, wie der junge David König Saul vorspielt, um ihn aus seinen Zwangsvorstellungen zu befreien, folgte eine Sarabande, wunderbar passend in Tonart und Notentext.

Diesen acht Titeln aus den insgesamt 18 der neuen CD fügte Silke Aichhorn nach einer kurzen Zwischenmoderation über die Technik und die Anforderungen des Harfenspiels noch drei Gustostücke aus früheren Aufnahmen an. Sehr »viel Wasser bewältigte« die Harfe bei Bedrich Smetanas »Moldau«: Die kleinen Quellbäche, der breit strömende Fluss, seine Stromschnellen formten sich mit den Szenen einer Jagd und einer Bauernhochzeit sowie einem Nymphenreigen in der Mondnacht effektvoll zu einer neuen Hörerfahrung.

Die »Elegie auf den Tod eines Schäfers« von Bernard Andrès gestaltete Silke Aichhorn zu einem anrührend schönen musikalischen Gesamterlebnis, und mit dem »New Blues«, einem Blues der frischen Sorte der amerikanischen Jazz-Harfenistin Deborah Henson-Conant, schloss das Programm, wurde dann noch von J. S. Bachs Andante aus der Violinsonate Nr. 2 ergänzt.

Damit zitierte Silke Aichhorn wieder aus ihrer neuen CD, die noch weitere Titel von Bach enthält (Jesus bleibet meine Freude; die Aria aus den Goldbergvariationen), daneben eine Chaconne von Pachelbel, ein Imprommptu von Schubert, »Confidence« von Hasselmans und Liszts Vertonung des Heine-Gedichts »Im Rhein, im schönen Strome«. Humperdincks »Abendsegen« und ein »Irischer Reisesegen« zu einer Taizé-Melodie runden die Auswahl ab.

Die CD »Harfenklänge für die Seele« wurde im Tonstudio Digiton Traunstein (Tonmeister Jürgen Hagen) aufgenommen und ist unter www.silkeaichhorn.de erhältlich. Mit ihrem Kauf unterstützt man die Hospizbewegung Traunstein. Engelbert Kaiser