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Harfenmusik zur Weihnachtszeit

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Silke Aichhorn beim Konzert in der voll besetzten evangelischen Kirche in Siegsdorf.

Drei Minuten war sie am ersten Weihnachtsfeiertag im Fernsehen zu hören, die Traunsteiner Harfenistin Silke Aichhorn. Wer noch mehr von ihr hören wollte, kam in die evangelische Kirche nach Siegsdorf. Die festliche Adventssoiree dort ist für viele bereits ein fester Programmpunkt in der Weihnachtszeit. Denn seit vielen Jahren gestaltet die Traunsteiner Harfenistin mit der Siegsdorfer Journalistin Petra Plützer dieses Konzert im Advent. Zum Klang der Harfe bei Kerzenschein gibt es besinnliche Texte.


Pfarrer Michael Kraus freute sich wie alle Jahre wieder über das übervolle Haus, über all die vielen Besucher, die so eng zusammen rücken wie sonst nur am Weihnachtsabend selber. So entsteht eine warme, gemütliche Atmosphäre – »ich komme immer wieder gerne hier ins Wohnzimmer«, scherzte Silke Aichhorn.

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Kann es das geben, zu viel Weihnachten? So sahen es jedenfalls Ochs und Eselchen, die einst bei Jesus´ Geburt im Stall mit dabei waren und sich jetzt den Weihnachtsstress der Menschen aus der Nähe ansehen mit all seiner Hektik und sinnentleerten Ritualen in der humorvollen Geschichte von Dino Buzzati. In der Siegsdorfer Kreuzkirche dagegen schien an diesem Abend die Zeit still zu stehen. Da perlten die Saiten der Harfe und ließen die Quelle von Alfons Hasselmann erklingen.

Genussvoll schlossen die Zuhörer die Augen zu der Musik von Debussy oder Scarlatti. Silke Aichhorn hatte wieder eine ganze Bandbreite wunderschöner Musikstücke quer durch die Jahrhunderte mitgebracht, die sie ihrem Publikum jeweils kurz und kenntnisreich erläuterte. Dabei ist vieles im Original nicht für die Harfe geschrieben worden. »Bach hätte sicher für dieses Instrument komponiert, wenn er es in seiner heutigen Form gekannt hätte«, ist sich die Musikerin sicher und bewies es durch beeindruckende Adaptionen wie die der Suite 1006a, ursprünglich gesetzt für Laute und Geige. Harfenmusik zur Weihnachtszeit - »ich möchte Ihnen den Advent schön gestalten«, hatte Silke Aichhorn zu Beginn dieser besinnlichen Stunde gesagt. Nachdenkliches zum Schluss gab es mit dem Text von Werner Bartsch »Nehmen wir an«. Grausam handelte König Cäsar Augustus an Jesus. »Aber das Leuchten des Sterns kann kein Herrscher verhindern. Wir tragen es weiter – durch unser Tun.«