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Orchester präsentiert beim Musiksommer-Konzert Werke von Weber, Wagner und Grieg

Harmonische Klänge mit den Münchner Symphonikern

Ein ganz besonderes Konzerterlebnis mit romantischem Nachhall und Melodien zum Träumen präsentierten die Münchner Symphoniker beim Musiksommer-Konzert im gut besuchten k1-Saal in Traunreut.

Die Münchner Symphoniker bewiesen einmal mehr, dass sie einen Konzertbesuch wert sind. (Foto: Benekam)

Das Konzert bot mit Werken von Weber, Wagner und Grieg den krönenden Abschluss eines schönen Familientages. Die Münchner Symphoniker sind Garant für niveauvolle Konzerte mit Werken aus allen musikalischen Gattungen. Mit ihrem extrovertierten Musizierstil zeigten sie sich in Traunreut mit ansteckender Musizierfreude und glänzten mit homogenem Zusammenspiel unter dem temperamentvollen Dirigat von Olivier Tardy.

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Den Auftakt bildete die Ouvertüre zu »Der Freischütz« von Carl Maria von Weber. Die 1821 in Berlin uraufgeführte Oper war damals ein triumphaler Erfolg und ist bis heute viel gespielt. Die Botschaft der Ouvertüre spiegelt thematisch die gesamte Oper wider und lässt den Hörer unmittelbar die Gefühlspalette von Liebe bis Hass oder dem Kampf zwischen Gut und Böse erahnen. Dementsprechend abwechslungsreich und kurzweilig ist der Hörgenuss für den Zuhörer. Webers Tonsprache ist bewegend und akzentuiert und ließ in der großartigen Umsetzung der Münchner Symphoniker die begeisterten Konzertbesucher voll in das musikalische Thema eintauchen.

Nicht weniger angetan waren die Zuhörer von Webers Konzert für Fagott und Orchester in F-Dur, bei dem der erst 18-jährige Fagottist Andrea Cellacchi sein herausragendes Können durch große Intervallsprünge und rasche Spielfiguren an dem auch rein optisch attraktiven Instrument zeigte. Mit erfreulicher Leichtigkeit meisterte er mit fast tänzerischen Bewegungen am Instrument die schwierigsten Passagen in immer harmonischem Zusammenwirken mit dem Orchester. Als die Zuhörer am Ende dieses Werkes des Klatschens nicht müde wurden, gab es ein Fagott-Solo: eine für Fagott umarrangierte Suite für Flöte von Johann Sebastian Bach in D-Dur, mit der Andrea Cellacchi die Konzertbesucher in die Pause schickte.

Als »Verherrlichung des Familien-Kultus« betitelte Franz Liszt den »Symphonischen Geburtstagsgruß«, den Richard Wagner seiner frisch angetrauten jungen Gattin Cosima in aller Heimlichkeit geschrieben hatte: das »Siegfried-Idyll«. Wagner hat in ihm vier Motive aus seinem Musikdrama »Siegfried« verarbeitet. Das 1870 im engsten Familienkreis uraufgeführte Werk besticht bis heute mit idyllisch-verklärten Klangfarben, in denen der damals 57-jährige Komponist seiner Frau eine musikalische Liebeserklärung gemacht hatte.

Bei soviel Klangschönheit und Harmonie könnte man meinen, sei es schwer, auf gleichbleibend hohem Spielniveau anzuknüpfen. Dies gelang den Münchner Symphonikern aber mit Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite Nr. 1. Ihr erster Satz »Morgenstimmung« mag allein schon deshalb eine Art Heimspiel für Fans klassischer Musik sein, weil er durch seine häufige Verwendung in Filmen und in der Werbung zu den wohl bekanntesten klassischen Melodien zählt. Trotzdem oder gerade deshalb brachte Griegs Komposition, die er zu einem Bühnenstück für den Dichter Hendrik Ibsen geliefert hatte, die Konzertbesucher zum Schwärmen.

Ebenso bekannt wie beliebt ist auch der vierte Satz, »In der Halle des Bergkönigs«, der im frühen deutschen Tonfilm von Fritz Lang Verwendung fand. Es war den Orchestermusikern und dem Dirigenten Tardy anzumerken, dass sie voll in den gespielten Werken aufgingen. Der gesamte Saal war erfüllt von großer Emotion, der musikalische Gedanke aller gespielten Werke schien von den Komponisten auf die großartigen Musiker übergesprungen zu sein und traf die Zuhörer mitten ins Herz. Kirsten Benekam