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Haus der Kinder: Arbeiten im Zeitplan

Traunreut. Eine etwas ungewöhnliche Grundsteinlegung fand beim Neubau des Hauses für Kinder der Jugendsiedlung in Traunreut statt. Der eigentliche Grundstein wird erst zu einem späteren Zeitpunkt im Spielflur der neuen Kindertagesstätte einbetoniert, wenn der Aufbau des Bodens fertiggestellt ist. Jetzt fand eine Grundstein-Einsegnung statt, bei der sich die Gäste schon einmal einen Eindruck vom neuen Gebäude verschaffen konnten.

Pfarrer Thomas Tauchert (rechts) segnete die Räume im neuen Haus für Kinder der Jugendsiedlung – ganz zur Freude des Vorsitzenden Georg Mehler (Mitte) und des Ehrenvorsitzenden Rudolf Bayer (sitzend). (Foto: Mix)

Vorsitzender Georg Mehler erklärte die Idee

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Der Vorsitzende der Jugendsiedlung Traunreut, Georg Mehler, erläuterte den Gästen bei der Grundstein-Einsegnung die Idee: In der Mulde im Boden des Spielflures wird die übliche Kapsel, die dort zu einem späteren Zeitpunkt einbetoniert wird, durch eine Glasplatte sichtbar bleiben und von oben durch einen Lichtschacht auch beleuchtet werden. Neben der Kapsel sollen später Bilder der Kinder liegen, die das Haus besuchen und dessen fortlaufende Geschichte erzählen. Immer wenn ein Jahrgang aus der Kindertagesstätte in Richtung Schule entlassen wird, könnten sich die Kinder dort verewigen.

Georg Mehler erläuterte die Planung für das integrative Haus für Kinder, in dem zwei Kindergartengruppen mit jeweils 25 Kindern und drei Krippengruppen mit jeweils zwölf Kindern ab 1. September betreut werden sollen. Nachdem er vor einem Jahr noch nicht einmal von einem neuen Haus für Kinder gewusst habe, sei es »sehr beeindruckend, wie weit wir jetzt hier schon sind«.

Die Planung und der bisherige Bau seien in beachtlichem Tempo erfolgt. »Ich bin deshalb auch optimistisch, dass wir den Eröffnungstermin 1. September einhalten werden.« Bei der Planung sei es vor allem um Licht, Raum und Natur gegangen, drei wichtige Elemente in dem Neubau.

Der ausführende Architekt Thomas Bachmayer aus Vachendorf nannte ein paar Zahlen zum Bau. Insgesamt umfasst das Haus rund 4000 Kubikmeter umbauten Raum und bietet eine Nutzfläche von 1000 Quadratmetern, was zwölf Quadratmeter pro Kind bedeutet. Die Kosten für den Bau liegen bei 3,5 Millionen Euro. Neben dem staatlichen Zuschuss übernimmt die Stadt 2,2 Millionen Euro. Rechtzeitig vor Weihnachten wurde das in Holzbauweise errichtete Gebäude so weit aufgestellt, dass das Dach aufgesetzt werden konnte, inzwischen sind bereits einige Fenster eingebaut und die Installationsfirmen arbeiten im Inneren des Hauses.

Gesetzlicher Auftrag wird erfüllt

Bürgermeister Franz Parzinger führte aus, dass die Stadt mit den hier entstehenden Plätzen für Krippenkinder den gesetzlichen Auftrag voll erfüllt. Ab September, wenn das Haus für Kinder und die zweite städtische Krippe fertig sind, gibt es in der Stadt 136 Krippenplätze. Das Stadtoberhaupt findet das auf dem Gelände der Jugendsiedlung in der Adalbert-Stifter-Straße entstehende Areal sehr interessant, weil hier Kleinkinder, Jugendliche und Senioren – direkt nebenan entsteht ein Seniorenwohnheim – nahe beisammen sind. »Man sieht schon jetzt sehr schön die Konstruktion des Hauses und kann sich ein Bild davon machen, wie es einmal wird«, freute sich der Bürgermeister.

Der katholische Pfarrer Thomas Tauchert und die evangelische Pfarrerin Betina Heckner nahmen die Einsegnung des Hauses vor. Tauchert ging auf das Bibelwort ein: »Wir heißen Kinder Gottes und sind es auch.« Er wünsche sich, dass die Kinder in diesem Haus Halt und Sicherheit finden mögen und sich frei entwickeln könnten. Der Geistliche betonte jedoch auch, dass die Verantwortung für die Erziehung der Kinder nach wie vor bei den Eltern liege, diese aber in den Kindertagesstätten wertvolle Anregungen für die Erziehung und Förderung ihrer Kinder erhalten können. mix