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Der Vorsitzende des Vereins Heimathaus Traunreut, Gerhard Wonner, und Schriftführerin Gerda Reb freuen sich über eine funktionstüchtige Küche. Die Küche im Heimathaus Traunreut wurde komplett erneuert. Die Kosten in Höhe von 15 000 Euro wurden zum Großteil vom Haus des Deutschen Ostens übernommen. (Foto: Rasch)

Heimathaus Traunreut: Spurensuche im Banat und in Siebenbürgen

Traunreut – Der Verein Heimathaus Traunreut veranstaltet nach zwei Jahren Pause wegen der Pandemie nun im Herbst eine Rumänienreise. An den 13 Tagen können die Teilnehmer nicht nur die Sehenswürdigkeiten entlang der Route besichtigen, sondern auch die Menschen kennenlernen, die dort leben. Die Rumänienreise »Auf den Spuren banater, rumänischer und siebenbürgischer Kultur« ist vom 1. bis 13. Oktober. Anmeldungen sind bis zum 15. Juli möglich. Darüber informierte der Vorsitzende des Heimathauses, Gerhard Wonner, in der Jahreshauptversammlung des Vereins im Heimathaus.


Die Reise nach Rumänien sei so ausgelegt, dass auch Menschen reiferen Alters gut mithalten können, sagte Wonner. Bei den Stadt- und Museumsbesuchen werde ausschließlich geschultes Personal vorgehalten.

Weiter bot der Vorsitzende an, die Bayerische Landesausstellung »Typisch Franken«, die vom 26. Mai bis 6. November in Ansbach läuft, zu besuchen. Sollten sich genügend Interessierte für eine Busreise nach Ansbach anmelden, schlug Wonner eine Fahrt im Juni vor. Auf Nachfrage in der Versammlung erklärten sich spontan eine Handvoll Mitglieder bereit mitzufahren.

Wie der Vorsitzende weiter mitteilte, seien für heuer im Moment keine Vorträge oder dergleichen geplant, zumal eine vernünftige längerfristige Planung nicht möglich gewesen sei.

Wie in allen anderen Kultureinrichtungen musste auch der Verein Heimathaus in den vergangenen zwei Jahren auf Veranstaltungen in den eigenen vier Wänden verzichten. Nachdem die Corona-Auflagen gelockert wurden, füllt sich das Haus langsam wieder. Die nächste größere Veranstaltung im Heimathaus ist eine Muttertagsfeier, die der Verein Licht für Kinder am Samstag, 7. Mai, veranstaltet. Der Verein Licht für Kinder sei als neue Gruppe – neben zwei Einzelmitgliedern – dem Verein Heimathaus beigetreten, teilte der Vorsitzende mit. Aktuell zähle der Heimathaus-Verein 67 Mitglieder, davon seien 20 Mitglieder Gruppen.

Die Heimatstube und Ebert-Stube im Heimathaus werden seit November letzten Jahres als Corona-Testzentrum in Anspruch genommen. Die Stadt Traunreut hat das städtische Gebäude einem privaten Anbieter für Corona-Tests kostenlos zur Verfügung gestellt und übernimmt auch die Reinigungskosten.

Renovierte Küche wird in Betrieb genommen

Durch die Lockerungen der Corona-Auflagen kann im Heimathaus auch die vor rund zwei Jahren komplett renovierte Küche nun in Betrieb genommen werden. Wie Wonner dazu mitteilte, habe das »Haus des Deutschen Ostens« hier den Großteil der Kosten in Höhe von 15 000 Euro übernommen.

Über den Stand der Bemühungen um ein Museum in Traunreut informierte Fritz Bantscheff: »Die Bemühungen sind groß, der Stand gleich Null«, sagte er kurz und bündig. Der Ver-ein bemüht sich seit Jahren um ein Stadtmuseum. Laut einer Machbarkeitsstudie einer Kunsthistorikerin aus dem Jahr 2016 verdiene Traunreut ein Museum. Die Stadt könne auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken, wie sie nur wenige Städte in den vergangenen Jahrzehnten erleben durften und die hinreichend Anlass zum Stolz biete.

Durch eine bislang schon vorgehaltene, archivierte Teilsammlung sind nach Auffassung der Kunsthistorikerin auch die Voraussetzungen für ein Museum bereits erfüllt. In der Tat werden seit Jahren Exponate gesammelt und seit dem Umzug der Feuerwehr nach Oderberg im früheren Traunwalchner Feuerwehrhaus gelagert. »Das Lager füllt sich«, bestätigte Bantscheff. »Kostbare Exponate und Leihgaben wollen die Besitzer aber erst dann zur Verfügung stellen, wenn wir vernünftige Räume haben.« Ein Zeitzeugnis, das im Heimathaus noch fehlt und künftig in der Heimatstube einen würdigen Platz finden soll, hat Bantscheff anfertigen lassen: eine Tafel, die die Gründung der Südostdeutschen Landsmannschaft 1952 in Traunreut dokumentiert.

Als Vertreter des Kreisverbands Traunstein-Berchtesgadener Land der Sudetendeutschen Landsmannschaft teilte Franz Jaksch mit, dass nach zwei Jahren Pause wegen der Pandemie bei einem Fest der Landsmannschaften wieder gefeiert wird – und zwar mit Musik der Blaskapelle »Schabernack« sowie Tanzgruppen und Liedern aus Bayern und dem Sudetenland am Samstag, 18. September, um 14 Uhr im k1. Als Ansager konnte Gustl Lex gewonnen werden, die Schirmherrschaft übernimmt der Traunreuter Bürgermeister Hans-Peter Dangschat.

Dem Kassier Konrad Reiter wurde eine einwandfreie Kassenführung bestätigt. Die Anregung aus der Versammlung, einmal im Jahr im Heimathaus ein gemeinsames Fest mit allen Landsmannschaften als eine Art Begegnung untereinander zu feiern, ist nach Auffassung des Vorsitzenden vorstellbar.

ga