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Heimische Journalisten auf WM-Podest

Mit über 200 Berufskollegen aus mehr als 30 Nationen trafen sich sechs skibegeisterte deutsche Journalisten in Italien zur Ski-Weltmeisterschaft ihres Berufsstandes. Der Weltverband SCIJ hatte zum 60. Internationalen Treffen ins lombardische Ponte di Legno eingeladen. Erfolge fürs deutsche Team verbuchten die Bayern, darunter Heimatzeitungs-Mitarbeiterin Veronika Mergenthal: Sie freute sich über Bronze im Skilanglauf und Platz fünf in der Kombi-Wertung. Kollege Ralf Scheuerer vom Funkhaus Regensburg wurde mit ersten Plätzen sowohl beim Riesenslalom als auch beim Langlauf Kombinations-Weltmeister.

Die Geburtsstunde des SCIJ schlug 1951 bei einer Außenministerkonferenz in Paris. Enttäuscht über die fehlende Kommunikation untereinander, setzten die Pioniere ihre Vision 1955 in die Tat um. Zum ersten Treffen nach Frankreich kamen 65 Journalisten aus acht Ländern, die sich über ihre Hobbys und den Austausch in Zeiten des Kalten Kriegs näher kamen. 1972 und 1998 hatte die Ski-Journalisten-WM bereits in Bayerischzell stattgefunden.

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Zum deutschen Team gehörten auch Stefanie Weinberger aus München vom Tour-Radmagazin sowie drei Westfalen: Hans-Günter Klemm vom Fußballmagazin »Kicker«, Ulli Bruenger von der Deutschen Presseagentur und Vivienne Radermacher, derzeit als ARD-Korrespondentin in Paris.

Zur WM-Eröffnung zogen die Nationen mit ihren Fahnen durch die alte Bergstadt und wurden vom Bürgermeister und der Musikkapelle willkommen geheißen. Höhepunkt war der Nationenabend mit Spezialitäten aus jedem Land. Am deutschen Tisch kam ein Mix aus Regensburger Bier, Schmankerln aus dem Berchtesgadener Land und Ruhrpott-Currywurst bestens an.

In aller Ruhe konnten die WM-Teilnehmer, zunächst in Frühlingswärme, das weitläufige Skigebiet mit seinen 40 Abfahrten erkunden. Drei Kabinenbahnen, 20 Sessellifte und fünf Schlepplifte führen bis auf luftige Höhen zwischen 2000 und 3000 Meter mit Traum-Powder, gerade im reizvollen Freeride-Gelände. Die imposante Adamellogruppe zwischen Gardasee und Ortler westlich der Brenta-Dolomiten ist im Zentrum stark vergletschert und überwiegend Naturschutzgebiet. Höchster Gipfel ist die Cima Presanella mit 3556 Meter.

Beim Riesenslalom kämpfte sich Ralf Scheuer mit 44,02 Sekunden auf Gesamtrang drei und wurde bei den Senior-Herren Erster vor Dario Cavaliere (Italien) und SCIJ-Präsident Miguel Angel Aquiso (Schweiz). Klemm wurde bei den Super-Senior-Herren 26., Bruenger riskierte alles und stürzte.

Bei den Super-Senior-Damen schaffte Radermacher Rang fünf. Weinberger und Mergenthal fuhren auf die Plätze acht beziehungsweise 13 ihrer Klasse Senior-Damen. Dabei sein war bei allem Ehrgeiz alles – und so durften auch Ski-Novizinnen aus Marokko oder der Türkei antreten, deren Parkett eher die abendliche Disko war.

Herausforderungen beim klassischen Langlauf waren der Neuschnee in der Loipe und die über Nacht eingetretene eisige Kälte, die auf den leicht bergauf führenden ersten 800 Meter das Atmen erschwerte. In einem idyllischen Hochtal sprinteten die Damen eine Runde à 2,2 Kilometer und die Herren zwei Runden.

Veronika Mergenthal kam beim Massenstart aus zweiter Reihe gut weg, setzte sich nach zwei Norwegerinnen an die Spitze des Pulks und konnte ihre Position halten. Sie lief mit 11:22,10 als Dritte in ihrer Klasse und Gesamt-Sechste von 56 Damen nach Cecile Aarseth (10:36,40) und Anniken Schioll (10:46,00) ins Ziel.

Scheuerer gewann sein Rennen in 15:56,20 mit gut drei Minuten Vorsprung vor dem Finnen Kimmo Sarlin und Miguel Aquiso. Bruenger lief tapfer auf Platz 16. Weinberger, die in Kanada 2011 Journalisten-Weltmeisterin im Langlauf geworden war, wurde leider disqualifiziert: Nach verpasstem Start startete sie nachträglich bei den Junior-Damen und war mit deutlich unter 10 Minuten die schnellste Frau, was jedoch nicht gewertet wurde. vm