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Strahlende Gesichter: Die drei Erstplatzierten der 100-Meilen-Distanz ließen sich feiern (von links) der Zweitplatzierte Ben Wächter, der Sieger Alois Hundseder und der Drittplatzierte Jonathan Gakstatter. (Fotos: Gerhard Chaloupka)
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Die 100-km-Läufer mussten ebenfalls den Hochfelln bezwingen und hatten beim Start noch schwierige Bedingungen. Es regnete in Strömen.

Heimische Läufer dominieren den Chiemgauer 100

Was für ein tolles Lauffest beim TSV Bergen! Bereits zum 18. Mal ging der Chiemgauer 100 über die Bühne. Der Ultra-Berglauf fand heuer zum zweiten Mal unter der Regie des neuen Orga-Teams von Bergen statt.


Die beiden Distanzen von 100 Kilometern (5000 Höhenmeter) und 100 Meilen – das sind 161 Kilometer – (7700 Höhenmeter) waren mit knapp 120 Teilnehmern und Teilnehmerinnen sehr gut besetzt. Die Zahl der Starter war dabei leicht rückgängig, was aber auf die starke Konkurrenz anderer Laufveranstaltungen zurückzuführen ist. Die Starter kamen aus ganz Deutschland und aus allen Teilen der Welt. So waren unter anderem Läufer aus Brasilien, Bangladesch, Mexiko, USA, Neuseeland, Lettland, Tschechien, Schweden, Polen und England in Bergen am Start.

Bereits am Freitag starteten die 100-Meilen-Läufer, die ab 13 Uhr stündlich ihren Startzeitpunkt selbst auswählen konnten. Nach einer sehr regenreichen Nacht, die den Läuferinnen und Läufern aber nichts anhaben konnte, kam der erste Meiler am frühen Samstagabend auf dem Bergener Sportplatz wieder ins Ziel.

Trotz des großen internationalen Starterfeldes waren es die einheimischen Läufer, die die beiden Distanzen dominierten! So konnte nach einem missglückten Versuch im vergangenen Jahr nun endlich Alois Hundseder aus St. Georgen, der für das Team THY Chiemgau startet, seinen Traum wahr machen. Er siegte auf der 100-Meilen- Distanz in einer Zeit von 25:17:55 Stunden. Der bekannte Ultraläufer – er hat unter anderem schon zwei Siege auf der 100-km-Distanz beim Chiemgauer 100 inne – kam unter viel Jubel und Beifall ins Ziel. Die weiteren Podestplätze belegten Ben Wächter aus Berchtesgaden (27:50:16 Stunden) und Jonathan Gakstatter (27:56:23). Die 100 Meilen der Damen konnte Anka Hausmann mit einer hervorragenden Zeit von 31:33:45 Stunden für sich entscheiden. Weitere Frauen erreichten auf dieser Distanz in diesem Jahr das Ziel nicht.

Die 100-km-Läufer starteten gemeinsam am Samstag um 5 Uhr morgens – immer noch bei strömendem Regen. Insgesamt gingen auf dieser Distanz knapp 80 Athletinnen und Athleten auf die Strecke. Als erste Dame erreichte mit einer starken Zeit von 15:30:59 Stunden Hannah Kilgenstein aus Reit im Winkl das Ziel. Auf den weiteren Plätzen folgten Alma Vitola aus Lettland (16:58:58) und Angela Hochlehnert (18:37:47).

Bei den Herren auf der 100-km-Distanz gewann Holger Birkicht vom TSV Bergen Trailrunning. Er finishte mit einer bombastischen Zeit von 12:30:30 Stunden – natürlich sehr zur Freude des Bergener Orga-Teams. Hinter ihm kam mit Patrick Kühn vom TSV Traunwalchen ein weiterer Einheimischer als Zweitplatzierter in einer Zeit von 12:43:49 Stunden ins Ziel. Timon Günther vom Salomon Rookie-Trail-Team wurde in einer Zeit von 13:07:42 Stunden Dritter. Hervorragend war auch wieder die Leistung der zahlreichen Helferinnen und Helfer, die am Basecamp des TSV Bergen sowie an den vielen Verpflegungspunkten auf der weitreichenden Strecke (unter anderem Hochfelln, Kampenwand, Hochgern, Hörndlwand) voller Ehrgeiz ihren Aufgaben nachgingen und immer ein aufmunterndes Wort für die geplagten Läufer übrighatten. Das Orga-Team dankte auch den Streckenmarkierern, die schon weit im Vorfeld dafür sorgten, dass die Strecke überall gut zu finden war.

Ohne den Einsatz dieses einzigartigen fast hundertköpfigen Helferteams wäre die Austragung eines derartigen Laufs nicht möglich. Bei der gemeinsamen Siegerehrung am Sonntagvormittag sah man viele glückliche Gesichter, die die familiäre und unaufgeregte Atmosphäre des Chiemgauer 100 sichtlich genossen haben.

MK