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Hinterglasbilder von Kurt Lohwasser im Kulturraum des Landschulheims Marquartstein

Heimische Motive in alten Rahmen

Eine bezaubernde, kleine Ausstellung ist bis zum Ende des Schuljahrs im Kulturraum des Staatlichen Landschulheims im Neuen Schloss zu sehen. Kurt Lohwasser, der bis zu seiner Pensionierung vor drei Jahren als Lehrer für Biologie und Chemie an der Schule unterrichtet hat, zeigt einige seiner wunderschönen Hinterglasbilder.

Kurt Lohwasser neben einigen seiner Hinterglasbildern im Kulturraum des Staatlichen Landschulheims Marquartstein. (Foto: Giesen)

Der große Kulturraum neben dem Lehrerzimmer mit seiner nach barockem Vorbild entstandenen Stuckdecke, Parkettboden und der hohen, schlossähnlichen Eingangstür eignet sich hervorragend für die kleine, heimelig anmutende Prä-sentation der Bilder mit ihren großenteils alten Rahmen, die Lohwasser zum Teil am Wertstoffhof oder auf Flohmärkten gefunden hat. Da gibt es zum Beispiel zwei Bilder in leuchtendem Gelb, »Getreideernte« und »Das Korn ist reif«, auf denen metallene Stäbe noch das alte Glas schützen.

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In einem alten vierteiligen Fensterrahmen vom alten Schweinestall des Grabenstätter Schlosses sind jetzt »Erntearbeiten« im Herbst zu bewundern, wozu als Vorlage Bilder der kroatischen Malerin Katharina Henc dienten. Mehrere der Hinterglasbilder Lohwassers haben die Fraueninsel mit dem alten Kloster als Motiv, einige sehr hübsche Blumenbilder wie »Wilde Rosen«, auf altem Glas oder »Vergissmeinnicht«, das schon vor Jahrzehnten entstandene, älteste Bild der kleinen Präsentation.

Kurt Lohwasser beschäftigt sich schon seit 30 Jahren mit der Hinterglasmalerei. Anfangs malte er oft Heiligenbilder, die er gerne Freunden und Kollegen zu verschiedenen Anlässen schenkte. Mit der Zeit vergrößerte er seine Fertigkeit immer mehr. Grundsätzlich gibt es bei der Hinterglasmalerei eine Vorlage – Fotos, Zeichnungen, Postkarten etc., die unter das Glas gelegt. Lohwasser verwendet besonders gerne Vorlagen des Marquartsteiner Malers und ehemaligen Lehrers für Kunsterziehung, Georg Beyer, den er sehr bewundert.

Das Bild »Meine Schule« zum Beispiel, das das Staatliche Landschulheim zeigt, an die Lohwasser schon 1972 beordert wurde und seitdem nie mehr verließ, ist nach einem Bild von Georg Beyer entstanden. Für das Malen auf Glas gibt es spezielle Acrylfarben, die schnell trocknen, sodass man kaum mehr etwas korrigieren kann, erklärt Kurt Lohwasser. Früher habe er deshalb so manches wegwerfen müssen. Natürlich sei das auf Glas gemalte Bild in den Farben nie genauso wie das Original. »Für mich war und ist das Malen – oft mit klassischer Musik im Hintergrund – ein-fach die ideale Entspannung – es lenkt ab von so manchen Problemen«, so Lohwasser.

Musikalisch wurde die Vernissage bereichert durch die Darbietungen einiger Schüler der Unter- und Mittelstufe auf ihren Instrumenten unter der Leitung von Musiklehrerin Dr. Astrid Cieslik. Der kommissarische Schulleiter Martin Bauhofer freute sich, dass der Kulturraum der Schule im vergangenen Jahr durch mehrere große Ausstellungen mit Bildern von Karl-Heinz Hauser, Digitalfotografien von Anton Steinbacher und verschiedenen Schülerarbeiten so gut genutzt wurde.

Die Hinterglasbilder von Kurt Lohwasser können im Kulturraum neben dem Lehrerzimmer bis Mittwoch, 30. Juli, von allen Interessierten an Werktagen von 8 bis 17 Uhr besucht werden. Christiane Giesen