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Heimisches Quintett mit ambitionierten Zielen

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Er darf sich auf seine vierte Junioren-WM freuen: Albert Kuchler. Zweimal war er in der Altersklasse Junioren dabei, nun zum zweiten Male in der Klasse U 23. (Foto: DSV)

Mit einem Quintett sind die Skilangläufer des Stützpunkts Ruhpolding bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Vuokatti (Finnland) vertreten. Bei den Titelkämpfen vom 8. bis 14. Februar werden – wie bereits gemeldet – Alexander Brandner (WSV Bischofswiesen), Alexandra Danner (SC Lenggries), Albert Kuchler (SpVgg Lam), Florian Knopf (SLV Bernau) und Anian Sossau (SC Eisenärzt) ins Rennen gehen.


Der Jüngste im Bunde ist Alexander Brandner. Der 20-Jährige startet als einziger der heimischen Aktiven in der Altersklasse Junioren. »Ja, es ist meine erste WM. Ich gehe aber ziemlich locker ran und versuche, mein Bestes zu geben. Man kann die Leistungsstärke der Konkurrenz nur schwer einschätzen, schließlich ist es ja das erste Rennen der Saison mit Beteiligung aus der ganzen Welt.« Zwar hatte er schon vor der Saison »das Ziel, dass ich es schaffe, aber ich habe es auf mich zukommen lassen.«

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Chance für Brandnerbei der Landespolizei

Brandner hat für den Sport sogar seine Schullaufbahn vorzeitig beendet. In diesem Jahr wäre das Abitur für ihn angestanden, doch dann kam im vergangenen Herbst das Angebot, bei der Landespolizei in Ainring eine Ausbildung zu absolvieren – und damit gleichzeitig als Profi im Skilanglauf abgesichert zu sein. »Das war eine gute Entscheidung. Denn ich bin bei der Polizei gut aufgehoben, und man weiß nicht, ob ich heuer dort mit der Corona-Situation wieder eine Chance bekommen hätte.« Nun freut er sich auf die WM-Teilnahme. Zwar gebe es noch keinen wirklichen Wettkampf-Rhythmus, doch durch die internen Testrennen »läuft es jetzt schon ganz gut«, freut sich der 20-Jährige.

Danner: Starke Form beimSaisonstart macht Mut

Gut lief die Saison letztlich auch für Alexandra Danner. Dabei hatte sie sich Ende Oktober mit dem Coronavirus infiziert. »Aber ich hatte nur leichte Symptome, und nach der Quarantäne gab es einen großen Check-Up«, erinnert sich die Bundespolizistin. Ihr Saisonstart war dennoch stark. Sie überzeugte sowohl beim Continentalcup in Goms (Schweiz) als auch beim Sprint-Weltcup in Dresden. Dort war sie mit Rang 17 die drittbeste Deutsche. »Damit war ich sehr zufrieden, zumal ich das Halbfinale nur knapp verpasst habe. Umso ärgerlicher ist es, dass ich im Januar nicht mehr so gut in Form war«, bedauert die 21-Jährige.

Möglicherweise habe sie die Vorbereitung vor den Testrennen etwas müde gemacht. »Ich habe dann versucht, mich zu erholen.« Danner wird noch vor ihrer Abreise ihre Gesundheit genau überprüfen lassen. Daher flog sie nicht – wie die anderen Teamkollegen – bereits am Montag ab, sondern wird erst am Samstag nach Finnland fliegen. »Da habe ich dann immer noch genügend Zeit, mich vor Ort auf die Wettkämpfe vorzubereiten.« Es sei schwer abzuschätzen, zu welchen Platzierungen es letztlich reichen könnte, »aber ich denke, ich bin gut vorbereitet. Ich will auf jeden Fall mein Bestes geben und Spaß haben.«

Auf seine insgesamt vierte JWM-Teilnahme darf sich Albert Kuchler freuen. Zweimal war er in der Altersklasse Junioren dabei, jetzt tritt er zum zweiten Male in der Altersklasse U 23 an. Im Vorjahr hatte es für ihn nicht geklappt: »Da war die Saison eher durchwachsen, und ich habe die Heim-WM der Junioren (in Oberwiesenthal, d. Red.) leider verpasst«, erinnert er sich. Im Herbst 2019 war er nach einer Erkrankung gut acht Wochen ausgefallen. »Es war nichts Schlimmes, aber es hat sich lange hingezogen.«

Umso besser lief es schon in der Vorbereitung auf die aktuelle Saison. »Die Tendenz war schon im Frühjahr sehr stark«, freut sich der 22-Jährige. Das stellte der Bundespolizist dann auch bei den Testrennen unter Beweis – unter anderem mit zwei Siegen bei den Distanz-Wettbewerben. Weshalb er auch eher auf den längeren Strecken mit seinen besten WM-Ergebnissen rechnet. »Ja, auf der Distanz bin ich schon besser. Wenn alles passt, möchte ich unter die Top Ten kommen.«

Eher Chancen im Sprint sieht dagegen Florian Knopf für sich. Der 21-Jährige vom Zoll-Skiteam rechnet allerdings mit harter Konkurrenz. »Das wird ein starkes Niveau bei der WM werden. Da sind viele dabei, die heuer sogar im Weltcup gut gelaufen sind.« Daher würden die Titelkämpfe »ein schönes Highlight.«

Für Knopf verlief die Vorbereitung bis Ende November hervorragend, »im Dezember habe ich mich erst schwergetan.« Bei einem Lehrgang in Livigno hatte er Müdigkeitssymptome. Bei Untersuchungen wurde ein Vitamin-D-Mangel festgestellt. Wenige Wochen später beim Lehrgang in Obertilliach »ging es mir schon besser, in den vergangenen Wochen sogar wieder gut«, freut er sich.

Vor allem im Sprint sei die Form schon »sehr, sehr gut – auf der Distanz noch nicht so.« Auch wenn Knopf die Strecken in Vuokatti noch nicht kennt: Durch die frühzeitige Anreise »haben wir genügend Zeit zur Vorbereitung.« Zwar war Knopf noch nie in Vuokatti, »aber vor zwei Jahren hab ich in Lahti mit Anian Sossau eine Staffel-Medaille geholt. Finnland ist ein sehr schönes Land, da freue ich mich richtig drauf.« Sein Ziel? »Ich möchte nach der WM sagen können: Das waren meine besten Rennen dieses Winters.«

Sein damaliger Staffel-Kollege Anian Sossau vom SC Eisenärzt geht das Unternehmen Junioren-WM ebenfalls ambitioniert an. Die Trainingsumstellung in der Saisonvorbereitung »hat sich bei mir gut ausgewirkt«, freut er sich. Bei den Distanzrennen in der Skating-Technik fehle ihm in dieser Saison noch der internationale Vergleich, doch er möchte sich hier gut präsentieren.

Für die WM der »Großen«gut empfehlen

Noch besser allerdings dürften seine Chancen im Sprint stehen. Zwar sei auf der auch für ihn neuen Strecke in Vuokatti das Profil gerade im Klassik-Sprint »wohl recht steil, mit 10 bis 15 Höhenmetern mehr als in Oberstdorf«, zeigt er Respekt. Aber: »Wenn die Form stimmt und man einen guten Ski hat, kann man vorne reinlaufen. Ich möchte möglichst das Finale erreichen.« Schließlich könnte sich Sossau mit einem starken Sprint sogar für die WM der Erwachsenen in Oberstdorf (23. Februar bis 7. März) empfehlen.

In diesem Winter war er schon bei den Weltcups in Davos (Schweiz) und Dresden jeweils zweitbester Deutscher. In Dresden fehlten bei Rang 32 im Prolog nur 0,17 Sekunden zum Einzug in die Viertelfinals. »Es gibt nicht so viele deutsche Sprinter«, weiß der 21-Jährige um seine Chance. Die will er nutzen – mit einer starken Vorstellung in Vuokatti. who

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