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Züchter aus Teisendorf holte in Ulm den Titel mit seinen Süddeutschen Schildtauben – »Das habe ich nicht erwartet«

Heini Burghartswieser ist Deutscher Meister

Teisendorf – Bei der Deutschen Meisterschaft des Verbands Deutscher Taubenzüchter in Ulm waren rund 20 000 Rassetauben ausgestellt. Darunter waren auch sechs gefiederte Champions von Heinrich Burghartswieser jun. aus Hausmoning bei Teisendorf. Am Ende wurden seine Süddeutschen Schildtauben zu den schönsten Vertretern dieser Rasse in ganz Deutschland gekürt.

Heini Burghartswieser holte mit seinen Süddeutschen Schildtauben den Titel des Deutschen Meisters. (Foto: Koch)

»Das habe ich nicht erwartet, weil wirklich viele Spitzenzüchter da waren«, freute sich der frischgebackene Deutsche Meister. Pro Rasse und Farbe wurden bei der Ausstellung in Ulm die Titel vergeben. Bei den Süddeutschen Schildtauben des Farbenschlags »schwarz« hatte Heini Burghartswieser dabei unter den 25 anderen Ausstellern mit ihren insgesamt rund 170 Rassetauben die Nase vorn. Pro Züchter kamen jeweils nur die fünf besten Tiere in die Wertung.

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»Es sind oft Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen«, weiß der 41-Jährige, der sich seit seiner Kindheit für die Rassegeflügelzucht begeistert. So ist er seit 1979 Mitglied im Rassegeflügel- und Vogelzuchtverein Freilassing, Teisendorf und Umgebung, bei dem er mittlerweile Zuchtwart für Rassetauben ist. Seit 1980 züchtet er gemeinsam mit seinem Vater Heinrich Burghartswieser sen. Süddeutsche Schildtauben der Farbenschläge »schwarz« und »gelb«.

»Wichtig ist, dass sie mir Spaß machen«

In den vergangenen Jahren hat das Vater-Sohn-Duo sein Hobby intensiviert in Bezug auf Haltung, Fütterung und Vererbung. »Damit kann man die letzten Prozent herauskitzeln«, so Burghartswieser, der schon mehrmals knapp an dem Deutschen Titel dran war. Der letzte, nationale Meister des Rassegeflügelvereins Freilassing war der verstorbene Georg Willberger, der den Titel 1997 mit seinen Altholländischen Mövchen gewann. Dabei sind Titel und Preise für Burghartswieser aber nur Nebensache.

»Die Ausstellungen gehören dazu, aber am wichtigsten sind die 360 Tage im Jahr, in denen meine Tauben zu Hause im Schlag sind. In erster Linie ist mir wichtig, dass sie mir Spaß machen«, bringt es der Züchter auf den Punkt. »Es ist ein schöner Ausgleich zum Berufsleben. Eine halbe Stunde im Taubenschlag gibt mir mehr Erholung als manch anderes.«

Das A und O ist natürlich die Gesundheit der Tiere. Um aber bei Schauen erfolgreich zu sein, ist noch mehr erforderlich. Grundlage für die Zucht ist dabei der sogenannte Standard. Einen solchen Standard gibt es für jede der 300 in Deutschland anerkannten Taubenrassen. Darin ist festgelegt, wie ein Vertreter dieser Rasse aussehen soll. Nach diesen Kriterien werden die Tiere dann auf Schauen von Preisrichtern bewertet. Grundsätzlich gilt zunächst der Gesamteindruck des Tieres, etwa die Körperhaltung und der Zustand des Gefieders. Hinzu kommen dann die speziellen Rassemerkmale. Bei den Schildtauben sind dies vor allem eine Rundhaube am Kopf sowie das farbige Flügelschild.

Die Vorzüge einzelner Tiere versuchen die Züchter durch gezielte Paarung weiterzuvererben. In den sechs Schlägen von Heini Burghartswieser und seinem Vater sorgen so etwa 25 Zucht-Paare für Nachwuchs. Dabei wird genau Buch geführt, von welchen Eltern die Jungtiere abstammen, woraus sich ganze Zuchtlinien ergeben können.

Mit Gemüsesuppe und Homöopathie zum Erfolg

Daneben liegt aber viel an der Haltung und Fütterung der gefiederten Haustiere. »Das Futter ist die Basis des Ganzen. Wir haben dafür einen richtigen Fütterungsplan.« Zunächst muss die Qualität des Getreides stimmen. Burghartswieser mischt das Futter für seine Tiere je nach Jahreszeit individuell zusammen. Zum Beispiel brauchen junge Tauben mehr Eiweiß für das Wachstum, oder während der Mauser im Herbst brauchen Vögel Eisen und Schwefel für den Gefiederaufbau. Zudem bekommen die Tauben Gesundes aus dem eigenen Garten. »Ich mische mir dazu eine Art Gemüsesuppe aus Essig, Zwiebeln, roter Bete, Sellerie und Knoblauch. Die fülle ich in Gläser ab und gebe sie zweimal die Woche zum Körnerfutter dazu.«

Heini Burghartswieser hat zudem ein weiteres Ass im Ärmel – seine Frau Lisa. »Sie kennt sich gut mit homöopathischen Mitteln aus. So bekommen die Tauben auch Globuli mit ins Wasser.« Der Züchter setzt auf Naturprodukte. So hat er heuer unter anderem während des Gefiederwechsels das nötige Eisen durch Schüssler Salze zugegeben.

Daneben gibt es aber noch vieles mehr zu beachten. So versucht Burghartswieser seinen Schildtauben möglichst viel Freiflug zu geben, was aber aufgrund der Greifvögel im Winter nicht immer ganz einfach sei. Hinzu kommt, dass neben dem Futter auch das Schlagklima, also die Temperatur und die Frischluftzufuhr, die Schlaghygiene aber auch das Wasser passen muss. »Um bei Schauen erfolgreich zu sein, muss das Gesamtpaket stimmen. Es gibt kein Wundermittel, aber viele Kleinigkeiten müssen stimmen. Erst wenn das alles passt, kann die Taube ihre Schönheit entfalten.« pk