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Heizungssanierung im Traunsteiner Feuerwehrhaus vorerst zurückgestellt

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Bis zum 15. September muss der Heizkeller im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr an der Scheibenstraße außer Betrieb genommen oder erneuert worden sein, ansonsten erlischt die Betriebserlaubnis. (Foto: Wannisch)

Traunstein – »Es fehlt hinten und vorn beim Feuerwehrhaus«, warum werde – statt ein Gesamtsanierungskonzept zu verfolgen – nur die Heizungsanlage im Feuerwehrgebäude an der Scheibenstraße erneuert, wollte Ernst Harrecker (CSU) in der Stadtratssitzung wissen.


Das Gremium sollte eigentlich den Auftrag zur Erneuerung der Heizungszentrale vergeben, stellte diesen jedoch letztlich auf Antrag von Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) bis zu den Juni-Sitzungen zurück.

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Jetzt soll die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit Fachfirmen »die Notwendigkeit der Erneuerung der Heizungszentrale auch in Abhängigkeit mit den Heizungsanlagen Bauhof und Stadtwerke nochmals prüfen«, wie es im Beschluss genau heißt. Eine Sanierung der Heizungsanlage wurde nötig, da deren Betriebserlaubnis Mitte September erlischt, wenn bis dahin der aktuelle Heizkessel nicht außer Betrieb genommen oder erneuert ist.

Johannes Reichelt vom Rechnungsprüfungsamt gab in der Sitzung zu Bedenken, dass der Bieter auf sein Angebot bestehen könnte, da es rein rechtlich keinen Grund gebe, den Auftrag nicht zu erteilen. Die von der Firma veranschlagten Kosten liegen mit rund 139 400 Euro sogar noch unter den von der Verwaltung berechneten 142 600 Euro. Zudem sei der Posten bereits im Haushalt 2017 vermerkt.

Auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts hieß es allerdings, dass sich die Stadt mit dem Anbieter auf eine Verlängerung der Bindefrist bis über den nächsten Sitzungstermin für den Stadtrat am 21. Juni geeinigt hat. Was passiert, wenn die Ausschreibung dann aufgehoben wird, »wäre derzeit reine Spekulation, weshalb wir dazu keine weiteren Auskünfte geben können«, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Feuerwehr-Referent Josef Hinterschnaiter (SPD) sagte, nach einem Gespräch mit dem Feuerwehrkommandanten habe sich für ihn ein anderes Bild ergeben. So würde die Betriebserlaubnis für die Heizung sehrwohl noch vom zuständigen Kaminkehrer erteilt werden. Er halte daher auch ein Gesamtsanierungskonzept für sinnvoller.

Das Geld sinnvoll auszugeben, dafür sprach sich auch Dr. Christian Hümmer (CSU) aus. Er empfahl daher, eine Mängelliste aufzustellen und an einem Gesamtkonzept zu arbeiten. Josef Kaiser (UW) regte an, ob man nicht die nahe beieinander gelegenen Gebäude von Feuerwehr, Stadtwerken und Bauhof künftig mit Fernwärme heizen könnte, oder gar eine Hackschnitzelanlage bauen könnte, statt 140 000 Euro in eine konventionelle Heizung zu stecken.

Der Antrag von Waltraud Wiesholler-Niederlöhner, den Auftrag zurückzustellen, wurde schließlich mit 16:8 Stimmen angenommen.

Um den Bau einer Lärmschutzwand an der Blaue-Wand-Straße auf Höhe des künftigen Baugebiets Daxerau ging es ebenfalls in der Stadtratssitzung. Wie zuvor der Finanzausschuss, so stimmte auch der Stadtrat dem Bau der Wand durch die Firma Chiemgau-Concept zu.

»Die bauen das und wir übernehmen den Unterhalt«, erklärte Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) dazu. Die rund 200 Meter lange und drei Meter hohe Wand wird auf 170 Metern Länge begrünt. Sie soll rund 374 000 Euro kosten. Für den Unterhalt zahlt die Firma Chiemgau-Concept der Stadt einmalig 15 000 Euro. Weiter ist in dem städtebaulichen Vertrag die Abbuchung von 127 Quadratmetern Ausgleichsfläche von dem städtischen Grundstück in Burghartsöd bei Lauter vorgesehen. Die Firma Chiemgau-Concept ist für deren Pflege zuständig.

»Über die Lärmschutzwand haben wir intern heftig diskutiert«, sagte Wilfried Schott (Grüne). Lärm breite sich nicht linear, sondern in Wellen aus. Es bestehe die Gefahr, dass der Lärm von der Schallschutzwand zurückgeworfen werde und dann die gegenüberliegende Seite bis hinauf zur Innenstadt beeinträchtigen werde. Oberbürgermeister Kegel entgegnete jedoch, dass auf der anderen Straßenseite bisher gar keine Bebauung sei.

Burgi Mörtl-Körner wollte wissen, ob die Schallschutzwand absorbierend sei. Dies bejahte Oberbürgermeister Kegel. Zudem sei die Wand begrünt, was Lärm schlucke und nicht reflektiere. Abgesehen davon profitierten von der Lärmschutzwand auch die bisherigen Anwohner.

Der Stadtrat stimmte dem Abschluss des städtebaulichen Vertrags für die Lärmschutzwand ebenso zu, wie den Ausgleichsflächen.

Positiv gegenüber steht der Stadtrat auch dem geplanten Bau eines Parkhauses am Klosterberg. Das Projekt »hat Charme auch wegen der Nähe zur Klosterkirche«, sagte Dr. Thomas Graf (Traunsteiner Liste). Er brachte zudem ins Spiel, dafür Parkplätze am Taubenmarkt oder am Stadtplatz aufzugeben, um an diesen Stellen für weniger Verkehr im Innenstadtbereich zu sorgen.

Auf dem ehemaligen Grundstück des Wasserwerks (wir berichteten) will die Grundstückseigentümerin ein Parkhaus bauen. Dies stellt allerdings noch keine Zusicherung dar, dass ein Bauleitplanverfahren durchgeführt werden kann. Dafür muss die Bauwerberin noch die erforderlichen Unterlagen und Gutachten vorlegen. Zudem wird geklärt, ob öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen werden können. vew