Helmfried von Lüttichau wird 65

Helmfried von Lüttichau
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Helmfried von Lüttichau (r) und Christian Tramitz (Hubert) am Set (2011). Foto: picture alliance / Ursula Düren/dpa Foto: dpa

Mit 65 geht mancher in Rente. Nicht so Helmfried von Lüttichau. Der Schauspieler ist gerade dabei, sich künstlerisch neu zu erfinden – und zwar mit einem musikalischen Solo-Programm.


München (dpa) – Bekannt geworden ist er in Polizistenuniform im Vorabendfernsehen: der Schauspieler Helmfried von Lüttichau. An der Seite seines Kollegen Christian Tramitz feierte er einen Quotenerfolg mit der ARD-Serie »Hubert und Staller«.

Nach seinem Ausstieg aus der Reihe im Jahr 2018 will er nun ein neues Karriere-Kapitel aufschlagen - als Musiker. »Ich bin neuerdings selbstständig und gehe – soweit Corona das zulässt – ab 24. November auf Solo-Tour«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur kurz vor seinem 65. Geburtstag am Samstag (20. November). Von Lüttichau lebt mit seiner Frau in München und am oberbayerischen Schliersee.

In dem mit »Plugged« betitelten Programm erzählt der Künstler einen langgehegten Traum: »den Rockstar-Traum«. »Das Stück ist schon an meine Biografie angelehnt und beschreibt viele meiner Irrwege. Es wird darin gesungen, gespielt und gedichtet.« Von Lüttichau bedient sich nach eigener Aussage in der Show ausgiebig im »Malkasten« seiner verschiedenen Talente – und die führten ihn schließlich zum Erfolg: »Letztlich darf ich in dem Programm dann doch noch als Rockstar auf der Bühne stehen«, sagt er - Augenzwinkern inklusive.

Denn wenn Helmfried von Lüttichau eines nicht ist, dann: ein zu Allüren und Arroganz neigender Star. Der Sohn eines Beamten beim Bundesnachrichtendienst und einer Buchhändlerin erlernte sein Schauspieler-Handwerk in der Münchner Otto-Falckenberg-Schule. Der gebürtige Hannoveraner war im Alter von neun Jahren in die bayerische Landeshauptstadt gekommen.

Er spielte über viele Jahre an verschiedenen Theatern (darunter das Schauspiel Frankfurt und die Düsseldorfer Kammerspiele), ab 1985 wirkte er in Fernseh- und Kinoproduktionen mit, darunter »Wickie und die starken Männer«. Den Durchbruch feierte er im reifen Alter von 55 Jahren – als der gutmütige, mit kindlichem Naturell gesegnete Polizeiobermeister Staller in der Vorabendserie »Hubert und Staller«.

»Jetzt mit Abstand würde ich sagen, dass es ein großes Glück ist, so spät im Leben Erfolg zu haben«, sagt von Lüttichau, »ich wüsste gar nicht, ob ich als junger Mensch damit zurechtgekommen wäre. So aber sehe ich das alles relativ gelassen und kann es genießen.« Dennoch hat er sich 2018 von dieser sprudelnden Einnahmequelle verabschiedet. Warum? Er wollte aufhören, bevor die Rolle des Staller »auserzählt« gewesen wäre. 

Im Show-Business gilt allerdings auch das Motto: sag niemals nie. Kann es also sein, dass er sich – irgendwann in der Zukunft – doch noch einmal die Uniform des Wolfratshausener Polizisten überstreift? »Nein, auf keinen Fall«, sagt er und erstickt sofort jegliche Hoffnung auf ein Staller-Comeback. »Ich habe so viele andere Interessen, es gibt so viele Dinge, die ich noch machen möchte – da ist kein Platz mehr für diese Rolle.« Außerdem: »Wenn ich einmal eine Entscheidung getroffen habe, dann revidiere ich die nicht mehr. Das ist nicht meine Art.«

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