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Helmut Hertelendy ist Master-Weltmeister im Schwimmen

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Helmut Hertelendy aus der Engedey holte bei den Schwimm-Weltmeisterschaften im russischen Kasan Gold, Silber und Bronze. (Foto: privat)

Kasan – Helmut Hertelendy aus der Engedey holte bei der 16. Master Weltmeisterschaft im Schwimmen in Kasan, der Hauptstadt der russischen Republik Tatarstan, Gold, Silber und Bronze. 6 000 Wettkämpfer aus 70 Nationen hatten elf Tage lang daran teilgenommen. Die Wettbewerbe fanden in einem 40 000 Menschen fassenden Fußballstadion statt, in das ein Schwimmbecken gebaut worden war. Weil zeitgleich auch die Schwimm-Weltmeisterschaften stattgefunden haben, war die Aufmerksamkeit auch auf die Master, die etwas älteren Sportler gerichtet.


Hertelendy, der Mitglied der Schwimmabteilung des TSV Berchtesgaden ist, war von der Professionalität bei der Akkreditierung und dem gesamten Ablauf der Wettkämpfe sehr angetan. Kasan sei eine schöne und saubere Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, die sich Hertelendy natürlich angeschaut habe.

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Der Engedeyer startete insgesamt fünfmal und zunächst über drei Kilometer im Freiwasser in der »Kasanka«, die in die Wolga mündet. Weil er in der Mitte des Feldes starten musste, war er zunächst einmal in die üblichen Rangeleien unter den 80 Starten verwickelt. Doch nach knapp 100 Metern lag der Masterschwimmer bereits an der Spitze, wurde dann jedoch am Wendepunkt im hohen Wellengang von einem Begleitboot behindert und verlor viel Zeit. Damit war die Führung verloren und Hertelendy kämpfte nun mit Wut im Bauch. Die Orientierung auf dem Rückweg war leichter, weil sich das Ziel direkt neben dem 27 Meter hohen Sprungturm der Klippenspringer befand und so gut zu sehen war. Hertelendy konzentrierte sich nun wieder auf eine saubere Technik, um mit jedem Armzug seine Kräfte voll einzusetzen. 500 Meter vor dem Ziel hatte der spätere Gewinner seinen schärfsten Konkurrenten wieder eingeholt und es begann ein verbissener Endkampf um den Weltmeistertitel der Herrenklasse 65. Erst wenige Meter vor dem Ziel konnte sich Helmut Hertelendy absetzen und holte sich mit einer Sekunden Vorsprung den Weltmeistertitel im Freiwasser.

»Es war nicht zu glauben. Die Siegerehrung wurde wie bei den Profis durchgeführt und war ein einmaliges Erlebnis. Interviews mit Journalisten und einem Fernsehteam waren eine völlig neue Erfahrung«, so ein überglücklicher Schwimm-Weltmeister.

Auch in der Halle erreichte Hertelendy mit Platz fünf über 800 Meter Freistil, Rang vier im Schmetterling, dem dritten Platz über 200 Meter Freistil und schließlich Platz zwei über 400 Meter Lagen Topplatzierungen: »Trotz des Vize-Weltmeistertitels war ich etwas unzufrieden, da ich nur eine Sekunde vom Sieger entfernt war. Auch beim vierten Platz fehlte nur gut eine Sekunde auf Bronze. Diese Sekunden wären auch noch drin gewesen«, so der Wahl-Berchtesgadener, der damit den kompletten Medaillensatz gewonnen hatte. »Ich war über die Topergebnisse dennoch unglaublich glücklich, der ganze Trainingsaufwand hatte sich also gelohnt«. Christian Wechslinger