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Der Sternenhimmel im Inneren lässt bereits bei der Reise Urlaubsgefühle aufkommen. Rosemarie Helliel zeigt das Fahrzeug von innen. (Foto: Konnert)

Herzenswunsch-Hospizmobil in Teisendorf vorgestellt

Teisendorf – Da staunten viele Passanten nicht schlecht über den weißen Transporter mit Rot-Kreuz-Symbol und einem großen, rot aufgemalten Herzen, der am Platz vor dem Rathaus stand. Rosemarie Helliel und Marianne Schader erklärten Interessierten, dass es sich um das Herzenswunsch-Hospizmobil handelte, und nahmen sich viel Zeit, um die wenig bekannte Einrichtung vorzustellen.


Beide sind seit einiger Zeit ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Projekts und begleiten behinderte, kranke oder ältere Menschen, oft auch mit Angehörigen, auf Fahrten, die sie sich sehnlichst wünschen, die sie aber ohne intensive Hilfe und Betreuung nicht bewältigen können. Für Schader ist es ein »Heimspiel«, denn sie kommt aus Neukirchen. Neugierig geworden war auch Bürgermeister Thomas Gasser, der seine Amtsstube für ein Gespräch mit den Damen verließ.

Das »Herzenswunsch-Hospizmobil« ist ein eigenes Projekt des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), das 2017 von den Kreisverbänden Berchtesgadener Land und Traunstein ins Leben gerufen wurde. Seit 2019 ist auch das Land Salzburg mit dabei. Projektleiter ist Florian Halter, Kreisbereitschaftsleiter der ehrenamtlichen BRK-Stelle im Berchtesgadener Land. Zwischen 30 und 40 ehrenamtliche Mitarbeiter, Ärzte, Sanitäter, Pfleger und Betreuer helfen in dem Team mit, alle arbeiten freiwillig und unentgeltlich.

Das Projekt finanziert sich über Spenden. »Wir wollen Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Schwerkranken oder Behinderten, aber auch sozial Schwachen Wünsche erfüllen, die sonst für sie unerfüllbar wären – eine Fahrt in die Berge oder ans Meer, Besuche bei Verwandten oder an Erinnerungsorte, der Besuch eines Fußballspiels und vieles mehr«, erklären die Helferinnen.

»Vor kurzem wollte ein schwerkranker Fahrgast noch einmal in den Biergarten, um sich dort mit seinen Freunden zu treffen« erzählt Marianne Schader, »das haben wir möglich gemacht«. Ein anderes Beispiel nennt Rosemarie Helliel: »Die Fahrt einer alleinerziehenden Mutter mit ihren zwei kranken Töchtern, die so gerne ans Meer wollten, hat diesen einen wahren Herzenswunsch erfüllt«.

Die Helferinnen betonen, dass es nicht nur um die Erfüllung letzter Wünsche für Todkranke geht, sondern dass der Kreis der Fahrgäste, die das Herzenswunsch-Hospizmobil benutzen können, viel weiter gedacht ist.

So flexibel wie der Einsatzbereich ist auch die Ausgestaltung des Mobils. Es kann zum Beispiel mit vier bequemen Tragestühlen, mit zwei Stühlen und einer Liege oder Stühlen und Rollstühlen ausgestattet werden. Klima- und Musikanlage, Blumenvase und Sternenhimmel bieten hohen Reisekomfort. Die Ausstattung mit Sauerstoffgerät, Absauger, Notfall-Rucksack oder Kühltaschen für Medikamente sorgt für die Sicherheit der Fahrgäste während der Reise.

»Wir haben mit unserer Vorstellung heute hier in Teisendorf viel erreicht«, zeigen sich die beiden erfreut. Zwei Besucherinnen fielen spontan gleich mehrere infrage kommende Teisendorfer ein, die sie für das Herzenswunsch-Hospizmobil anmelden könnten. Genau das war das Ziel der Aktion am Platz vor dem Rathaus – ein Projekt vorzustellen, das völlig kostenlos Wünsche erfüllt, dort, wo sie unerfüllbar scheinen.

kon