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Das Sakralmuseum auf dem Reit im Winkler Kirchenspeicher besteht seit 25 Jahren

Herzstück ist das Heilige Grab

Reit im Winkl – Seit 25 Jahren gibt es auf dem Kirchenspeicher der Pfarrkirche St. Pankratius ein Sakralmuseum. Begonnen hatte es mit dem Aufbau der Einzelteile des Heiligen Grabs aus dem späten 18. Jahrhundert. Im Winter 1991 wurden auf Initiative des damaligen Mesners Georg Beilhack die nicht nummerierten Teile davon im Dachboden der Kirche mühselig zusammengesucht und aufgestellt.

Das Herzstück des nunmehr seit 25 Jahren bestehenden Sakralmuseums im Kirchenspeicher ist das aus dem späten 18. Jahrhundert stammende Heilige Grab. (Foto: Hauser)

Dabei kamen auch viele in alten Schränken und Kartons gelagerte sakrale Gegenstände der Kirche und aus Kapellen zum Vorschein. Zusätzlich wurden bei Bauern an der »Hadergass« (Hausbergstraße) Teile des alten Hochaltars entdeckt, die bei der Renovierung der Pfarrkirche im Jahr 1962 entfernt worden waren. So kam im Laufe des Sommers 1991 einiges zusammen und wurde im neuen Sakralmuseum aufgestellt. Ministranten, Erstkommunionkindern, Firmlingen und auch Erwachsenen wurden Führungen zu den Kirchenglocken und zum Museum angeboten.

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Bei der erneuten Kirchenrenovierung 1992 zeigte Georg Beilhack dem Kirchenmaler einige altersbedingte schadhafte Stellen des Heiligen Grabes und bekam von diesem den dringenden Rat zu einer Restaurierung. Zur Osterzeit 2003 lud er die Bevölkerung zur Besichtigung des Sakralmuseums und des Heiligen Grabes ein, um deren Meinung dazu zu erfahren. Mit 400 Besuchern war die Resonanz überwältigend, und viele davon sprachen sich für eine Restaurierung aus.

Aber wie sollte sie finanziert werden? Den Grundstock schaffte Beilhack mit der Organisation und Durchführung einer großen, 17-tägigen Krippenausstellung in der Adventszeit 2003 im Festsaal mit einem Erlös von 7000 Euro durch teils sehr großzügige Spenden von vielen Einheimischen. 2004 feierte die Volksbank Reit im Winkl ihr 100-jähriges Bestehen und spendete mit Unterstützung einiger Vorstandsmitglieder 10 000 Euro.

Ein weiterer Glücksfall war es, dass 2005 ein Besucher vom Kulturreferat der Erzdiözese München-Freising in Reit im Winkl von Pfarrer Johann Spiolek durch das Sakralmuseum geführt wurde. Dieser meinte, das Heilige Grab sei so wertvoll, dass es gleich renoviert werden solle. So wurde es im Jahr 2006 mit einer namhaften finanziellen Unterstützung der Erzdiözese und einem Kostenaufwand von insgesamt 49 000 Euro grundlegend renoviert.

Ostern 2007 wurde dann dieses barocke Kunstwerk wieder im Altarraum aufgestellt, wie das bis 1960 regelmäßig der Fall gewesen war. Am Karfreitag und am Karsamstag wurde dabei wie früher von den Bewohnern der Reit im Winkler Ortsteile jeweils eine Stunde Rosenkranz gebetet, was von den vielen Kirchenbesuchern sehr geschätzt wurde.

Das Sakralmuseum mit dem Heiligen Grab und insgesamt rund 300 wertvollen Exponaten kann noch am morgigen Mittwoch sowie am Karsamstag und am Mittwoch, 30. März, jeweils um 10 Uhr im Rahmen der Kirchenführungen besichtigt werden. Sonderführungen ab drei Personen sind nach vorheriger Anmeldung bei Georg Beilhack, Telefon 08640/43 99 010, möglich. Spenden der Museumsbesucher werden ausschließlich für karitative Zwecke verwendet. sh