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Heumandl erinnern an früher

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Seit Kurzem stehen in Bischofswiesen wieder Heumandl. (Foto: Wechslinger)

Bischofswiesen – Josef Stangassinger vom Obst- und Gartenbauverein Bischofswiesen hatte eine gute Idee. Er fragte bei den Bauern nach, ob noch jemand alte Heumandln hat, und wurde bei Josef Ilsanker vom Wegscheidlehen fündig. Jetzt stehen die nostalgischen Mandl wieder auf der Wiese. Vor dem Aufkommen von maschinenunterstützter Landwirtschaft wurde frisch geschnittenes, abgetrocknetes Gras zum vollständigen Trocknen auf Heumandln aufgehängt. Sie kamen vor allem bei lang anhaltender feuchter Witterung zum Einsatz, bei der eine Heutrocknung am Boden nur schwer möglich war.


Stangassinger hat die Streuobstwiese bei der Loipler Brücke bewusst sehr spät gemäht, damit die Samen der Wiesenblumen noch ausfliegen können. Dort wurden im vergangenen Jahr verschiedene Obstbäume und Sträucher sowie 37 verschiedene Kräuter und 14 Gräser zur Verschönerung des Ortes gepflanzt. Die fünf dreibeinigen Heumandl sind von der Straße und vom Fußweg aus gut zu sehen und dienen der Bevölkerung und den Gästen als Anschauungsobjekte. Denn Siloballen, wie man sie heute kennt, gibt es erst seit 1988. Der letzte Bauer, der zig Heumandl in seiner Wiese aufgestellt hatte, war der Freimanner vom Freimannlehen in der Unterau.

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Der im Frühjahr angelegte Steingarten an der Salzhalle beim Riedherrn ist ebenfalls ein »Hingucker« mit vielen Pflanzen der Gebirgsflora und trockenheitsresistenten Gewächsen. Stangassingers nächste große Aktion zum Thema »Bischofswiesen blüht auf« wird im nächsten Frühjahr das Anlegen eines Schulgartens bei der Grund- und Mittelschule in Bischofswiesen sein. »Dort können die Lehrkräfte ihren Schülern die heimische Flora näherbringen«, blickt Stangassinger voraus. Christian Wechslinger