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Heynckes findet Bayern «bescheiden»

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Jupp Heynckes findet das Agieren seiner Vorgesetzten korrekt. Foto: Sebastian Kahnert Foto: dpa

München (dpa) - Es war nicht als Scherz gemeint, als Jupp Heynckes tatsächlich das Wort «bescheiden» in Zusammenhang mit dem FC Bayern München in den Mund nahm.


Mitten in die heftige Aufregung um den sich anbahnenden zweiten großen Fischzug beim großen Rivalen Borussia Dortmund, dem man nach Mario Götze wohl spätestens 2014 auch Torjäger Robert Lewandowski entreißen dürfte, strich der Meistercoachden Umgang des deutschen Meisters mit seinem aktuellen Fußball-Höhenrausch heraus. «Wir genießen den Erfolg sehr sachlich, sehr bescheiden», sagte Heynckes vor dem Bundesliga-Heimspiel an diesem Samstag gegen den SC Freiburg, bei dem er mit einer wieder kräftig durchrotierten Mannschaft die nächsten Liga-Rekorde aufstellen will.

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Götze, Lewandowski, Hoeneß - «wir lassen uns von nichts und von niemandem ablenken», versicherte Heynckes. Die aktuellen Bayern-Stars seien einzig und allein auf die großen sportlichen Ziele bis zum Saisonende fokussiert, die mit dem Titel-Triple grandios enden soll. «Die Spieler nehmen das ganz sachlich und nüchtern auf, mehr auch nicht. Die lassen sich nicht ablenken», versicherte Heynckes.

Der scheidende Trainer ist Rummel und Aufregung beim deutschen Top-Club, «wo immer alle möglichen Themen auftauchen», gewöhnt. Und für ihn ist die vergangene Woche vor allem wegen des Fußballs, den Bayern und Dortmund gegen Barcelona und Real Madrid geboten hätten, «spektakulär» gewesen. Für eine Steigerung des Spektakels wollen offenbar die Bayern-Bosse sorgen, indem sie dem künftigen Starcoach Pep Guardiola noch mehr Top-Stars zur Verfügung stellen wollen.

Heynckes hält die Marschroute des wiedererstarkten Branchenführers für konsequent: «Ich habe schon im letzten Jahr gesagt, der FC Bayern muss eine ganz klare Philosophie haben in Sachen Einkäufe. Ich habe immer gesagt, man muss Top-Spieler einkaufen und verpflichten.» Zum Rumoren in der Liga über die aggressiven Einkäufer aus München sagte Heynckes: «Wir haben den wirtschaftlichen Rahmen geschaffen, dass der FC Bayern die Spieler noch holen kann, die zu uns passen.»

Neben Nationalspieler Götze (37 Millionen Euro) gilt diese Sichtweise wohl auch für den Polen Lewandowski. Die «Bild»-Zeitung berichtete am Freitag, dass der BVB-Stürmer bereits zwei Verträge mit dem FC Bayern mit einer Laufzeit von vier Jahren geschlossen haben soll, beginnend im Sommer oder 2014, dann aber ablösefrei. Die Bayern dementierten postwendend - aber nur, in dem sie erklärten, dass es «keinen Vertrag» gebe. Das muss aber nicht heißen, dass es nicht eine grundsätzliche Übereinkunft geben könnte; so war es auch bei Nationaltorhüter Manuel Neuer, der 2011 vom FC Schalke kam.

Gegen Freiburg, das in der vergangenen Saison mit 0:7 in München unterging, soll wieder eine Rotations-Elf um Mandzukic für Tore und den nächsten Sieg sorgen. «Ich mache natürlich Gebrauch davon, etwas zu ändern», kündigte Heynckes an. Der angeschlagene Nationalspieler Thomas Müller ist einer der zahlreichen Kandidaten für eine Pause vor dem Rückspiel in Barcelona. Heynckes lobte unterdessen seinen Kollegen Christian Streich für dessen «überragende Trainerleistung» mit dem Sportclub, der auf Platz fünf ans Tor nach Europa klopft. Von selbst werde es für den Seriensieger FC Bayern am Samstag nicht gehen, mahnte Heynckes: «Wir müssen den Motor immer wieder aufs Neue anwerfen.»