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Hilfe im Alter und bei Demenz

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Der Vorstand der Seniorengemeinschaft (v.l.): Manfred Vonderthann, Elisabeth Homberg und Walter Parma. (Fotos: Tessnow)
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Zertifikat erhalten: die ehrenamtlichen Helfer mit Pflegeexpertin Roswitha Moderegger (vorne rechts).

Berchtesgaden – Mit ihrem Vereinskonzept will die Seniorengemeinschaft Berchtesgadener Land–Süd die soziale Alltagsversorgung von älteren Mitbürgern in den fünf Talkesselgemeinden verbessern und...


...den individuell bedingten Nachteilen des Älterwerdens entgegenwirken. Im Auftrag des Vereins und in Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft konnten im »Werk 34« 14 zukünftigen ehrenamtlichen Helfern ihre Zertifikate überreicht werden. Voraussetzung dafür war die Teilnahme eines 60-stündigen Informationskurses sowie ein begleitender Vortrag über Demenzerkrankung.

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Jeder Hilfsbedürftige mit einem Pflegegrad hat seit dem 1. Januar Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Die Seniorengemeinschaft Berchtesgadener Land – Süd hat die Möglichkeit, diese Hilfestellung über die jeweiligen Pflegekassen monatlich bis zu 125 Euro abzurechnen. Bedingung dafür ist, dass die zukünftigen ehrenamtlichen Kräfte ein Seminar beziehungsweise Schulungseinheiten mit hauswirtschaftlichen und pflegebedürftigen Inhalten nach den Verordnungen des Sozialministeriums besucht haben.

Vor der Zertifikatsübergabe begrüßte der dritte Vorsitzender Walter Parma stellvertretend für Dr. Friedrich Schmidt die Teilnehmer und sprach allen seine Anerkennung für ihren Willen zum sozialen Engagement und Bedeutung ihrer Einsatzbereitschaft aus. Anschließend erörterte die Seniorenreferentin des Marktes Berchtesgaden, Elisabeth Homberg, den Absolventen die Rahmenbedingungen und Abläufe ihres zukünftigen Arbeitsfelds.

»Unser Verein lebt. Wir werden weiterhin für Einsatz und Verlässlichkeit stehen«, verkündete Homberg stolz und fügte hinzu, dass sich der Verein der angespannten Situation und der Zunahme an Demenzerkrankten in der Region weiter annehmen wird. Es gilt, viele Defizite zu beheben. Vor allem für Senioren, die sich nicht mehr allein helfen können, beinhaltet das Vereinskonzept die Erbringung von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten auch für Menschen mit Demenz (§ 45b Abs. I SGB XI ).

Hilfe beim Haushalt und Einkauf

Unter niedrigschwelligen Betreuungsangeboten versteht man Hilfeleistungen in verschiedenen Bedarfsbereichen. Im Haushalt gilt es zum Beispiel, Putzarbeiten und Wäschepflege zu verrichten. Homberg ergänzte, dass ebenfalls Begleitdienste, Behördengänge, gemeinsames Einkaufen, erzählen, spielen oder rätseln dazu gehören. Auch Initiativen zur Nachbarschaftshilfe und Angebote zur Freizeitgestaltung, wie Veranstaltungen, Seniorengymnastik, Wanderungen und Ausflüge erfassen die Hilfeleistungen.

Alle Schwerpunkte des Vereins sollen zur Förderung der Fähigkeiten und Vermittlung des Selbstwertgefühls dienen. Um gegen mangelnde Mobilität oder Einsamkeit zu steuern, sollen zugleich soziale Kontakte gewahrt und die Vereinsamung gestoppt werden. Besonders im Tätigkeitsfeld von Hol- und Bringdiensten besteht laut Homberg hoher Verbesserungsbedarf. Hier sollen die pflegenden Angehörigen stundenweise entlastet werden. Dazu bedarf es aber fortwährend den Aufbau eines ehrenamtlich geschulten Helferkreises.

»Immer mehr demente Menschen«

Zur aktuellen Lage für Senioren mit Demenzerkrankung informierte die Gerontofachkraft und Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Berchtesgadener Land-Traunstein, Roswitha Moderegger, die Teilnehmer. Sie hat sich auf altersverwirrte Menschen spezialisiert. »Altenheime werden bald kaum noch zu finanzieren sein. Die Anzahl der Menschen mit Demenz aber steigt. Weil die Unterbringung im Altenheim immer teurer wird und teilweise auch dort keine demenzgerechte Versorgung gewährleistet ist, wird der Umfang an ambulanter Hilfe immer mehr erforderlich sein. Das heißt, es werden auch immer Helfer gebraucht und gesucht«, so Moderegger.

Abschließend übernahm 2. Vorsitzender Manfred Vonderthann die Zertifikatsausgabe und überreichte allen Ehrenamtlichen ihr auszeichnendes Dokument mit einem zusätzliches Präsent.

Wer sich über das komplette Leistungsangebot informieren oder selbst ehrenamtlich engagieren möchte, dem steht Elisabeth Homberg jeden Montag im Rathaus, Zimmer 19, von 9 bis 11 Uhr für Gespräche zur Verfügung. Jörg Tessnow