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Hinter den Kulissen laufen die Arbeiten auf Hochtouren

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Teisendorf: Im Bergbaumuseum Achthal laufen die Arbeiten auf Hochtouren
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Roland Klosa, der Vorstand des Fördervereins Bergbaumuseum, und seine Helfer stellen die Weichen für den Start in die neue Saison. (Fotos: Konnert)

Teisendorf – Das Bergbaumuseum in Achthal ist bis auf Weiteres geschlossen. Das heißt, es gibt auch keine Führungen auf Anmeldung. Eigentlich sollte es mit dem regulären Betrieb am 2. Mai wieder losgehen. Da dieser Termin wegen der Corona-Pandemie nicht eingehalten werden kann, haben die Verantwortlichen jetzt die Saisoneröffnung am Samstag, 6. Juni, geplant.


Damit verbunden ist auch die feierliche Eröffnung der Sonderausstellung »Hartes Brot – Gutes Leben? Arbeitswelten in Oberbayern von 1830 bis in die Moderne«.

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Der große Erfolg der 2018 gezeigten Sonderausstellung »Achthal – so war‘s amoi und so is heit!« hat den Vorstand des Fördervereins ermutigt, ein ähnliches Format erneut anzubieten, wenn auch diesmal mit dem Blick über das Achthal hinaus, nämlich in die industrielle und gesellschaftliche Entwicklung Oberbayerns in den letzten fast 200 Jahren. Die Ausstellung zeigt sowohl das schöne Gesicht der Industriekultur als auch deren Schattenseiten. Beides haben auch das Achthal und die Region erlebt, so dass ein starker örtlicher und regionaler Bezug der Ausstellung gegeben ist.

Ohne große Unterbrechung laufen beim Bergbaumuseum im Hintergrund die Arbeiten an der Neugestaltung der Dauerausstellung des Museums, berichtete Roland Klosa, der Vorstand des Fördervereins Bergbaumuseum, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Damit soll die Einrichtung seinen Angaben zufolge modernisiert, attraktiver gemacht und an die Standards eines modernen Museumsbetriebs herangeführt werden.

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Gusseiserne Grabkreuze, die die Achthaler Gießerei hergestellt hat, sind im Museum zu sehen.

Nach einer Machbarkeitsstudie und einem Grobkonzept, das in der Jahreshauptversammlung vorgestellt wurde, steht jetzt die Erstellung einer Feinkonzeption an, durch die die konkrete Gestaltung des Museums verbindlich festgelegt werden soll. Man stehe dafür kurz vor der Angebotseinholung und anschließenden Auftragsvergabe, so Klosa.

Begleitet werden sollen die nächsten Schritte zur Dauerausstellung von einem ehrenamtlich tätigen, wissenschaftlichen Beirat aus sechs hochkarätigen Wissenschaftlern sowie Museumsexperten aus Deutschland und Österreich. Diese haben ihre Mitarbeit bereits zugesagt und werden sich, sobald es die aktuelle Situation erlaubt, zu der konstituierenden Sitzung im Bergbaumuseum Achthal treffen. Aufbauend auf dem Ergebnis der Studie zur Feinkonzeption erfolgt der Vergabeprozess für die handwerkliche Umsetzung. Klosa rechnet damit, dass dies bereits im Laufe des Winters 2020/ 2021 erfolgen kann.

Eingebunden in dieses Großprojekt ist auch die Inventarisierung und Digitalisierung der circa 800 Exponate im und um das Museum. Die Arbeiten zur Museumsneugestaltung sollen mit Zuschüssen aus dem EU-Förderprogramm Leader und von der Gemeinde finanziert werden.

Ambitioniertes Ziel der Verantwortlichen ist es, dass bereits im Sommer 2021 die Eröffnung der neuen Dauerausstellung stattfinden kann – immer vorausgesetzt, dass alles glatt läuft und keine weiteren Verzögerungen durch unvorhergesehene Ereignisse hingenommen werden müssen. »Wir halten an diesem Plan fest und wollen im nächsten Sommer der Gemeinde und allen Besuchern im Achthal ein neues, interessanteres, professionell gestaltetes Museum präsentieren«, zeigt sich Klosa optimistisch.

Und er hat gleich noch eine Überraschung parat: Das Museum werde kostenlos ein 3D-Modell des Museumsgeländes für die weitere Verwendung aus dem Projekt »Cheers« erhalten, das die Uni München gemeinsam mit europäischen Partnern durchführt, finanziert durch die Europäische Union. Es geht dabei um den Schutz von Kulturgütern vor Naturgefahren. Die Marktgemeinde Teisendorf vertritt mit dem Bergbaumuseum Achthal das Testgebiet Deutschland, in dem Naturgefahren wie Überschwemmung und Hangrutschung/Steinschlag thematisiert werden.

Zur weiteren Steigerung der Attraktivität wurde parallel zu den beschriebenen Aktivitäten auch eine Initiative zur Zusammenarbeit mit Nachbar-Museen im Chiemgau ins Leben gerufen. Dabei bildet das Thema »Eisen« die entscheidende Klammer. Die Geschichte der ehemaligen hiesigen Montanindustrie mit Erzförderung, Verhüttung und der daraus folgenden Metallverarbeitung im Chiemgau und Rupertiwinkel sollen im Museumsverbund, touristisch attraktiv, dargestellt werden. Die Arbeiten daran gehen zielgerichtet voran, wenn auch corona-verzögert. kon